aus der Sendung vom Donnerstag, 9.6.2011 | 21.00 Uhr | SWR Fernsehen
Es reicht leider nicht, bestimmte Nahrungsmittel zu meiden. EHEC kann auch von Mensch zu Mensch übertragen werden. Einfache Hygienefehler genügen. MARKTCHECK klärt auf.

Hunde können zum Beispiel wahre Keimschleudern sein. Damit werden sie zu dem Transportmittel für Bakterien. Wer Hunde streichelt und anschließend Nahrung berührt läuft so Gefähr, dass die Keime in den Darm gelangen können. Auf diese Weise kann auch der EHEC-Erreger den Weg in den Körper finden.
An unseren Händen klebt aber noch mehr: Salmonellen, wie E-Coli zu denen auch EHEC gehört, Chlostridien oder auch bestimmte Viren, die etwa Durchfall auslösen können.

Gerade Deutsche prüfen gern ihre Ware auf Herz und Nieren, mit den Händen. Da wird Obst und Gemüse angefasst und dann wieder weggelegt, Verkäufer packen das Brot mit bloßen Händen an. Ausnahme sind Messergriffe, die werden durch einen Plastikhandschuh berührt.
In Spanien und Italien sieht das anders aus. Dort werden häufiger Einmalhandschuhe verwendet. Das würde auch in Deutschland Sinn haben, belegt eine Studie. Denn 60 Prozent der Männer und 30 Prozent der Frauen waschen sich nach dem Toilettengang nicht die Hände und verteilen so ihre Bakterien.
Grundsätzlich können sich die Erreger auf jeder Oberfläche halten, ob Kunststoff oder Metall spielt dabei keine Rolle. Entscheidend sind die Umgebungsbedingungen. Bei Zimmertemperatur können Bakterien sehr gut überleben, aber auch im Kühlschrank sterben nur die wenigsten. Am wohlsten fühlen sie sich jedoch bei Körpertemperatur.
Ende des vergangenen Jahres machen wir den Test mit so genannten Abklatschproben. Wir sammeln Proben an Geldautomaten, in der Straßenbahn und von Besteck in einer Cafeteria.
Die Ergebnisse sind erschreckend: Auf dem Besteck befindet sich Akinetobakter, der Verursacher von Hirnhautentzündungen. In der Straßenbahn entdecken wir einen Eitererreger, der Wund- und Lungenentzündungen verursacht.

Einweghandschuhe können die Lösung sein, wenn sie regelmäßig gewechselt werden. Denn die Erreger sammeln sich auch auf dem Gummi der Handschuhe. Da man sich mit Handschuhen nicht die Hände wäscht, können die Bakterien so unter Umständen sogar noch mehr verteilt werden. Wenn Verkäufer sich also regelmäßig die Hände waschen, kann das besser sein als wenn sie den ganzen Tag den gleichen Handschuh nutzen.
Infotelefon des Bundesministeriums für Gesundheit zum Thema EHEC:
Montags bis donnerstags zwischen 8 und 18 Uhr
und Freitags zwischen 8 und 12 Uhr können Sie sich unter
030 / 346465 - 100
zu EHEC und zur sogenannten Schweinegrippe informieren.
Letzte Änderung am: 09.06.2011, 21.00 Uhr