Seite vorlesen:
Interview mit Frank Elstner zu 10 Jahren „Menschen der Woche“
Zehn Jahre „Menschen der Woche“. Hätten Sie im Jahr 2000 gedacht, dass die Sendung sich so erfolgreich im SWR Fernsehen etablieren würde?
Ja, denn wenn man beim Start nicht überzeugt ist von der Idee oder einer Sendung, dann sollte man es am besten gleich lassen.
Es gibt so viele Fernseh-Talks: Was unterscheidet „Menschen der Woche“ von anderen Talkformaten?
Das entscheiden letztendlich vor allem die Zuschauer: Man sagt mir immer wieder nach, ich würde gut zuhören. Dabei kommt mir auch zugute, dass ich mich mit meinen Gesprächspartnern in der Regel allein unterhalte, dadurch kann ich einen Rahmen schaffen, der den Zuschauern, den Gästen und auch mir gut gefällt.
Was ist für Sie ein idealer „Mensch der Woche“?
Ein „Mensch der Woche“ ist einer, auf den sich die Zuschauer freuen, von dem wir alle etwas lernen, der auf- oder anregt. Einer, der bei allen den Impuls auslöst: Wir wollen „Menschen der Woche“ nicht versäumen.
Wodurch zeichnet sich für Sie ein gutes Gespräch aus?
Durch das Gegenteil von einem schlechten Gespräch. Der Volksmund drückt es prägnant aus: Der hat nichts zu sagen. Das ist ein schlechter Gast. Glücklicherweise haben mich meine Redakteure nur ganz, ganz selten mit so einem Exemplar konfrontiert ...
Wie bereiten Sie sich auf die Sendung vor?
Auf Drei Arten: Erstens laufe ich natürlich besonders aufmerksam durchs Leben und denke auch bei all meinem medialen Konsum immer daran, ob da eventuell ein Gast für mich dabei sein könnte. Zweitens werde ich von meiner Redaktion ausführlich geimpft und ich kümmere mich drittens von Donnerstag bis Samstagabend nur um die Sendung und die geplanten Gäste, die haben es wirklich verdient, dass man sich intensiv über sie, ihr Anliegen und ihr Leben informiert und sie nicht einfach hoppla hopp vor die Kamera setzt.
Gibt es einen Gast, an den Sie sich besonders erinnern?
Es ist schwer einen einzelnen herauszuheben, denn viele Gäste haben Spuren hinter- lassen. Das sehen wir auch an den Reaktionen der Fernsehzuschauer immer wieder. Und wenn es dann noch einer geschafft hat, dass wir alle herzlich lachen konnten, dann ist der so etwas wie das Sahnehäubchen...
Wenn man 400 Sendungen macht, gibt es sicher auch mal Pannen. Gibt es eine Panne, an die Sie sich besonders erinnern?
Ich hatte die berühmte Sopranisten Renate Holm zu Gast und kündigte einen Film an: „Renate Holm singt die ‚König der Nacht’“. Nach dem Film sagte sie nur: “Schön gesungen, aber ich war das gar nicht“. Der Ausschnitt zeigte nämlich Erika Köth, ebenfalls eine Ausnahmesängerin, die ich auch noch gut kannte. Diese Verwechslung hätte mir wirklich auffallen müssen. Seitdem gehen wir noch sorgfältiger mit den Archivbildern um ...
Wenn Sie die freie Wahl hätten, wen würden Sie gerne mal in Ihre Sendung einladen?
Klar: Den Papst, die britische Königin und den russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin.
Sie haben die deutsche Fernsehlandschaft maßgeblich mitgeprägt. Nun ist vieles im Wandel. Haben Sie eine Vision, wie Fernsehen der Zukunft aussehen wird?
Da sich die deutsche Fernsehlandschaft tatsächlich fast täglich verändert, ändern sich auch meine Visionen dauernd. Es gibt immer mehr Programm, dadurch auch immer mehr Makulatur und nicht unbedingt immer mehr Chancen. Wichtig in der Zukunft: Die persönliche Auswahl jedes einzelnen wird durch neue Medien und Übertragungswege dramatisch erleichtert und neue Herausforderungen für Programm-Macher bringen.
Welche Wünsche haben Sie für die Zukunft von „Menschen der Woche“?
An erster Stelle dass ich gesund bleibe und dann hoffe ich natürlich, dass das Wohlwollen der Zuschauer weiterhin dazu beiträgt, dass ich „Menschen der Woche“ noch lange machen kann.
Letzte Änderung am: 14.09.2010, 16.10 Uhr