aus der Sendung vom Donnerstag, 22.9.2011 | 21.00 Uhr | SWR Fernsehen
Die Schulden- und Finanzkrisen in Europa und den USA beherrschen seit Wochen die Schlagzeilen. Viele Menschen haben Angst vor einer Inflation und dem Wertverlust des Euro. Auf der Suche nach sicheren Geldanlagen wird immer wieder Gold ins Gespräch gebracht und der Goldpreis steigt ständig auf immer neue Rekordwerte.

Pforzheim ist die Goldstadt, weltbekannt für die Schmuckindustrie. Gold trifft man überall in der Stadt. In einigen Unternehmen wird Altgold recycelt und zu neuen Produkten verarbeitet.
Gold in jeder Form und Größe landet in der Goldscheideanstalt, Münzen, Armbänder, Ketten oder Ringe. Täglich kommen etwa 100 Kilogramm Gold und Edelmetalle im Wert von bis zu drei Millionen Euro an und werden eingeschmolzen. Die Arbeiter an den Schmelztiegeln sehen nur das Material und nicht den zum Teil noch schönen Schmuck.
Das Material wird auf 1.150 Grad Celsius erhitzt und geschmolzen. Dabei trennt sich nach wenigen Minuten der Schmutz ab.
Der entstehende Goldbarren wirkt auf den ersten Blick enttäuschend, schmutzig und unscheinbar. Doch sein Wert beträgt etwa 60.000,- Euro.
Der Geschäftsführer der Scheideanstalt berichtet, dass wegen des hohen Goldpreises viel mehr Gold abgegeben und verarbeitet wird.

Bei den Goldankäufern kommen wegen des hohen Goldpreises viele Kunden, die ihren alten Goldschmuck zu Geld machen. Die Ankäufer testen, wiegen und rechnen, denn für Laien ist nicht erkennbar, wie viel Gold tatsächlich im Schmuck enthalten ist.
Ende des Sommers 2011 machen die Edelmetallhändler etwa drei Mal so viel Umsatz wie sonst üblich.
Der hohe Goldpreis lockt jedoch nicht nur zum Verkauf von Gold. Viele Anleger steigen in die Goldanlage ein. Die größte Goldbank Deutschlands, die Sparkasse Pforzheim, ist auf den Ansturm vorbereitet, wie ein Blick in den Tresorraum verrät. Darin lagert etwa eine Tonne Gold im Wert von 40 Millionen Euro.
Wem der Goldbarren von der Bank zu teuer ist, kann es selbst mit Gold waschen versuchen. In der Nähe von Freiburg soll es im Rhein noch viel Gold geben und Goldwasch-Kurse haben Hochkonjunktur.
Tatsächlich gibt es im Rhein nur Goldteilchen, die so klein sind, dass sie mit dem Pinsel aufnehmen muss. Der Kursleiter versichert aber, dass es auch anders geht. Er hat schon richtige kleine Goldklumpen gefunden, sagt er.
Letzte Änderung am: 22.09.2011, 21.00 Uhr