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Geldanlagen Sinkende Zinsen und steigende Gebühren

MARKTCHECK-Finanzcoach

aus der Sendung vom Donnerstag, 1.12.2011 | 21.00 Uhr | SWR Fernsehen

Die Kontogebühren und die Risiken beim Online-Banking steigen. Die Zinsen für das Ersparte dagegen fallen immer weiter und decken manchmal kaum noch die Inflationsrate ab. MARKTCHECK-Finanzcoach Barbara Sternberger-Frey gibt Tipps und Ratschläge zur Sicherheit beim Online-Banking, wie man versteckte Gebühren erkennt und das Beste für sein Erspartes herausholt.

Eine TAN-Nummer im Display

Viele Menschen sind wegen der Öffnungszeiten der Banken auf das Online-Banking angewiesen. Dabei hat die alte TAN-Liste auf Papier ausgedient. Neu ist beispielsweise die SMS-TAN. Dabei wird die TAN per SMS auf das Mobiltelefon gesendet. Manche Nutzer verwenden dafür sogar extra ein altes Gerät, das nicht internetfähig ist.

Sicherheit von Bankgeschäften übers Internet

Bankgeschäfte über das Internet, meist kurz Online-Banking genannt, bergen einige Risiken bei der Sicherheit. Die Attacken von Betrügern werden immer raffinierter und die Zahl der Opfer wächst. Die Banken wollen deshalb beim Wettlauf mit den Kriminellen durch neue TAN-Verfahren die Sicherheit verstärken.
Die TAN, die Transaktionsnummer, dient dabei zur Bestätigung eines bestimmten Bankgeschäftes im Netz. Dazu dienten bisher Listen auf Papier. Diese alten TAN-Listen sollen spätestens bis Ende des Jahres 2011 verschwinden.

Doch viele Bankkunden sind noch verunsichert, denn sie müssen sich als Ersatz für die Listen entscheiden, ob sie das mobile TAN-Verfahren, über das Mobiltelefon, oder das Chip-TAN-Verfahren mit einem speziellen, zusätzlichen Gerät nutzen wollen.

Unterschiede bei den Kosten

MARKTCHECK hat bei 15 Geldinstituten nachgefragt. Die Banken nutzen unterschiedliche Verfahren. Besonders bei den Kosten gibt es große Differenzen.

Chip-TAN-Generator mit Geldkarte

Bei der Postbank und der Targobank beispielsweise kommt die SMS mit der TAN kostenlos aufs Mobiltelefon. Die Sparkasse Speyer und die Ulmer Volksbank kassieren dagegen pro SMS 0,10 Euro.
Dafür ist das mobile TAN-Verfahren einfach und bequem zu bedienen. Die TAN gibt es per SMS auf das Mobiltelefon. Sie wird jedes Mal direkt von der Bank neu erzeugt, und ist nur für die betreffende Transaktion für kurze Zeit gültig. So sollen Bankgeschäfte sicherer werden.
Doch Betrüger rüsten wieder auf und haben das mobile TAN-Verfahren im Visier. Es sind bereits Trojaner im Umlauf, Schadprogramme, die unbemerkt Computer und Mobiltelefone infizieren.
Ein Internet-Experte erklärt, dass zum Beispiel der so genannte Zeus-Trojaner gleichzeitig das Smartphone und den PC infiziert. Dann sei er in der Lage, vorzugaukeln, dass die Überweisung beim richtigen Empfänger ankommt. In Wahrheit landet ein meist deutlich höherer Betrag beim Täter.

Völlig sicher ist das Chip-TAN-Verfahren. Dazu benötigt der Bankkunde einen TAN-Generator. Vorteil: Das Gerät arbeitet unabhängig vom Internet und ist so nicht angreifbar. Es gibt aber große Preisunterschiede.
Für Kunden der BW-Bank ist das Gerät beispielsweise kostenlos. Einige Geldinstitute in unsere Umfrage kassieren 10,- Euro. Spitzenreiter ist die Postbank, die fast 12,- Euro verlangt.

Für die höhere Sicherheit bei den Bankgeschäften übers Internet wird bei den Kunden kassiert. MARKTCHECK-Finanzcoach Barbara Sternberger-Frei erklärt, dass die Banken zu ihrer eigenen Sicherheit aufrüsten, um ihre Schäden zu begrenzen. Die entstehenden Kosten den Nutzer aufzulasten, sei eine verdeckte Gebührenerhöhung.
Betroffene Bankkunden können sich wehren, indem sie sich eine andere Bank suchen, die keine entsprechenden Gebühren in Rechnung stellt.
Wer ein modernes, internetfähiges Smartphone nutzt, sollte die Chip-TAN einsetzen, da sie sicherer ist. Einige Banken bieten die Geräte dafür sogar kostenfrei an.
Verlangt die eigene Bank 0,10 Euro pro TAN-SMS lohnt sich sogar ein Chip-TAN-Generator für 10,- Euro bereits nach 100 Überweisungen.

Kostenloses Konto oder Kostenfalle

Auch beim Geschäft am Bankschalter verdienen die Geldinstitute kaum noch etwas. Deshalb drehen manche gern an der Gebührenschraube.
Bei der EC-Karte beispielsweise hat das Online-Konto der Volksbank Karlsruhe einen Haken. Geld abheben am Automaten ist zwar kostenlos, doch jede Zahlung im Laden mit der EC-Karte kostet 0,05 Euro pro Vorgang. Das kann sich summieren.
Mit Buchungsgebühren wollen manche Banken ebenfalls verdienen, zum Beispiel die Sparkasse Bodensee. Im Tarif Giro Basis sind lediglich zehn Buchungen im Monat kostenlos, jede weitere kostet 1,- Euro.
Beim Kontoauszug kann die Kostenfalle ebenfalls zuschnappen, beispielsweise bei der Targobank. Deren Extra-Konto kostet knapp 7,- Euro im Monat. Aber Vorsicht: Für jeden Kontoauszug, der nach Hause kommt, werden 1,90 Euro Gebühren fällig.

