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Bananen Was steckt in den gelben Früchten?

MARKTCHECK beißt zu

aus der Sendung vom Donnerstag, 9.2. | 21.00 Uhr | SWR Fernsehen

Die Banane gehört zu den beliebtesten Obstsorten der Deutschen. Doch was steckt drin in der Banane und was macht sie so gesund? Beim Kauf von Bananen kann und sollte man einiges beachten, hat MARKTCHECK herausgefunden.

Mehrere Bananen auf einem Tisch

Gelb, handlich und lecker - so ist die Banane zur Nummer Zwei der beliebtesten Obstsorten in Deutschland geworden, gleich nach dem Apfel. Schon ab 1,- Euro pro Kilogramm gibt es die Früchte zu kaufen. Im Schnitt isst dann jeder Deutsche im Jahr stolze 13,5 Kilogramm.

Herkunft

99 Prozent der Bananen kommen aus Lateinamerika. Die Hauptexporteure sind Ecuador, Kolumbien, Costa Rica und Panama. Hier wachsen die Bananen oft in riesigen Monokulturen und werden heftig mit Pestiziden gespritzt. Deshalb können sie so billig sein.
Angebaut wird weltweit fast ausschließlich eine Sorte: Die Cavendish. Sie bringt die größten Erträge und ist so die perfekte Massenbanane.
Wie krumm eine Banane sein muss, schreibt die Europäische Union zwar nicht vor, ansonsten ist aber alles geregelt: Mindestens 14 Zentimeter lang und 2,7 Zentimeter im Durchmesser muss sie sein.

Ankunft in Deutschland

Wenn die importierten Bananen in Deutschland ankommen, müssen sie laut Vorschrift noch grün sein. Reif werden sie erst in speziellen Bananenreifereien.
In der Fruchtreiferei Bratzler & Co in Karlsruhe kommen jedes Jahr 12.000 Tonnen Bananen an, konventionelle, Bio und Fair Trade. Zwei Monate waren sie am Baum, danach zwei Wochen in Schiff und LKW im Kälteschlaf unterwegs.
So können die Bananen am besten energieschonend nach Europa importiert werden. In Südamerika gereifte Bananen müssten mit dem Flugzeug nach Europa gebracht werden, was deutlich mehr Energie verbrauche, erklärt der Chef der Reiferei.

Bananenkisten

Ihren Geschmack und die Vitamine entwickeln die Bananen in Reifekammern. Dort werden sie bei genau eingestellter Temperatur vier bis sieben Tage gelagert und mit Ethylen begast.
Der Experte erklärt, dass es sich dabei um ein natürliches Reifehormon handelt, das die Pflanze ebenfalls absondert. Die Frucht bekommt dadurch das Signal, dass sie reifen soll. Die Bananenstauden in den Tropen sondern dieses Gas ebenfalls ab.
So wird in der Reiferei auf einfache Weise erreicht, dass die Bananen kontrolliert alle zur gleichen Zeit zu reifen beginnen. Die Luft wird dabei in den Kammern ständig umgewälzt, damit die Temperatur überall gleichmäßig ist.
Lukrativ ist dieser Aufwand für die Reifereien nicht mehr, sie verdienen mit anderen Früchten mehr Geld. In den Supermärkten zählt meist nur noch der niedrigste Preis, denn geschmacklich gibt es kaum Unterschiede.

Inhaltsstoffe

In Bananen steckt viel Gesundes. Sie enthalten zwar weniger Vitamine als andere Obstsorten, aber große Mengen Mineralstoffe wie beispielsweise Kalium, Eisen, Kalzium und Magnesium. Besonders für Sportler ist die Banane geeignet, denn durch viel Zucker sorgt sie für schnelle Energie und hält lange satt durch ihre langkettigen Kohlehydrate.

Der Ernährungsberater Sven Bach erklärt außerdem, dass die Banane sogar glücklich machen könne. Sie enthält eine Aminosäure, die im Gehirn hilft, Serotonin zu produzieren.
Allerdings habe eine Banane zwischen 90 bis 130 Kilokalorien. Das entspricht schon einem kleinen Schokoriegel. Man muss die Bananen deshalb schon als kleine Zwischenmahlzeit mit einkalkulieren.

Lagerung zu Hause

Bananen sollte man nicht im Gemüsekühlfach lagern, erklärt der Ernährungsberater. Wenn man sie da herausnimmt, werden sie schnell schwarz. Sie sollte außerhalb bei Zimmertemperatur, aber nicht zusammen mit Äpfeln und Pfirsichen gelagert werden. Diese Obstsorten sondern ebenfalls das Reifegas Ethylen ab. Dadurch reift die Banane nach und wird schnell matschig.

Schadstoffe

In konventionellen Bananen seien keine Pestizide in der Frucht, erklärt Sven Bach. Aber sie haften auf der Schale. Bei Bio-Bananen ist auch das nicht der Fall. Sie sind deshalb besser geeignet, wenn man kleine Kinder hat, die auch mal die Schale in den Mund schieben. Außerdem ist die Bio-Banane aus Umweltaspekten die bessere Wahl, da Boden und Trinkwasser durch den fehlenden Pestizideinsatz weniger belastet werden.

Sozialstandards in den Produktionsländern

Der intensive Bananenanbau ist in vielen Ländern jedoch nicht nur ein Problem für die Umwelt, sondern auch für die Plantagen-Arbeiter. Sie sind das schwächste Glied der Wertschöpfungskette. Vom Bananenpreis, den wir zahlen, bleibt ihnen wenig. Der größte Gewinn geht an die Transporteure, Reifereien und den Einzelhandel.
Die Situation der Arbeiter ist oft untragbar: Unterdrückung. Gesundheitsgefahren durch Pestizide, Hungerlöhne. Die Arbeiter leiden unter unseren Billig-Bananen.

In Berlin sitzt die Hilfsorganisation Oxfam. Eine Studie der Organisation zeigte, dass sich die ausbeuterischen Bedingungen kaum bessern. Eine Expertin von Oxfam erklärt, dass alle Akteure der Lieferkette schuld an den Arbeitsbedingungen sind. Dazu gehören auch die in der Studie kritisierten deutschen Supermarktketten. Sie üben einem starken Kosten- und Preisdruck aus, der auf die Produzenten vor Ort weiter gegeben wird.

Kunden können auf diese Situation einwirken, wenn sie fair gehandelte Bananen kaufen, die am besten auch das Bio-Siegel tragen, so die Expertin. Bei diesen Bananen könne man davon ausgehen, dass sie unter sozialen Mindeststandards hergestellt wurden und auch die ökologische Seite berücksichtigen.


Bananen

MARKTCHECK,  9.2.2012 | 7:55 min

Letzte Änderung am: 09.02.2012, 21.00 Uhr

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MARKTCHECK-Reporter Axel Sonneborn
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