aus der Sendung vom Donnerstag, 17.11.2011 | 21.00 Uhr | SWR Fernsehen
Eigentlich kaufen Frauen gern ein. Doch der wöchentliche Lebensmittelgroßeinkauf nervt dann doch die meisten. Alternativen gibt es inzwischen eine ganze Menge im Internet. In einer Stichprobe sollen sich einige Lebensmittellieferanten aus dem Netz beweisen.
Das Einkaufen mit kleinen Kindern macht den Besuch im Supermarkt zur Schwerstarbeit. Deshalb versucht Lene J. für MARKTCHECK ihren Einkauf am Computer zu erledigen. Das Angebot ist riesig. Unbekannte Anbieter sind genauso vertreten, wie die großen der Branche. Die Seiten ähneln anderen Online-Shops, nur dass es statt Schuhen Wurst, Käse und Toastbrot gibt.

Erst der zweite Blick macht dann klar, dass nicht jeder Markt im Internet in Frage kommt. Manche liefern nur in bestimmten Regionen und bei anderen muss man die Ware selbst abholen. Da nach Hause geliefert werden soll, probiert Lene J. vier Online-Angebote aus.
Sie bestellt bei Edeka, dem klassischen Händler, Tegut, mit Schwerpunkt auf Bio, Froodies, dem ersten Frische-Markt im Netz und Lieferladen, einem regionalen Online-Supermarkt. In den Online-Einkaufswagen sollen jeweils Vollkorn-Brot, Frischmilch, Erdbeerjoghurt, Eier, Butter, Schnittkäse, ein Stück Rindfleisch, Kopfsalat, Bananen und Schoko-Kekse.
Bei Edeka lässt sich kaum ein Artikel von der Liste finden. Die Suche dauert lange und Lene J. konnte keine frischen Produkte bestellen. Der klassische Händler fällt schon bei der Bestellung durch.

Bei Tegut landen Brot, Butter, Käse, Fleisch und Kekse schnell im Warenkorb. Milch gibt es aber nur im Dreier-Pack, Joghurt, Salat, Bananen und Eier gar nicht. Dafür kommt der Hinweis, dass man mehr kaufen solle, um Lieferkosten zu sparen.
Auf Anhieb problemlos bestellen kann Lene J. bei Froodies und auch Lieferladen, der regionale Anbieter überrascht positiv. Besonders gut gefällt Lene J. die Handhabung der Seiten. Nach Eingabe des Suchbegriffes, beispielsweise Vollkornbrot, erscheint der Artikel schnell und kann bestellt werden.
Bezahlt werden muss immer im Voraus, ohne zu wissen, ob wie Ware wirklich frisch ankommt.
Am nächsten Tag liefern jedoch alle tatsächlich wie bestellt, Tegut und Froodies durch bekannte Paketdienste. Der regionale Lieferladen schickt eigene Fahrer, die zur ausgewählten Zeit kommen.
Die Qualität der gelieferten Lebensmittel bewertet der Ernährungsberater Sven Bach. Vom Tegut-Paket ist er nicht überzeugt und erklärt, dass das Kondenswasser im Paket nicht gut für die Lebensmittel ist. Da Lene J. keine Bananen bestellen konnte, wählte sie als Ersatz Äpfel, deren Qualität bei Lieferung gut ist. Auch die Temperatur von Fleisch, Butter und Käse passt. Lene J. fehlte jedoch die Möglichkeit bei Tegut frischen Salat, Eier und Joghurt zu bestellen. Lebensmittel, die ihre Familie täglich benutzt.
Dafür ist die Rechnung sehr hoch. Waren für knapp 40,- Euro, dazu eine Kleinmengenzuschlag, Frischezuschlag und Versand: Insgesamt fast 70,- Euro.
Bei Froodies ist jedes Produkt einzeln verpackt. Styroporboxen und Gel-Akkus garantieren ideale Kühlschrankkälte. Der Ernährungsexperte Sven Bach stellt fest, dass alle Temperaturen eingehalten wurden. Im Styroporbehälter herrschen 1,4 Grad Celsius, gerade für das mitbestellte Fleisch die ideale Temperatur. Nur der übrigbleibende Müllberg ist ihm ein Dorn im Auge. Die Kosten sind dafür jedoch deutlich geringer, mit Kühlzuschlag und Versand knapp 35,- Euro.
Lieferladen wählt umweltbewusste Papiertüten. Die Milchprodukte sollten bei Anlieferung und auch nach dem Transport etwa acht Grad Celsius haben. Milch und Joghurt sind jedoch zu warm. Das Frischfleisch sollte die ganze Zeit mindestens vier Grad kalt sein. Mit gut acht Grad Celsius sei das Fleisch nicht akzeptabel, so der Experte.
Immerhin ist die Rechnung übersichtlich mit knapp 5,- Euro Lieferpauschale und geht mit insgesamt 37,- Euro in Ordnung.

Das Ergebnis enttäuscht. Bei Tegut ist die Auswahl zu klein und er Preis dafür viel zu hoch. Froodies liefert mit der Ware große Mengen Verpackungsmüll. Lieferladen überzeugt nicht ganz bei der Qualität.
Lene J. würde in Ausnahmefällen auf die Lebensmittellieferanten aus dem Internet zurückgreifen. Den Einkaufswagen will sie aber weiter durch den echten Supermarkt schieben.
Letzte Änderung am: 17.11.2011, 21.00 Uhr