MARKTCHECK-Reporter
aus der Sendung vom Donnerstag, 17.11.2011 | 21.00 Uhr | SWR Fernsehen
Nachnahmesendungen der Post sollen eigentlich beide Seiten bei Geschäften absichern: Der Empfänger erhält sein Paket gegen Zahlung und dem Absender überweist die Post dann das Geld. Doch wenn der scheinbar übermächtige Postkonzern die Auszahlung verzögert und auf Nachfragen des Kunden nicht reagiert, ist das ein Fall für den MARKTCHECK-Reporter Axel Sonneborn.

Klaus S. ist leidenschaftlicher Motorradfahrer und verkauft gelegentlich gebrauchte Ersatzteile. Über eine Anzeige in einem Fachmagazin findet er auch einen Käufer für seinen Zündverstärker. Zur Sicherheit einigen sich beide auf Zahlung bei Lieferung - per Nachnahme. Doch bei der Post geht wohl etwas schief.
Eigentlich überweist die Post das vom Empfänger vereinnahmte Geld an den Absender, also auf das Konto von Klaus S. Zwar machte er beim Ausfüllen des Formulars einen kleinen Fehler bei der Kontonummer, konnte das aber innerhalb von drei Tagen korrigieren. Trotzdem wartet er drei Monate auf seine 95,- Euro. Auch mehrfache Nachfragen bei der Post bringen ihn nicht weiter.
Klaus S. ruft mehrmals kostenpflichtige 0185-er Service-Nummern an, schickt sogar ein Einschreiben, doch es kommt keine Reaktion. Mit einem zweiten Einschreiben setzt er eine Frist, die ebenfalls kommentarlos verstreicht.
Klaus S. sieht seine letzte Chance, den MARKTCHECK-Reporter einzuschalten.
Auf Nachfrage erklärt ein Sprecher der Post, dass man nach der Feststellung der falschen Kontonummer sehr schnell eine Rückmeldung mit der richtigen Nummer bekommen habe. Diese sei auch in der Datenbank hinterlegt worden. Bei der Post wurde jedoch in der Datenbank der Nachname von Klaus S. einmal falsch angegeben. Damit konnten die vorhandenen Informationen nicht richtig zusammengeführt werden.
Auch die Anrufe und Schreiben von Klaus S. wurden richtig aufbereitet. Dann wirkte sich aber wahrscheinlich wieder der Fehler beim Namen aus. Wegen einer fehlenden Übereinstimmung wurde das Geld nicht ausgezahlt, so ein Postsprecher.
Die Post entschuldigt sich immerhin für den Fehler und will das Geld schnell überweisen. Ob dieser Fehler aber trotz der Hartnäckigkeit von Klaus S. ohne den MARKTCHECK-Reporter aufgefallen wäre, bleibt fraglich.
Kunden sollten auch gegenüber scheinbar übermächtigen Unternehmen bei berechtigten Forderungen hartnäckig bleiben, per Einschreiben mit Rückschein eine Frist setzen und gegebenenfalls einen Mahnbescheid erwirken.
Letzte Änderung am: 17.11.2011, 21.00 Uhr