aus der Sendung vom Donnerstag, 16.6.2011 | 21.00 Uhr | SWR Fernsehen
Wer knapp bei Kasse ist, bringt die Jahressumme für eine Kapital-Lebensversicherung nicht so einfach auf. Das Zahlen in Raten treibt jedoch unbemerkt den effektiven Jahreszins erheblich in die Höhe und der Versicherungskunde zahlt kräftig drauf.
Alfons M. fühlt sich von seiner Versicherung für dumm verkauft. Ohne es zu ahnen hat er rund 1.000,- Euro für seine Kapital-Lebensversicherung zu viel gezahlt.
Die hat Alfons M. vor zehn Jahren abgeschlossen. Jedes Jahr zahlt er rund 1.700,- Euro ein - aufgeteilt in zwölf Monatsraten. Weil seine junge Familie die Summe als Jahressumme nicht auf ein Mal aufbringen konnte, schien die monatliche Zahlung die günstigere Lösung.

Was ihm dabei nicht klar ist: Die Versicherung erhebt bei monatlicher Zahlung hohe Zuschläge. Das wird Alfons M. aber erst vor kurzem bewusst. Statt einem Monatsbeitrag von 138,- Euro zahlen sie tatsächlich 145,64, also rund 7,- Euro mehr - Monat für Monat. Der effektive Jahreszins also die tatsächlichen Kosten liegen damit bei über 11 Prozent.
Die Familie ärgert besonders, dass davon nichts in den Vertragsbedingungen steht. Sie hätten sich von der Versicherung einen Hinweis auf die Zusatzkosten gewünscht.
Viele Versicherungen geben den effektiven Jahreszins nicht an. So zahlen Kunden hohe Zinsen ohne es zu ahnen. Je nachdem ob man die Raten halbjährlich oder monatlich zahlt im Schnitt zwischen 8 und 11 Prozent.
Die Verbraucherzentralen halten diese Verschleierungstaktik für gesetzeswidrig und haben eine Klageoffensive gestartet. Sie raten: Kunden sollen zu viel gezahlte Zinsen umgehend zurückzufordern, damit sie bis zum Prozessende gegebenenfalls Verzugszinsen geltend machen können. Die Verbraucherschützer rechnen nicht damit, dass die Unternehmen freiwillig zahlen.
Auch die Huk zahlt nicht. Alfons M. überlegt nun seine 1.000,- Euro gerichtlich einzuklagen.
Letzte Änderung am: 16.06.2011, 11.12 Uhr