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Fernsehen im SWR

Wohnungssuche Von Bruchbuden und Mietenwahnsinn

MARKTCHECK deckt auf

aus der Sendung vom Donnerstag, 10.11.2011 | 21.00 Uhr | SWR Fernsehen

Der Wohnraum in Deutschlands Städten wird knapp. Besonders betroffen sind unsere Großstädte. Wir gehen in Stuttgart auf Wohnungssuche und sind dabei, wenn Interessenten bei einem Massen-Besichtigungstermin um den Zuschlag kämpfen, wenn Makler für Bruchbuden abkassieren und wenn die Luxuswohnung erst noch vom Schimmel befreit werden muss. MARKTCHECK deckt auf.

Ein Mann in einer leeren Wohnung

Private Anbieter statt Makler

Rund 900 Mietwohnungen werden Anfang November 2011 im Internet in Stuttgart angeboten. Die günstigste für 150,- Euro, die teuerste kostet rund 4.000,- Euro Miete pro Monat. Die meisten Angebote sind von Maklern eingestellt. Doch die verlangen eine Provision. Üblich sind zwei Monatsmieten plus Mehrwertsteuer. Schnell kommen so über 1.000,- Euro zusammen. Weil wir uns dieses Geld sparen wollen, suchen wir nur bei privaten Anbietern.

Möbel werden teuer mitvermietet

Unsere erste Wohnung in Stuttgart: 2 Zimmer, Küche, Bad, vollmöbliert, 1.080,- Euro warm, sagt uns der Vermieter, der selbst noch die Wohnung nutzt. Unseren Besichtigungstermin hatte er erst einmal vergessen. Das Problem in diesem Fall: Abkassiert wird über die Möbel: Unsere eigenen dürfen wir nicht mitbringen, stattdessen schläft man im Billig-Ambiente. Mit den Möbeln rechtfertigt der Vermieter den hohen Mietpreis: Unglaubliche 300,- Euro sollen wir allein für das Mobiliar bezahlen.


Sanierung erwünscht: Rissige Wände, undichte Fenster

Unser nächster Besichtigungstermin wartet: 3 Zimmer, Küche, Bad oberhalb von Garagen für 790,- Euro warm. Hier möchte der Vermieter gar nicht mitkommen. Den Schlüssel können wir in einem Baguette-Laden abholen, müssen dafür ein Pfand hinterlegen. Eine loft-ähnliche Wohnung wurde uns am Telefon versprochen. Was uns tatsächlich erwartet, können wir kaum glauben. Die Wohnung ist in einem völlig desolaten Zustand: Schimmel in den Ecken, der Teppichboden total verdreckt, Risse in den Wänden, durch die Fenster pfeift der Wind. Dabei sei die Wohnung sofort beziehbar, so steht es zumindest in der Anzeige. Unvorstellbar, wie viel Miete wir dafür bezahlen sollen. Auf Nachfrage bietet der Vermieter an, für eine Eigensanierung, die Kaltmiete um 40,- Euro im Monat zu senken. Eine Komplett-Sanierung auf unsere Kosten lehnen wir allerdings ab.

Massenandrang für Mini-Appartement

Der dritte Versuch ist eine 1-Zimmer-Wohnung mit Kochnische und Bad für 415,- Euro warm. Hier sind wir nicht allein - bis zu 20 Interessenten schieben sich bei dieser Massenbesichtigung durch die enge 19-Quadratmeter-Wohnung im Dachgeschoss. Den völlig überteuerten Preis von 22,- Euro pro Quadratmeter begründet der Vermieter mit der guten Lage. Und er ist umschwärmt: Jeder versucht im Getümmel irgendwie einen Eindruck zu hinterlassen, um den Zuschlag für die Wohnung zu bekommen.

Fazit: Überhöhte Preise, schlechter Wohnungszustand, unzumutbare Besichtigungstermine

Wir waren nur zwei Tage in Stuttgart auf Wohnungssuche, aber was wir erlebt haben, mutet an, wie der reine Wahnsinn: Möbel, die wir teuer mieten müssen, katastrophale Wohnungen, die wir für den Vermieter sanieren sollen und Massenbesichtigungen, bei denen sich die Interessenten auf die Füße treten. Eine schöne und bezahlbare Wohnung in Stuttgart zu finden, erscheint ein echtes Glücksspiel.

Tipps für die Wohnungssuche: Wer dringend eine Wohnung sucht, kommt um die Dienste eines Maklers selten herum. Und dann folgt der Fragebogen des Vermieters. Wo findet man einen Mietspiegel? Was dürfen Vermieter und Makler verlangen? [mehr]

Wohnungssuche

MARKTCHECK,  10.11.2011 | 5:29 min

Letzte Änderung am: 10.11.2011, 16.26 Uhr

Wohnungssuche

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MARKTCHECK-Reporter Axel Sonneborn
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