aus der Sendung vom Donnerstag, 3.11.2011 | 21.00 Uhr | SWR Fernsehen
Fünf Mal Obst und Gemüse am Tag soll man ungefähr essen, heißt es. Abgepackte Obstsalate machen es vielen Menschen einfacher, auf die tägliche Obstration zu kommen. Öffnen, anpieksen und fertig. Aber stecken tatsächlich so viele Vitamine in den Fertigsalaten, wie man glaubt? Und wie gut und sauber ist das geschnittene Obst wirklich?

In einer Stichprobe testet MARKTCHECK zwölf fertige Obstsalate auf ihren Inhalt, ihren Geschmack und die gesundheitlichen Auswirkungen. Jeweils zwei Proben werden bei verschiedenen Ständen, Cafes und Supermärkten gekauft und kosten zwischen 1,12 und 3,55 Euro. Eine Packung geht gut gekühlt direkt in ein Labor, um die Hygiene und den Vitamin C-Gehalt zu untersuchen.
Bei den Prüfkriterien Inhalt und Geschmack stehen der Patissier Thomas Schreiner, Nachspeisen-Experte in einer Sterneküche, und der Ernährungsberater Sven Bach als Fachleute bereit.

Der Inhalt der zwölf Salate ist weitgehend gleich. Große Unterschiede gibt es jedoch bei Qualität und Frische. Schon die erste Probe von der Bäckerkette K&U gefällt unseren Experten gar nicht. Thomas Schreiner findet die Ananas und die Wassermelone nicht ganz frisch. Das Aussehen der Orange im Salat gefällt ihm ebenfalls nicht.
Am Obstsalat von Backwerk fällt dagegen auf, dass außer Ananas nicht viel drin ist. Der Patissier erklärt, dass Ananas ein wenig billiger ist und sich leichter und schneller verarbeiten lässt.
Nur eine Probe finden die Experten gut. Im exotischen Salat von der Frischebox im Stuttgarter Hauptbahnhof gibt es exotische und teurere Obstsorten, wie Papaya und Mango.
Verlierer beim Inhalt sind der Ananas-Salat von Backwerk und der nicht mehr frisch wirkende Salat vom Bäcker K&U.
Beim Geschmack vermuten beide Experten ebenfalls, dass der Salat von K&U schon länger im Regal stand. Schlimmer wird es beim Starbucks-Obstsalat. Er bitzelt auf der Zunge und gärt wohl schon, auch wenn er gar nicht danach aussieht.
Beim Geschmack verliert der Sieger beim Inhalt seinen guten Eindruck sofort. Der Ernährungsexperte Sven Bach meint, dass das Obst bereits verdorben sei.
Beide Experten sind enttäuscht. Nur wenige Salate schmecken ihnen. Noch am besten schneiden die Salate von Kamps, von Snacks & Salate, vom Cafe Ritazza und der Becher von Edeka ab. Durchgefallen bei den Experten sind die Obstsalate von Starbucks, K&U und der exotische Salat von der Frischebox.

Beim Vitamin C-Gehalt sind die Laborergebnisse ernüchternd. Licht und Sauerstoff haben den Früchten zugesetzt. Der Experte des Prüfinstitutes erklärt, dass nur in einer Probe überhaupt Vitamin C nachgewiesen werden konnte, im Drei-Frucht-Salat von Rewe. Alle anderen Salate sind als Vitaminkick in der Erkältungszeit ungeeignet.
Noch schlimmer die hygienische Prüfung: Zwar sind sieben der zwölf Proben nicht zu beanstanden, doch bei fünf Salaten gab Hinweise auf verdorbene Ware. Eine Probe war sensorisch eindeutig verdorben und damit nicht mehr genießbar. Zwei Mal gab es Hinweise auf Hygienemängel und ein Mal wurden Listerien gefunden, die Infektionskrankheiten verursachen können.
Besonders dramatisch sind die Ergebnisse der Stichprobe von Starbucks: Neben deutlichen Zeichen von Verderb wurde offenbar nicht sauber gearbeitet, Hygienemängel. Bei Starbucks zeigt man sich überrascht, räumt dann aber ein, dass es sich um einen Einzelfall handele, ausgelöst durch einen Fehler in der Kühlvitrine. Das Problem sei bereits erkannt und umgehend beseitigt worden.
Das Gesamtfazit bleibt enttäuschend: Acht Proben schmecken nicht. Fünf Proben zeigen mikrobiologische Auffälligkeiten, auch wenn die nicht immer schädlich sind. Nur eine einzige Probe enthielt Vitamin C.
Unser Gewinner ist der Obstsalat der Cafe-Kette Ritazza. Zwar enthielt auch er kein Vitamin C, aber er war frisch, sauber und schmeckte.

Wer garantiert gesunden Obstsalat möchte, schneidet ihn sich besser selbst aus frischem Obst.
Letzte Änderung am: 03.11.2011, 21.00 Uhr