aus der Sendung vom Donnerstag, 27.10.2011 | 21.00 Uhr | SWR Fernsehen
Die Kosten für einen Friseurbesuch sind oft sehr hoch. Aber muss das sein? Einige Friseurketten bieten den Haarschnitt zu Niedrigstpreisen an, andere versprechen schnelle und günstige Arbeit. Doch was bieten die Ketten ihren Kundinnen fürs Geld? MARKTCHECK testet in einer Stichprobe drei unterschiedliche Friseurketten, mit überraschenden Ergebnissen.

Sechs mutige junge Frauen, drei blond und drei brünett, lassen sich bei drei Friseurketten in Kaiserslautern die Haare schneiden und färben. Die meisten besuchen zum erstem Mal eine solche Kette und ihnen ist nicht ganz wohl dabei.
Die Kette C&M wirbt mit Preisen von je 11,- Euro für alles, Schnitt, Strähnchen. Bei Essanelle soll der Haarschnitt ab 18,- Euro kosten. Bei Klier kostet der Schnitt mindestens 30,50 Euro und die Strähnchen 33,50 Euro. Halten die Friseure diese Preisversprechen und stimmt am Ende die Qualität der Arbeit?
Jeweils eine Blondine und eine Brünette besuchen eine Filiale. Bei allen soll nachgeschnitten werden. Die blonden Damen benötigen dazu neue Strähnchen und bei den brünetten soll der Ansatz nachgefärbt werden.

Nach rund zwei Stunden sind die Testerinnen bei der billigsten Kette C&M fertig. Die blonde Janina ist sogar zufrieden, obwohl sie erst Angst wegen des Färbens hatte. Sie findet das Ergebnis aber natürlich aussehend. Die brünette Cirsten ist von der Ansatzfärbung enttäuscht, da sie wie mit dem Lineal gezogen aussieht.
Bei Essanelle fühlt sich die brünette Testerin zufrieden, auch weil sie noch eine Haarkur umsonst mitbekommen hat. Bei der blonden Sylvia wurde versucht, wieder breite, rote Strähnen einzufärben. Sie findet jedoch, dass man davon nicht viel sieht.
Dann, erst nach über fünf Stunden, kommen auch die beiden Testerinnen vom Friseur Klier zurück, mit Schmerzen vom langen Sitzen. Außerdem arbeiteten die Friseurinnen auch sehr langsam und überkorrekt, so der Eindruck.
Bei den Kosten für den Schnitt hält C&M sein Versprechen von 11,- Euro. Klier ist mit 28,50 Euro sogar günstiger als angekündigt. Nur bei Essanelle wird es teurer, statt 18,- werden 21,- Euro für den Schnitt berechnet. Insgesamt verlangt Essanelle sogar 80,- Euro und damit doppelt so viel wie C&M.
Die Beurteilung der Qualität übernimmt die amtierende deutsche Friseurmeisterin Nicole Andrzejewski-Bohnert. Der Schnitt des Billigfriseurs ist abgesehen von den Farbresten am Ansatz in Ordnung. Bei der blonden Testerin wurde nicht sauber gearbeitet. Der Längenunterschied von der Grundlinie zum Rest beträgt fast zwei Zentimeter.

Die Arbeit des teuersten Friseurs im Test schneidet nicht viel besser ab. Die Blondierung strapaziert das Haar unnötig. Die Friseurmeisterin erklärt, dass sie Strähnen nie mit 9 Prozent blondieren würde, da das Haar dadurch zu trocken wird. 1,9 Prozent seien ausreichend.
Bei Essanelle passt der Schnitt einer Testerin nicht zur Gesichtsform und in einigen Bereichen wurde nicht richtig geschnitten.
Die meisten Mängel gibt es aber bei Klier: Unsaubere Kante, Strähnen zu weit vom Ansatz entfernt, schlampiger Schnitt. An einigen Stellen ist es zu kurz gestuft, an anderen zu lang und damit zu schwer.
Am Ende konnte keine der Ketten wirklich überzeugen. Insgesamt schneidet C&M vom Preis-Leistungsverhältnis noch am besten ab. Essanelle ist den Preis nicht wert und am schlechtesten in der Stichprobe ist Klier.
Nur zwei der sechs Testerinnen würden noch einmal zu einer Friseurkette gehen, die anderen sind sich sicher: Nie wieder.
Letzte Änderung am: 27.10.2011, 21.00 Uhr