MARKTCHECK-Reporter
aus der Sendung vom Donnerstag, 19.1. | 21.00 Uhr | SWR Fernsehen
Inzwischen können sich Kunden ihren Gasanbieter genauso aussuchen wie den Strom- oder Telefonanbieter. Der Wechsel zu einem günstigeren Unternehmen ist dabei eigentlich ganz einfach und man kann viel Geld sparen, auch wenn das Erdgas weiter aus der gleichen Leitung kommt. Doch beim Gasversorgerwechsel können Pannen passieren, die den Kunden teuer zu stehen kommen. Lässt der alte Gasanbieter nicht mit sich reden, obwohl er eindeutig einen falschen Zählerstand abrechnet, ist das ein Fall für den MARKTCHECK-Reporter Axel Sonneborn.
Heike und Thomas L. wechseln beim Umzug in ihr neues Haus von Eon Mitte zu Eprimo, da sie sich schon länger über die hohen Energiepreise ärgern. Alles scheint reibungslos zu funktionieren. Doch plötzlich flattert der Familie eine hohe Rechnung ins Haus. Für gerade drei Monate Gasverbrauch sollten sie stolze 1.300,- Euro zahlen, fast drei Mal so viel wie üblich.

Heike L. prüft alle Unterlagen und stellt fest, dass der Zählerstand falsch angegeben ist. Sie wendet sich zuerst an Eprimo und wird an Eon verwiesen. Zahlreiche Anrufe bei der Servicenummer mit immer neuen Gesprächspartnern, denen sie den ganzen Sachverhalt erneut schildern muss, bringen kein Ergebnis. Das Geld wurde aber trotzdem abgebucht.
Warum Eon einen falschen Zählerstand übermittelt hat, bleibt unverständlich. Die richtige Zählerablesung ist eindeutig nachweisbar, aber Eon bleibt stur und ändert den Stand nicht. Heike und Thomas L. fahren sogar extra in die rund 100 Kilometer entfernte Zentrale in Kassel, um einen kompetenten Entscheider zu finden. Tatsächlich wird ihnen versprochen, zu helfen. Es passierte aber wieder nichts.
Eigentlich ist so ein Gasanbieterwechsel völlig unkompliziert. In der Regel kümmert sich der neue Versorger um alle Formalitäten. Der Ablauf ist genau vorgeschrieben. Doch gerade beim Abgleich der Kundendaten gibt es immer wieder Probleme. Dann zahlen Kunden möglicherweise doppelt oder haben endlosen Ärger.
Der MARKTCHECK-Reporter Axel Sonneborn hakt bei Eon Mitte nach. Doch vor der Kamera will man nicht Stellung beziehen. Schriftlich teilt man mit, dass es im Abrechnungssystem interne Probleme gegeben habe. Deshalb wurde der Zählerstand falsch übermittelt. Man verspricht, sich bei der betroffenen Familie in aller Form zu entschuldigen und die Zählerstände sofort zu korrigieren.
Immer wieder sollen Software- und Systemfehler Schuld an Problemen bei einem solchen Datenabgleich sein. Sind das nur Ausreden? Die Kunden werden bei einem Anbieterwechsel meist allein gelassen und die Schuld an Verzögerungen zwischen altem und neuen Versorger hin- und hergeschoben. Falsche Zählerstände und unvollständige Kundendaten sind nur zwei Beispiele. Kunden sollten bei einem Wechsel deshalb immer selbst auf genaue Angabe ihrer Daten achten, die Zählerstände kontrollieren und unter Zeugen notieren. Außerdem sollte man nicht selbst kündigen, sondern dies dem neuen Versorger überlassen.
Letzte Änderung am: 19.01.2012, 21.00 Uhr