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Fremde Mikroorganismen Wie gefährlich ist Saharastaub?

Saharastaub wird seit Jahrhunderten zu uns geweht. In den Alpen wurde jetzt zwischen Schnee und Eis konservierter Sand untersucht - und widerstandsfähige Pilze und Bakterien gefunden.

Wenn es regnet, bildet sich aus den Partikeln ein schmieriger Film

Wenn es regnet, bildet sich aus den Saharasand-Partikeln ein schmieriger Film

Kein Grund zur Panik: Saharastaub wird seit Jahrhunderten zu uns herüber geweht - zehn bis 20 Mal pro Jahr misst der Deutsche Wetterdienst (DWD) größere Sandtransporte, die auf deutschem Boden messbar sind. Es ist auch nicht neu, dass damit fremde Pilze und Bakterien bei uns ankommen. Der Regen verdünnt die Konzentration der Mikroorganismen und macht sie unschädlich.

Untersuchung von Eis und Schnee in den Alpen

Saharasand kommt über die Alpen bis zu uns

Saharasand kommt über die Alpen bis zu uns

Anders ist das in den Alpen, wo der Sand in Schnee und Eis konserviert wird. 2014 wurde sehr viel Saharasand zwischen zwei Schneeschichten gespeichert.

Genau den haben österreichische und italienische Forscher untersucht. Gefunden haben sie besonders widerstandsfähige Pilze und Bakterien. Diese Mikroorganismen können im Eis bis zu 200 Jahre überleben. Als Folge des Klimawandels geben die schmelzenden Gletscher und Schneeschichten diese Mikroorganismen frei.

Jetzt soll erforscht werden, ob von diesen Mikroorganismen Gefahren ausgehen und wie man möglicherweise Schutzmaßnahmen ergreifen könnte. Die Frage lautet: Was könnten schädliche Mikroorganismen aus Afrika bei Pflanzen, Tieren und Menschen in Europa anrichten? In trockeneren Regionen der Welt konnte nachgewiesen werden, dass Saharastaub Pflanzenkrankheiten transportieren kann.

Mehr Sandtransporte: Schlecht für Asthma oder Feinstaub in den Städten

Der Sand aus der Sahara hinterlässt Staubmuster auf dem Lack

Der Sand aus der Sahara hinterlässt Staubmuster auf dem Lack

Hierzulande besteht aber keine akute Gefahr. Durch den Klimawandel und die intensive Landnutzung verstärkt sich aber das Phänomen der Sandtransporte. Längst bekannt ist allerdings, dass der Saharastaub Asthma und Bronchitis verschlimmern kann. Und an dem einen oder anderen Tag erhöht er die Feinstaubproblematik.

Von Martin Thiel, SWR Umwelt und Ernährung | Online: Heidi Keller

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