aus der Sendung vom Donnerstag, 7.7.2011 | 21.00 Uhr | SWR Fernsehen
Supermärkte, aber auch Discounter, werben für ihr frisches Obst und Gemüse. Stimmen die Werbeversprechen wirklich? Werden vergammelte Produkte tatsächlich nicht mehr verkauft? MARKTCHECK hat den Test gemacht. Das Ergebnis ist erschreckend.

Wir sind unterwegs in Supermärkten und bei Discountern. Dort finden wir Obst und Gemüse, das wie Müll aussieht und nach Kompost riecht. Für den Test kleben wir die Produkte mit Tesafilmstreifen ab, um sie später wiederfinden zu können. Wir dokumentieren alles mit versteckter Kamera. Getestet werden jeweils zwei Filialen von Rewe, Ekeda, Penny und Lidl.
Gleich bei der ersten Stichprobe werden wir fündig. In einer Rewe-Filiale können wir gammelige Heidelbeeren, Cherrytomaten sowie Salat kaufen. Auch am nächsten Tag liegen die verdorbenen Waren noch zum Verkauf aus. Dabei wirbt Rewe mit dem Slogan: "Jeden Tag ein bisschen besser."
Auch bei Edeka kann man sich von seinen Lebensmitteln wohl schlecht trennen. Tagelang liegen faule Weintrauben im Regal. Mittlerweile sind sie richtig klebrig. Außerdem bietet die Filiale stinkende Heidelbeeren und verdorbene Brombeeren an. Obwohl Edeka in der Werbung sagt: "Wir lieben Lebensmittel."
Bei Penny finden wir im Regal vergammelten Salat. Am zweiten Tag ist er immer noch zu kaufen, dann jedoch noch ekelerregender.
Einzig bei Lidl ist die Ware tadellos. In keiner der zwei getesteten Filialen finden wir verdorbenes Obst oder Gemüse.
Lebensmittelexperten sagen, dass die Ware schon seit Tagen im Regal gelegen haben muss. Die Produkte dürften eigentlich nicht mehr ausliegen, weil sie auch anderes Obst anstecken können.
Kann man die schimmligen Waren weiterhin kaufen oder werden wir an der Kasse gestoppt. Wir machen den Test. Bei Rewe können wir zwei volle Körbe kaufen. Der Verkäuferin fällt nur der vergammelte Salat auf, sie gibt etwas Rabatt und kassiert weiter.
Ähnlich läuft es auch in den anderen Supermärkten. Insgesamt haben wir Gammelware im Wert von 150 Euro erstanden.
Lebensmittelkontrolleure kritisieren die Sporen, die durch die Schimmelpilze durch die Luft wirbeln. Wir atmen sie dadurch ein. Die Waren sind schon beim Einkauf nicht mehr verzehrfähig. Zu Hause wird es dann noch brenzliger. Denn dort werden sie häufig nicht gekühlt.
Unser Test hat erschreckend gezeigt: Offensichtlich lieben viele Supermärkte und Discounter ihre Umsätze mehr als ihre Lebensmittel.
Letzte Änderung am: 07.07.2011, 21.00 Uhr