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Zum 71. Jahrestag der Reichspogromnacht haben im Land zahlreiche Gedenkveranstaltungen stattgefunden. Es gab Gedenkstunden, Mahnwachen, Zeitzeugengespräche, Reden und Musik an den ehemaligen Synagogen oder Synagogenplätzen.
In Stuttgart erinnerte die Israelitische Religionsgemeinschaft Württemberg (IRGW) vor der wiederaufgebauten Synagoge an die schrecklichen Ereignisse vor 71 Jahren. In dieser Nacht vom 9. auf den 10. November sei das Band zwischen Deutschen und Juden gerissen, sagte Alexandre Katsnelson, Vorstandsmitglied der IRGW.
Bei der Gedenkveranstaltung sagte der Stuttgarter Ordnungsbürgermeister Martin Schairer (CDU), wie "gemein und demütigend" es gewesen sei, dass die jüdischen Gemeindemitglieder gezwungen wurden, die ausgebrannte Stuttgarter Synagoge eigenhändig abzureißen. Damit es nie wieder einen Holocaust gibt, müssten alle nachfolgenden Generationen aus der Vergangenheit lernen.
In Karlsruhe hielten Schüler am Platz der ehemaligen Synagoge eine Mahnwache ab. In Ettlingen wurde am Mahnmal für die ehemaligen jüdischen Bürger der Stadt ein Kranz niedergelegt. Auf dem Ulmer Weinhof wurde am Abend der Zerstörung der Ulmer Synagoge und der Judenverfolgung durch die Nazis gedacht, in Rottweil trafen sich Juden und Christen zum ökumenischen Gebet am Platz vor der ehemaligen Synagoge.
Auch in Hechingen, Haigerloch und Tübingen gab es Gedenkstunden, Zeitzeugengespräche, Reden und Musik an den ehemaligen Synagogen oder Synagogenplätzen.
In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde die Stuttgarter Synagoge ebenso wie rund 1.400 Synagogen in Deutschland geschändet und niedergebrannt, jüdische Geschäfte und Privathäuser wurden zerstört. Bei den Ausschreitungen der Nazis kam es zu brutalen Übergriffen gegen die jüdische Bevölkerung. Dem 9. November 1938 folgte die Auslöschung fast des gesamten deutschen und europäischen Judentums.
Letzte Änderung am: 09.11.2009, 21.30 Uhr