aus der Sendung vom Donnerstag, 7.7.2011 | 21.00 Uhr | SWR Fernsehen
In Deutschland besitzt nur etwa jeder Sechste einen Organspendeausweis. Dabei können Organspenden Leben retten. Normalerweise übernimmt die Krankenkasse des Empfängers für den Spender die Folgekosten nach dem Eingriff. Aber das ist leider nicht immer selbstverständlich.

Lieselotte K. wurde im Februar dieses Jahres operiert. Der Eingriff verlief gut, es gab keine Komplikationen. Sie hatte Glück, dass ihre Niere für ihren Lebenspartner gepasst hat. Schon fünf Tage nach der Operation konnte sie das Krankenhaus wieder verlassen. Ihr Partner blieb noch etwas länger in der Klinik. Danach wollten beide gemeinsam die Reha antreten. Grundsätzlich muss dafür die Kasse des Organempfängers aufkommen.
In der Realität sieht es leider oft anders aus. Der Bundesverband der Organtransplantierten kritisiert, dass viele Kassen dazu tendieren, bestimmte Aufgaben abzuwälzen und abzulehnen. Problematisch ist auch, dass die gesetzliche Nachsorge zwar vorgeschrieben, aber in der Umsetzung nicht gesetzlich geregelt ist.

Das bekommt auch Liselotte K. zu spüren. Kurz vor Beginn der Reha erhält sie eine Absage. Die Maßnahme sei medizinisch nicht notwendig, heißt es. Auch dieses Vorgehen kritisiert der Bundesverband der Organtransplantierten. Schließlich seien nicht nur die medizinischen Fakten entscheidend. Durch eine Transplantation entstehe eine psychologische Belastung, der Alltag ändere sich gewaltig. Da könne es durchaus Sinn machen, eine Reha-Maßnahme gemeinsam durchzuführen.
Doch ihr Partner Winfried B. muss allein zur Reha. Er beschwert sich zwar, aber zu spät. Die Widerspruchsfrist ist bereits abgelaufen. Er hätte sich vor seiner Reha beschweren müssen, doch die Absage kam erst zwei Tage vor Beginn der Maßnahme.
Ohne die Spende seiner Partnerin wäre Winfried B. ein Dialysepatient geworden. Er hätte der Kasse dadurch 40.000,- Euro pro Jahr gekostet. Die Reha hingegen hätte sie für 2.500,- Euro haben können.
Infotelefon Organspende der BZgA:
Das gebührenfreie Infotelefon Organspende ist unter der
Rufnummer 0800 / 90 40 400 Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr besetzt.
Nierentelefon der Deutschen Dialysegesellschaft:
Interessierte und Betroffene können sich mit Fragen zu Nierenerkrankungen an das "Nierentelefon" der Deutschen Dialysegesellschaft niedergelassener Ärzte wenden, Telefonnummer 0800 / 248 48 48.
Letzte Änderung am: 07.07.2011, 21.00 Uhr