aus der Sendung vom Donnerstag, 21.7.2011 | 21.00 Uhr | SWR Fernsehen
Manche Menschen werden von lästigen Stechmücken verschont, andere scheinen die kleinen Blutsauger magisch anzuziehen und sind im Sommer jeden Morgen zerstochen. In einem Selbstversuch testen zwei MARKTCHECK-Reporterinnen chemische und natürliche Mittel gegen Mücken.

Unsere beiden Reporterinnen Sabine Harder und Monja Eigenschenk probieren 24 Stunden lang zwei Mittel aus. Die herkömmliche Chemiekeule Autan und das Bioprodukt Djungel Deo sollen ihre Wirkung beweisen.
Autan verspricht bis zu sieben Stunden Schutz. Das klingt zwar gut, aber ob es gesund ist? Der Geruch ist zumindest unangenehm. Djungel Deo als Bioprodukt klingt vielversprechend und wurde von der Zeitschrift Ökotest mit sehr gut bewertet, allerdings schon im Jahr 2002, ein Jahr später nur noch mit gut. Laut Aufschrift enthält es Stoffe, die verhindern, dass die Mücken typisch menschliche Gerüche wahrnehmen. Dafür riecht es sehr stark nach Zitrone.
Nach gut vier Stunden haben beide Frauen bereits jeweils zwei Mückenstiche. Das chemische Autan scheint doch nicht sieben Stunden zu wirken und wird erneut aufgetragen.
Beim Biomittel muss ebenfalls nachgecremt werden. Bei 34 Grad Celsius ist allerdings auch Sonnencreme notwendig. Unsere Testerin fragt sich, ob sie die Sonnencreme einfach über das noch nicht ganz eingezogene Mückenmittel auftragen kann. Sie probiert es an einem Arm und riskiert am anderen einen Sonnenbrand. Die Mischung auf dem Arm fühlt sich aber unangenehm an.
Der Badesee im Wald ist ein wahres Paradies für Mücken. Hier müssen sich die Mittel im Härtetest beweisen. Die Sonnencreme scheint die Wirkung des Bio-Mückenschutzes zu beeinträchtigen.
Die chemische Mückenabwehr funktioniert scheinbar. Eine Mücke nähert sich zwar, sticht aber nicht. Tatsächlich sticht keine Mücke auf der mit dem chemischen Mittel behandelten Haut, wohl aber durch die Kleidung an unbehandelten Hautstellen.
Die Bilanz am Ende des Aufenthaltes am See: Fünf Stiche trotz des Bio-Mückenmittels und nur zwei beim chemischen Mittel.
Unsere Testerinnen haben sich inzwischen an den Geruch der Mittel gewöhnt. In der Nacht haben die Mücken ihre nächste Chance. Am Morgen ziehen die beiden Frauen wieder Bilanz. Beim chemischen Autan sind vier Stiche in der Nacht dazugekommen. Beim Bio-Mittel sind in der Nacht keine neuen Stiche dazugekommen.
Beide Mittel schützen zwar vor Mückenstichen, aber im Labor wird der Schutz genau untersucht. Extra für MARKTCHECK hat der Experte im Labor Mücken der Art Anopheles stephensi gezüchtet. Diese Fiebermücke gehört zu den wichtigsten Malariaüberträgern. Die Mücken aus dem Labor sind jedoch absolut frei von Erregern.

Unsere beiden Reporterinnen behandeln nun jeweils einen Arm mit einem der Mittel. Dann halten sie nacheinander beide Arme für fünf Minuten in den Mückenbehälter. Die Mücken schwirren beim ersten Versuch deutlich um die Arme herum, trauen sich jedoch nicht zu stechen. Die zweite Testerin hat weniger Erfolg. Immerhin vier Mücken stechen sie am Arm mit dem chemischen Mittel und zwei am biologisch behandelten Arm.
Eine Stunde später sollen beide Mittel zeigen, ob die Wirkung noch anhält. In umgekehrter Reihenfolge halten wieder beide ihre Arme in den Behälter. Im ersten Test scheint die Wirkung der Mittel vollständig verflogen zu sein. Der zweite Versuch wird nach der Hälfte abgebrochen, weil die Testerin es nicht mehr aushält. Zu viele Mücken haben sich an ihrem Armen vollgesaugt. Am chemiebehandelten Arm werden 16 Stiche gezählt und am biologischen sogar 32.
Immerhin sieht man bei der Testerin weniger von den Stichen, denn manchmal können allergische Reaktionen die Auswirkungen noch verschlimmern.
Letzte Änderung am: 21.07.2010, 21.00 Uhr