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Nach dem Protest gegen die Baumfällaktion für das Bahnprojekt Stuttgart 21 in der Nacht zum Sonntag sind etliche Strafanzeigen erlassen worden. Die Vorwürfe reichen vom Verstoß gegen das Versammlungsgesetz, über Beamtenbeleidigung bis hin zur Sachbeschädigung.
Laut Polizei wird 36 Menschen, die aus einem von der Polizei abgesperrten Bereich an der neuen Baustelle für den Fildertunnel herausgeführt wurden, Verstoß gegen das Versammlungsgesetz vorgeworfen. Widerstand gegen Beamte, Beleidigung von Polizisten, Verdacht auf Nötigung, Hausfriedensbruch sind Gründe für weitere 28 Strafanzeigen. In sechs Fällen wurden Strafanzeigen wegen Beschädigung von Kameras in einem Verkehrstunnel erlassen. Die Demonstranten hätten mit Strafbefehlen zu rechnen, teilte ein Polizeisprecher am Montag in Stuttgart mit.
Die Polizei war am Samstagabend mit mehreren Hundertschaften angerückt, damit die Baustelle eingerichtet werden konnte. Bis etwa 5.45 Uhr habe die zuständige Firma gut 30 Bäume gehäckselt, sagte ein Polizeisprecher am Sonntagmorgen. Danach seien Arbeiter und Polizei wieder abgerückt. Zuvor hatten am Samstagabend gut 250 Gegner des Bahnprojekts gegen die Aktion protestiert. Einige gelangten hinter die Absperrung der Polizei. Viele Demonstranten verließen das Gelände aber angesichts des Regens und niedriger Temperaturen freiwillig. Zwei Projektgegner besetzten nach Polizeiangaben Baumfällmaschinen. Einer kletterte von sich aus herunter, den anderen mussten Spezialkräfte der Polizei von einer fahrbaren Baumschere holen. Die beiden wurden vorläufig festgenommen.
Das gut 2.500 Quadratmeter große Gelände wird nach Angaben der Bahn gebraucht, um eine Baustelle für den neuen Fildertunnel einzurichten. Die 9,5 Kilometer lange Strecke soll den geplanten Stuttgarter Tiefbahnhof unter anderem mit dem neuen Bahnhof Flughafen/Messe verbinden. Die Bäume im Mittleren Schlossgarten waren von den Fällarbeiten in der Nacht nicht betroffen.
Letzte Änderung am: 23.01.2012, 16.00 Uhr