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Private Wachdienste Geschäft mit der Sicherheit boomt

Zum Jahreswechsel waren bundesweit mehr Security-Dienste im Einsatz als in den Vorjahren. 2016 wird für die Branche wohl ein Rekordjahr. Wer einen Job sucht, wird hier fündig - mit Sicherheit.

Die Schulter eines Securitymitarbeiters, im Hintergrund sind Geschäfte zu sehen.

Security vor Geschäften und Einkaufszentren - inzwischen nichts ungewöhnliches mehr

Bundesweit seien mehr Wachdienste im Einsatz gewesen als in den Vorjahren, sagte eine Sprecherin des Bundesverbands der Sicherheitswirtschaft dem SWR. Die Nachfrage nach Sicherheitspersonal habe zum Jahresende noch einmal angezogen. Auch die privaten Sicherheitsdienste in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz hatten zum Jahreswechsel alle Hände voll zu tun.

Das Security-Geschäft boomt

Ein mit einer Pistole bewaffneter Polizeibeamter steht am 16.02.2015 in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen) während des Rosenmontagszuges auf der Königsallee.

Sicherheit auf Volksfesten und Großveranstaltungen

Sie bewachen Veranstaltungen und Partys genauso wie Firmengebäude und Schulen - private Sicherheitsdienste haben Hochjunktur, das Geschäft brummt. Der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft geht davon aus, dass 2016 umsatztechnisch ein Rekordjahr wird. Bereits 2015 setzte die Branche bundesweit fast sieben Milliarden Euro um. Das waren im Vergleich zu 2014 satte 15 Prozent mehr. Gründe für die gestiegenen Umsätze gibt es viele.

Auch das Sicherheitsgeschäft zum Jahreswechsel lief zum Beispiel richtig gut, die Aufträge haben zugenommen. Viele Menschen seien aufgrund der aktuellen Sicherheitslage und der Vorfälle in Köln im vergangenen Jahr verunsichert, heißt es vom Marktführer Securitas, der in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz Niederlassungen hat.

Großveranstaltungen, Volksfeste, Fußballspiele - mehr private Wachdienste

Security-Mitarbeiter beim Rundgang in der LEA Meßstetten

Security-Mitarbeiter in Flüchtlingsunterkünften

Das gesamte Jahr über hatten die privaten Sicherheitsdienste im Südwesten extrem viel zu tun. Seien es Großveranstaltungen wie das Cannstatter Volksfest in Stuttgart, Fußballspiele in der ersten oder zweiten Bundesliga oder die Weihnachtsmärkte zum Beispiel in Trier oder Ludwigshafen - fast überall wurde das Sicherheitspersonal 2016 noch einmal erhöht.

Laut Securitas würden aber auch gestiegene Einbruchszahlen und der Zuzug der Flüchtlinge für mehr Arbeit sorgen.

Technische Neuerungen: Mit Lautstärke Einbrecher erschrecken

Die Sicherheitsbranche reagiert darauf auch mit technischen Maßnahmen. Neuerdings werden mobile Videokameras eingesetzt, die in Minutenschnelle aufgebaut sind und dann bestimmte Bereiche überwachen. Die Kameras sind mit GPS-Sensoren, Temperaturmelder und Lautsprecher ausgestattet. Das Sicherheitspersonal kann also durch laute Ansagen mögliche Einbrecher abschrecken.

Sicherheitsdienste suchen Personal

Security-Kontrolle vor der Donauhalle als Teil einer Performance  von Mario de Vega

Security: Kontrollen vor Veranstaltungshallen

Obwohl die Technik in den vergangenen Jahren vorangeschritten ist, gilt die Sicherheitsbranche weiterhin als Job-Motor. Bundesweit arbeiten hier knapp 250.000 Menschen. In Baden-Württemberg sind es 25.000, in Rheinland-Pfalz 6.000. Tendenz: weiter steigend. Fast alle Sicherheitsdienste suchen aktuell händeringend nach Personal. Wer also auf der Suche nach einem Job ist, wird hier fündig - mit Sicherheit.

Von Tobias Frey, SWR Wirtschaft und Umwelt | Online: Heidi Keller

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