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SENDETERMIN Di, 13.12.2016 | 20:15 Uhr | SWR Fernsehen

Preisspielchen Wie der Handel im Weihnachtsgeschäft trickst

Weihnachten ist der Umsatzgarant im Einzelhandel. Trotz erhöhter Kauflaune in der Vorweihnachtszeit sorgen der Preiskampf und die zunehmende Preistransparenz im Internet dafür, dass manche Produkte, wie Elektronikartikel zum Beispiel, günstiger werden. Bei anderen wiederum purzeln nach Weihnachten die Preise. Ein Gutschein verschenken macht dann mehr Sinn. Marktcheck hat über drei Monate die Preise einiger der beliebtesten Weihnachtsgeschenke im Einzelhandel überprüft. Welche Produkte sind teurer geworden, welche günstiger? Und wann macht es Sinn, erst nach den Feiertagen zum Shoppen in die Stadt zu fahren?

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Die Verkaufsschlager im diesjährigen Weihnachtsgeschäft: Elektronik, Spielsachen und Parfüm. Geschenke, die die meisten haben wollen. Und das nutzt der Handel bei seiner Preisgestaltung trickreich aus. Begehrte Ware ist teuer und gleichzeitig locken jetzt zahlreiche Rabattaktionen. Bei den Weihnachtseinkäufern herrscht Verunsicherung. Wann gibt‘s denn nun die besten Schnäppchen? Wie verändern sich die Preise im Weihnachtsgeschäft? Das wollten wir wissen und haben von Oktober bis Dezember bei MediaMarkt, Douglas und Galeria Kaufhof die Preise verglichen.

Spielwaren

Bei Spielwaren sind die Preisveränderungen von Oktober bis Dezember besonders auffällig: Alle Produkte von Playmobil sind in unserer Stichprobe bei Galeria Kaufhof teurer geworden. Beispielsweise das „Familien-Wohnmobil“ kostete im Oktober 33 Euro, im November und Dezember wurde es dann für 38 Euro verkauft. Ein Anstieg von 15 Prozent. Und auch die Spielwaren von Lego wurden in den drei Monaten teurer: Im Oktober kostete beispielsweise der Schaufelradbagger 200 Euro, im November 210 Euro und im Dezember wurden schließlich 220 Euro dafür verlangt.

Andreas Kapke ist Professor für Marktforschung an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg und weiß den Grund dafür: "Lego, Playmobil, das sind immer noch die Klassiker und da kommt’s dann auf 20 oder 30 Euro am Ende des Tages nicht an. Das nutzt der Handel bis zu einem gewissen Grad aus."

Bei Spielwaren gilt daher: Aufgepasst – kurz vor Weihnachten kann man hier kaum noch Schnäppchen machen.

Die Preisvergleichsseite günstiger.de hat für uns außerdem geschaut, wie sich die Preise im Internet im diesjährigen Weihnachtsgeschäft von den Preisen im Laden unterscheiden. Das Ergebnis: Spielwaren können im Internet bis zu 13 Prozent günstiger geshoppt werden.

Elektronikprodukte

Bei Elektronikprodukten sieht die Lage anders aus als bei den Spielwaren: Hier gibt es kurz vorm Weihnachtsfest noch jede Menge Schnäppchen. Beispielsweise eine Nespresso-Maschine. Ihr Preis im Oktober lag bei rund 140 Euro, im November bei 122 Euro und im Dezember kann man die Kaffee-Maschine bereits für 114 Euro erwerben. Sie ist damit grob 19 Prozent günstiger geworden.

Ein noch extremeres Beispiel ist die XBOX One. Bei Mediamarkt kostete sie zu Beginn unserer Beobachtungen 299 Euro. Einen Monat später, im November, wurde sie auf 249 Euro reduziert – und im Dezember fällt ihr Preis nochmal: Nur noch 222 Euro kostet die Spielkonsole kurz vor Weihnachten. Das sind insgesamt 25 Prozent Rabatt.

Andreas Kaapke vermutet, dass dahinter eine Preisreduzierungsstrategie steckt. Dadurch sollen nochmal Anreize zum Kauf geschaffen werden.

Es gibt aber auch Ausnahmen: Bei den neuesten und beliebtesten Modellen der Marktführer hält der Handel die Preise stabil – zum Teil zieht er sie sogar noch an. Andreas Kaapke konnte dieses Trend vor allem bei Smartphones feststellen: „Das muss unterm Baum liegen – koste es was es wolle und da kann man den Preis relativ hoch halten.“

Bei Elektronik-Produkten gilt daher: Vielen Artikeln bekommt man kurz vor Weihnachten zum Schnäppchenpreis. Ausgenommen davon sind neue und besonders beliebte Modelle, beispielsweise bei Smartphones.

Die Plattform günstiger.de hat für uns auch bei Elektronik-Produkten die Preisunterschiede zwischen Internet und Laden analysiert. Wer ein Smartphone, Fernseher oder Tablet kaufen möchte, kann im Onlinehandel durchschnittlich 14 Prozent sparen.

Parfüm

Beim Geschenke-Klassiker Parfüm haben sich in den drei Beobachtungsmonaten keine großen Schwankungen gezeigt. Allerdings konnten wir große Unterschiede zwischen Angeboten im Einzelhandel und im Internet feststellen. Beispielsweise der Duft „La Panthère“ von Cartier kostet bei Douglas im Laden dauerhaft 115 Euro. Bei Amazon kann man das Parfüm schon für 74 Euro kaufen. Das sind rund 36 Prozent weniger. Die Preisvergleichsseite günstiger.de konnte eine ähnliche Tendenz feststellen: Beim diesjährigen Weihnachtsgeschäft sind Parfüms im Internet rund 41 Prozent günstiger als im Laden.

Bei Parfüm gilt daher: Im Einzelhandel sind die Preise für Parfüm stabil – im Internet können vor Weihnachten aber gute Schnäppchen gemacht werden.

Welche Produkte sind im neuen Jahr günstiger?

Manche Produkte sollten erst nach Weihnachten gekauft werden, weiß Experte Andreas Kaapke: „Da hat der Handel jetzt relativ clever reagiert die letzten Jahre. Hat festgestellt: der Anteil der Gutscheine und Geldgeschenke steigt. Das heißt, wer greift’s ab? Der der noch mal Anreize schafft. Und das haben wir so bis etwa heilige drei Könige.“
Bis dahin lockt der Handel also nochmal verstärkt mit Rabattaktionen. Besonders günstig bekommt man nach den Feiertagen vor allem Haushaltswaren, Möbel und Klamotten.

Bei Haushaltswaren, Möbeln und Klamotten gilt daher: Mit dem Kauf bis zum neuen Jahr warten – dann können noch ein paar Schnäppchen geshoppt werden.

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