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0:15 min

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Wanderrucksäcke im Test Gut gerüstet unterwegs

aus der Sendung vom Donnerstag, 6.10.2011 | 21.00 Uhr | SWR Fernsehen

Wandern wird immer beliebter und jeder zweite Deutsche ist inzwischen in Feld und Wald unterwegs. Damit das Vergnügen nicht zur Qual wird, ist gute Ausrüstung notwendig. Neben den Schuhen gehört der Rucksack dabei zu den wichtigsten Utensilien, denn falsche Belastung kann dem Rücken erheblich schaden.

Wandergruppe mit Rucksäcken auf einem Feldweg

MARKTCHECK testet sechs Wanderrücksäcke im Labor und in der Praxis mit einer Wandergruppe des Deutschen Alpenvereins (DAV) und dem Wanderexperten Ralf Stefan Beppler. Die Testmodelle fassen etwa 30 Liter. Vier Markenmodelle kosten zwischen 70,- und 100,- Euro. Für die zwei günstigen Eigenmarken von Karstadt und Kaufhof sind rund 50,- Euro fällig.

BezeichnungUVP / Verkaufspreis
DeuterFutura 30SL (Damen)99,95 Euro
Jack WolfskinMoab Jam 3289,95 Euro
McKinleyCougar 2869,95 Euro
VaudeBrenta 3080,- Euro
KarstadtMoorhead Evolution 28 Lady55,- Euro
KaufhofHickory Vertex 32

39,95 Euro (Preis

gesenkt von 49,95 Euro)


Frauen-Rücksäcke

Einige der Modelle im Test sind spezielle Rücksäcke für Frauen. Der Wanderexperte und Fachjournalist Ralf Stefan Beppler erklärt, dass diese Rucksäcke schmalere Träger haben, sowie anders geschwungen und an der Seite extra gepolstert sind. Dazu sitzt der Hüftgurt anders, um sich der Beckenform und der engeren Taille von Frauen anzupassen. Rücksäcke für Männer sind gerader geschnitten und länger im Rückenbereich.

Richtiger Sitz

Damit der Rucksack gut sitzt, kommt es auf den Brustgurt an. An der richtigen Stelle zusammengezogen, kann im Oberkörperbereich die Muskulatur beim Atmen entlastet werden.

Alle Rucksäcke im Test haben einen Brustgurt, aber noch wichtiger ist der Beckengurt, der auf dem Beckenknochen sitzt. Denn mit diesem Knochen wird die Last getragen und mit der Schulter nur der Rucksack stabilisiert.
Der Jack Wolfskin Moab und der Kickory von Kaufhof haben nur einen Riemen anstelle des Hüftgurtes. Damit wird kein Gewicht getragen, sondern nur stabilisiert. Gut sind dagegen die Hüftgurte beim Vaude Brenta und Deuter Futura.

Die Tester vom Alpenverein wandern drei Stunden auf dem Rheinburgenweg. An den Steigungen ist eine Lastenverstellung am Rucksack praktisch. Damit kann das Gewicht stärker an den Rücken gezogen oder beim abwärts laufen der Schwerpunkt niedriger gelegt werden, was angenehmer ist. Diese Lastenverstellung gibt es bei allen Rucksäcken außer den günstigen Modellen von Karstadt und Kaufhof.

Aufteilung

Bei der Testwanderung sind alle Rucksäcke mit fünf Kilogramm beladen, das genügt für diesen Tagesausflug. Mir rund 30 Litern Volumen würden alle Rücksäcke auch deutlich mehr Inhalt aufnehmen.
Bei der Aufteilung der Fächer und Taschen gibt es bei allen Rucksäcken wenig auszusetzen. Insgesamt schnitten bei der Ausstattung die beiden Markenmodelle von Vaude und Deuter am besten ab.

Wasserfestigkeit

Wasser wird aus Regenüberzug geschüttet

Sollte das Wetter bei der Wanderung umschlagen, haben alle Rucksäcke einen Regenüberzug. Im Labor wird getestet, ob diese Regenhüllen wirklich wasserdicht sind.
Dazu werden die verschließbaren Taschen mit Zellstoff gefüllt und die Rucksäcke genau 15 Minuten in einem Winkel von 45 Grad beregnet. Einen kurzen Schauer sollten die Rucksäcke eigentlich trocken überstehen.
Aber der Mc Kinley und der Jack Wolfskin sind nach 15 Minuten völlig durchnässt, nicht nur unter dem Überzug, sondern auch innen. Trocken bleiben nur der Moorhead Rucksack von Karstadt und die Modelle von Deuter und Vaude. Zusätzlicher Pluspunkt beim Vaude: Sogar ohne Regenüberzug wird er innen kaum nass.

Ganz anders beim Hickory von Kaufhof und dem Jack Wolfskin: Ohne Hülle finden sich in beiden jeweils 1,8 Liter Wasser nach der Beregnung.

Insgesamt am besten bei der Materialprüfung: der Vaude Rucksack. Er bleibt mit und ohne Überzug trocken. Das Deuter- und das Karstadt-Modell überzeugen dagegen nur mit Überzug. Ohne wurden sie etwas feucht.

Zusätzlich mussten sich die Rucksäcke in einen Dauerbelastungstest beweisen. Mit zwölf Kilogramm beladen, mussten sie 24 Stunden durchhalten. Das schafften alle. Nähte und Gurte zeigten keinen Verschleiß.

Tragekomfort

Nach zwei Stunden Wanderung kommen die ersten Beschwerden der Wanderer. Obwohl der Deuter Futura insgesamt gut sitzt, scheuert er am Kopf. Das ist lästig und die Trägerin kann den Kopf nicht weit herumdrehen.
Der McKinley ist dem Träger hinten etwas zu dicht. Es kommt zu wenig Luft an den Rücken, um das Schwitzen zu vermeiden.
Der Jack Wolfskin Moab ist etwas zu lang und die untere Kante zu hart. Der Rucksack sitzt mehr auf dem Gesäßmuskel und nicht auf der Taille.
Nur der Träger des Vaude Brenta ist restlos zufrieden, der damit klarer Sieger beim Tragekomfort ist.

Der Vaude Brenta 30 ist am Ende auch klarer Sieger im MARKTCHECK-Test, regenfest und mit dem besten Tragekomfort. Der teurere Deuter Futura 30SL ist nur Mittelmaß wegen seiner Schwächen beim Tragekomfort.
Klarer Testverlierer ist der Jack Wolfskin Moab Jam 32, da er weder regenfest noch gut zu tragen ist.

Die Feuchtigkeitsprüfung im Detail

Für die Prüfung wurden 300 Gramm Zellstoff pro Rucksack in alle verschließbaren Taschen verteilt. Unmittelbar nach der 15minütigen Beregnung in einem Winkel von 45 Grad wurde ermittelt, welche Wassermenge der innenliegende Zellstoff aufgenommen hat.

Mit ÜberzugOhne Überzug
DeuterFutura 30SL6 Gramm218 Gramm
Jack WolfskinMoab Jam 32 394 Gramm1782 Gramm
McKinleyCougar 28476 Gramm790 Gramm
VaudeBrenta 306 Gramm35 Gramm
Karstadt

Moorhead Evolution 28


4 Gramm275 Gramm
KaufhofHickory Vertex 3224 Gramm1810 Gramm

Wanderrucksäcke im Test

MARKTCHECK,  6.10.2011 | 7:26 min

Letzte Änderung am: 06.10.2011, 21.00 Uhr

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MARKTCHECK-Reporter Axel Sonneborn
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