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Das krisengeschüttelte Stuttgarter Pressehaus braucht dringend frisches Geld. Die Gesellschafter sollen dem Verlag von "Stuttgarter Zeitung" und "Stuttgarter Nachrichten" nach SWR-Informationen ein Darlehen in Höhe von 90 Millionen Euro gewähren.
Die Krise im Anzeigengeschäft und die teure Übernahme der "Süddeutschen Zeitung" haben den Verlag in große finanzielle Not gebracht. Vor allem der Kapitaldienst für das Darlehen zum Kauf des Süddeutschen Verlags drückt auf die Bilanz. 650 Millionen Euro hat Stuttgart für den Erwerb aufgewendet, finanziert von der Landesbank Baden-Württemberg.
Einzeln müssen die Gesellschafter jetzt entscheiden, ob sie ihrer Beteiligung entsprechend ihren Anteil zu dem 90-Millionen-Kredit beisteuern. Dies dürfte vor allem kleineren württembergischen Verlegern schwerfallen. Für sie waren die Anteile am Stuttgarter Pressehaus in der Vergangenheit häufig eine sichere Rentenversicherung. Nachdem in diesem Jahr eine Gewinnausschüttung ausbleibt, sollen sie nun frisches Geld zuschießen. Für viele eine schwierige Entscheidung, da das Darlehen nach SWR-Informationen erst nach Rückzahlung aller anderen Verbindlichkeiten zurückfließen soll.
Am Montag war bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft Stuttgart gegen Mitarbeiter des Pressehause ermittelt. Durch die Manipulation von Zeitnachweisen sollen in großem Stil Steuer- und Sozialversicherungsbeiträge hinterzogen worden sein. Ausgelöst wurden die Ermittlungen durch die Selbstanzeige eines ehemaligen Abteilungsleiters.
Der Betriebsrat hatte wohl schon 2002 darauf hingewiesen, dass er die Manipulationen bei der Zeitwirtschaft als Urkundenfälschung betrachte. Die Manipulationen seien seit vielen Jahren ein offenes Geheimnis gewesen, sagte ein Personalvertreter des Betriebsrates gegenüber dem SWR. Alle - Verlag und Mitarbeiter - hätten davon profitiert, nur eben der Fiskus nicht.
Letzte Änderung am: 04.11.2009, 10.33 Uhr