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0:25 min

Fernsehen im SWR

Handwerker im Test Elektriker auf Fehlersuche

aus der Sendung vom Donnerstag, 19.1. | 21.00 Uhr | SWR Fernsehen

Wer ein wenig Geschick mitbringt, kann zu Hause kleine Reparaturen oft selbst übernehmen. Aber an die Elektrik beispielsweise sollte man nur Fachleute lassen. Ob die immer wissen, was sie tun, hat MARKTCHECK mit einem Gutachter beobachtet und Überraschendes herausgefunden.

Monitor der versteckten Kamera

In einer Doppelhaushälfte fällt immer wieder das Licht aus. Der Grund liegt nicht im alten Sicherungskasten des Lockvogels, sondern an einer manipulierten Steckdose in der Küche. Den Fehler baut ein Gutachter für Elektrotechnik ein, der gemeinsam mit MARKTCHECK die drei um Hilfe gerufenen Elektriker mit versteckter Kamera beobachtet.

Einfacher Fehler

Der Elektrotechniker erklärt vorher, dass bei solchen Kurzschlüssen eine lange Fehlersuche bevorstehen kann. Den Fehler müsste ein geübter Elektriker mit strukturierter Suche jedoch in etwa 45 Minuten finden.

Der erste Techniker eines örtlichen Fachbetriebes kommt pünktlich, überprüft zuerst den Sicherungskasten im Keller und regt sich über die alte Anlage auf.
Der Experte vermisst aber Fragen an die Hausherrin, welche Umstände zu dem Fehler führen, ob handwerkliche Arbeiten an den Wänden gemacht oder Bilder aufgehängt wurden.
Er empfiehlt, als Kunde selbst die Fehlerumstände möglichst genau zu beschreiben, wenn der Handwerker nicht selbst fragt, am besten schon am Telefon.

Nach der einkalkulierten Zeit von 45 Minuten ist der Handwerker noch immer im Keller tätig. Der Experte lässt die Fehlersuche unter einem Vorwand abbrechen. Der Handwerker zieht betont langsam davon. Nach der Information, dass die Hausherrin dringend weg müsse, brauchte er noch mehr als eine halbe Stunde, um die Rechnung zu schreiben und sein Material wegzuräumen.
Die lange und trotzdem erfolglose Arbeitszeit wird vollständig zu Lasten des Kunden berechnet.

Gezielte Suche

Offene Steckdose

Der nächste Fachbetrieb schickt gleich zwei Techniker. Der Lockvogel musste zuerst im ganzen Haus alle elektrischen Geräte ausschalten, danach sämtliche Lichtschalter betätigen, um auszuschließen, dass es daran liegt.
Der Experte findet die Vorgehensweise, den Fehler so einzugrenzen, sehr gut. Es folgt ein Musterbeispiel an Teamarbeit. Die Elektrotechniker teilen sich auf und gehen clever vor, dem Fehler auf die Schliche zu kommen. Einer schaltet den Sicherungsstromkreis ein. Dabei kann man möglicherweise an mancher Stelle einen Funken überspringen hören und sich daran orientieren, erklärt der Experte.
Auch wenn es zunächst kurios anmutet, finden die beiden Techniker so schnell die richtige Stelle und den Fehler. Die Steckdose ist in kürzester Zeit erneuert.
Nach weniger als einer Stunde ist das Elektrikproblem im Haus gelöst. Unterschrieben wird nur ein Arbeitsnachweis, die Rechnung kommt mit der Post.
Als Kunde sollte man Rechnungen übrigens generell nicht bar bezahlen, denn Handwerkerkosten kann man steuerlich absetzen. Das gelingt jedoch nur, wenn man dem Finanzamt auf Anfrage nachweisen kann, dass der Rechnungsbetrag überwiesen wurde, beispielsweise durch einen Kontoauszug oder Überweisungsbeleg.

Interesseloses Arbeiten

Auch der dritte Handwerksbetrieb kommt zu zweit, mit leichter Verspätung. Man sei nur der Ersatz. Für die Sicherungsanlage des Altbaus bringen die Techniker ebenfalls wenig Begeisterung auf. Einer der Elektriker bekam beim Anblick sogar unglaublich schlechte Laune, schildert die Hausherrin. Wahrscheinlich in Folge der schlechten Laune passiert ihm ein grober Fehler. Mit einem Werkzeug rutscht er ab und produziert einen zusätzlichen Kurzschluss. Angeblich habe sein Helfer nicht richtig geleuchtet.
Die Fehlersuche gestaltet sich auch im weiteren Verlauf nicht einfacher. Die beiden Elektriker erscheinen ratlos, so der Experte.

Verteilerdose, offen

Mittlerweile am späten Nachmittag wird das Licht knapp und der Handwerker rabiat. Auf der Suche nach Abzweigdosen reißt er mit bloßen Händen die Holzverkleidungen von den Wänden. Obwohl ihn die Hausherrin darauf anspricht und erklärt, dass sie das nicht will, macht er weiter.

Wenn ein Handwerker so mutwillig etwas zerstört, dann muss er dafür haften. In solchen Fällen hilft nur, mit eindeutigen Worten stoppen und wegschicken.. Alles Weitere muss mit der Firma geklärt werden. Auf keinen Fall sollte man eine Rechnung bezahlen, so lange noch um den Schadenersatz gestritten wird.

Diese mangelhafte Leistung wird jedoch noch gekrönt. Nach den Arbeiten hinterlässt der Elektriker unverschlossene Abzweigdosen und Verteilungen, auf die nicht die Abdeckung mit einem Berührungsschutz montiert wurden. Das kann beides lebensgefährlich sein.
Solche Verstöße gegen Sicherheitsbestimmungen sollte man unbedingt dem Handwerksbetrieb melden. In besonders schweren Fällen, wie diesem, gilt: Zusätzlich die Handwerkskammer oder die Verbraucherzentrale einschalten.


Handwerker im Test

MARKTCHECK,  19.1.2012 | 6:25 min

Letzte Änderung am: 19.01.2012, 21.00 Uhr

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MARKTCHECK-Reporter Axel Sonneborn
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