Dass es auch anders geht, zeigen beispielsweise die Sparkasse Karlsruhe, die Commerzbank oder die Postbank. Es gibt keine versteckten Extrakosten. Die Girokonten sind kostenfrei, so lange jeden Monat mindestens 1.000,- Euro eingehen.

MARKTCHECK-Finanzcoach Barbara Sternberger-Frey empfiehlt, die Gebühren der Banken nach dem eigenen Nutzungsverhalten zu vergleichen, da sie sehr unübersichtlich und intransparent seien.
Das Wichtigste ist die Grundgebühr. Außerdem muss man prüfen, wie hoch bestimmte Buchungspreise sind und ob es Karten kostenlos dazu gibt. Die Zinsen für den Dispo-Kredit sollte man ebenfalls beachten. Manchmal gibt es auch auf dem Girokonto Zinsen für Guthaben. Gibt es ein dichtes Netz von Geldautomaten, an denen man kostenlos Bargeld abheben kann? Abhängig vom eigenen Bedarf muss man so die einzelnen Preisposten prüfen.

Man sollte Bargeld von seinem Konto ein- und auszahlen können, mindestens fünf Mal im Monat kostenfrei. Außerdem sollte man mindestens ein Mal monatlich einen kostenlosen Kontoauszug erhalten.
Man muss zwar sehr genau vergleichen, auch die Allgemeinen Geschäftsbedingungen, kann aber trotzdem noch kostenlose Girokonten finden. Meist handelt es sich dann um Online-Konten, die über das Internet geführt werden.
Es gibt aber auch einige Institute, die herkömmliche Konten kostengünstig führen, beispielsweise die PSD- oder die Sparda-Banken.

Festgeldzinsen

Gebündelte Euro-Scheine

Während die Kontogebühren stetig steigen, fallen die Zinsen für angelegtes Geld. Doch dabei gibt es ebenfalls große Unterschiede.
10.000,- Euro sollen ein Jahr lang fest angelegt werden und das sicher, ohne Risiko. Am Tag der Abfrage gibt es beim Spitzenreiter Bank 11, einem Auto-Finanzierer, immerhin 3,11 Prozent. Mit 3,1 Prozent gibt es bei der IKB direkt und der türkischen ISBANK fast genauso viel. Die Guthaben bei diesen drei Angeboten unterliegen dabei der erweiterten deutschen Einlagensicherung (Quelle: FMH). Allerdings läuft der Abschluss bei allen über das Internet oder Telefon.
Bei den Banken vor Ort mit einem Filialnetz ist die Santander Bank Spitzenreiter mit 3 Prozent. Deutlich weniger gibt es mit 2,1 Prozent bei der Commerzbank und der Targobank. Die Einlagen sind ebenfalls durch die deutsche Einlagensicherung abgesichert. Bitte beachten sie, dass sich die Zinssätze jederzeit ändern können!

Bei einigen Geldanlagen würden die Zinsen durch die Inflation vollständig geschluckt, denn sie lag im November 2011 bei 2,4 Prozent. Mit einer Geldanlage rettet man derzeit eher sein Erspartes vor der Inflation, als es zu vermehren.
Besonders wichtig ist die Einlagensicherung, betont MARKTCHECK-Finanzcoach Barbara Sternberger-Frey. Dabei geht es nicht nur um die gesetzliche Einlagensicherung, wie in der Finanzkriese 2008 zu sehen war. Der sichernde Staat muss die Sicherung auch finanzieren können. Sie empfiehlt deshalb derzeit nur bei Geldinstituten anzulegen, die tatsächlich der deutschen Einlagensicherung angehören.
Das können auch ausländische Banken sein, die hier eine Niederlassung haben und dem deutschen Sicherungssystem angehören. Die Bank muss vor einer Geldanlage mitteilen, wo Einlagen geschützt werden. Im Zweifel sollte man nachfragen.

Mit 2 bis 3 Prozent Zinsen für Festgeld ist man an der Inflationsrate angelangt. Man sollte deshalb seine Geldanlagen etwas streuen, so Barbara Sternberger-Frey. Die Streuung hängt vom Bedarf ab, wie man sein Geld benötigt. Ein Teil kann längerfristig auf zwei bis drei Jahre angelegt werden. Dafür gibt es rund 1 Prozent Zinsen mehr. Ein anderer Teil kann in Tagesgeld gehen, um zu beobachten, wie sich die Zinsen entwickeln. Auf lange Sicht müsste man bei der Geldanlage mutiger werden, so die Expertin.
Das können inflationssichere Anlagen sein, die den Verlust durch die Inflation ausgleichen, zum Beispiel Sachwertanlagen in Immobilien und auch Aktien, trotz Börsenkrisen.
Bei Aktien sollte man nicht beliebig kaufen, sondern Titel auswählen, die Güter und Dienstleistungen produzieren, die ständig benötigt werde. Das können beispielsweise Nahrungsmittel sein. Außerdem müssen die Unternehmen grundsolide aufgestellt sein, damit sie auch eine Krise überleben können. Das wären Werte für die Zukunft, erklärt Barbara Sternberger-Frey.


Geldanlagen

MARKTCHECK,  1.12.2011 | 12:19 min

Letzte Änderung am: 01.12.2011, 21.00 Uhr

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MARKTCHECK-Reporter Axel Sonneborn
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