MARKTCHECK beißt zu!
aus der Sendung vom Donnerstag, 7.7.2011 | 21.00 Uhr | SWR Fernsehen
Sie sind das Lieblingsgemüse der Deutschen: Tomaten. Etwa 24 Kilo Tomaten isst jeder Deutsche im Schnitt pro Jahr davon. Woran erkennt man aber eine gute Tomate? Welche sind gesünder - Die frischen oder die aus der Dose? MARKTCHECK beißt zu!

Insgesamt soll es über 2500 Tomatensorten geben. In Supermärkten bekommt man jedoch in der Regel nur eine Handvoll davon. Das liegt daran, dass dort Tomaten verkauft werden, die fest und leicht zu transportieren sind. Denn nur sechs Prozent der Tomaten, die in Deutschland verzehrt werden, kommen auch aus Deutschland. Der Großteil stammt aus Holland, Spanien oder Griechenland.

Im Gewächshaus mitten in Baden-Württemberg werden die Tomaten nicht in der Erde gepflanzt. Sie wachsen auf Steinwolle, einem natürlichen Produkt, das aus Lavastein gewonnen wird. Die hat den Vorteil, dass sie jährlich ausgetauscht werden kann und dadurch keine Bodenkrankheiten entstehen können. So kann auf Pflanzenschutzmittel komplett verzichtet werden. In Ländern wie Spanien geht das leider nicht, denn dort wachsen Tomaten häufig unter Folie und Glas. Das Risiko für Pilzkrankheiten steigt dadurch. Deswegen muss dort viel mit chemischen Mitteln gearbeitet werden.
Im schwäbischen Gewächshaus kann fast das ganze Jahr über geerntet werden - von März bis Dezember. Um die Bestäubung kümmern sich übrigens Hummeln.
Am besten schmecken sie, wenn sie am Strauch bis zum Schluss gereift sind. Der Geschmack ist jedoch schnell weg, sobald sie in den Kühlschrank kommen. Außerdem sollten sie getrennt von anderen Früchten liegen. Denn Tomaten scheiden das Gas Ethen aus. Dadurch faulen Obst und Gemüse schneller. Vor dem Kochen sollte man schließlich grüne Stellen entfernen, denn sie enthalten Solanin. Das ist in kleineren Mengen unbedenklich, kann in größeren aber giftig sein.

Wir testen bei einer Blindverkostung, ob die Menschen lieber frische Tomaten oder die aus der Dose mögen. Erstaunlicherweise haben den meisten Leuten die Dosentomaten besser geschmeckt.
An der Universität Jena untersuchen Forscher schon seit vielen Jahren die Inhaltsstoffe von Tomaten. Die aus der Dose schmecken häufig besser, weil es sich dabei um komplett gereifte Tomaten handelt. Die Frischen hingegen, werden unreif geerntet, damit sie den langen Transport überstehen. Hinzu kommt, dass die Hersteller für Tomaten aus der Dose auf andere Sorten verwenden und noch zusätzliche Stoffe wie Zucker hinzufügen.
In Tomaten stecken viele Vitamine, darunter Vitamin E und Folsäure. Wenn Sie für die Dose gekocht werden, verlieren sie jedoch nicht ihre Inhaltsstoffe. Nur das Vitamin C leidet etwas. Das nehmen wir jedoch über andere Nahrungsmittel ausreichend zu uns.
Tomaten enthalten jedoch noch einen sehr gesunden Stoff: Lycopin, ein roter Farbstoff. Der schützt vor Krebs und beugt der Zellalterung vor. Das Lycopin bleibt bei den Dosentomaten erhalten. Für den Körper ist der Stoff bei ihnen sogar besser verwertbar. Zu guter letzt ist die Tomate ein äußerst schlankes Lebensmittel. Sie hat kaum Kalorien, weil sie zu etwa 95 Prozent aus Wasser besteht.
Letzte Änderung am: 07.07.2011, 21.00 Uhr