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Bundesregierung plant Gesetz Solarstrom soll für Mieter günstiger werden

Rund ein Fünftel aller Mietwohnungen in Deutschland könnte Solarstrom vom eigenen Dach beziehen. Dafür soll ein neues Gesetz sorgen.

Haus mit Solaranlage auf dem Dach

Je mehr Menschen in einem Haus wohnen, desto lohnender die Photovoltaikanlage.

Die Bundesregierung plant ein neues Gesetz, das verstärkt Solarstrom in die Städte bringen soll. Das Gesetz soll noch vor der Bundestagswahl im Herbst auf den Weg gebracht werden.

Bisher werden Photovoltaikanlagen zur Selbstversorgung mit Strom hauptsächlich auf Ein- und Zweifamilienhäusern installiert. Nun sollen die Vermieter motiviert werden, Solaranlagen auf ihren Mietshäuser zu installieren. Eine Studie des Wirtschaftsministeriums kam zu dem Ergebnis, dass die Lieferung von Solarstrom an Mieter bisher nicht wirtschaftlich und somit unattraktiv für Vermieter ist.

Brigitte Zypries, parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie

Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries will Solar-Mietstrom fördern.

Zuschlag auf Mietstrom

Stromkunden zahlen zurzeit eine EEG-Umlage von knapp sieben Cent je Kilowattstunde. Der Gesetzentwurf von Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) sieht einen sogenannten Mietstromzuschlag vor, er soll je nach Anlage 2,8 bis 3,8 Cent pro Kilowattstunde betragen. Die Förderung erhält der Vermieter aber nur, wenn er den Kostenvorteil zum Teil weiter gibt. Er soll den Strom seinen Mietern günstiger anbieten, als Energieversorgungsunternehmen.

Die Mieter können aber frei entscheiden, woher sie ihren Strom beziehen. Scheint die Sonne nicht, braucht man ohnehin einen externen Stromversorger. Dass Vermieter ihren Solarstrom an ihre Mieter weitergeben, ist auch schon bisher möglich. Auch jetzt schon entfallen dabei die Netzentgelte, die ein Viertel der Stromkosten ausmachen. Außerdem sparen sich die Nutzer die Steuern und Abgaben - so kann der Strompreis um über 40 Prozent sinken.

Strom dort erzeugen, wo er verbraucht wird

Ein Gutachten des Wirtschaftsministeriums geht davon aus, dass mit dem neuen Gesetz rund 3,8 Millionen der rund 18 Millionen Mietwohnungen in Deutschland mit Solarstrom versorgt werden könnten. Am wirtschaftlichsten sei dieses Modell für Gebäude mit mehr als 13 Wohnungen. Ein großer Vorteil bei dieser Art der dezentralen regenerativen Stromversorgung wäre, dass der Strom dort erzeugt wird, wo er verbraucht wird.

Die Förderung für den Mietstrom soll aber zunächst auf 200 Millionen Euro begrenzt werden. Damit soll verhindert werden, dass die Kosten für Stromkunden, die keinen Mietstrom nutzen, zu stark ansteigen. Denn beim Mietstrom fallen keine Kosten für die Nutzung des Stromnetzes an - dafür müssen die übrigen Stromkunden aufkommen.

Von Martin Thiel, SWR-Umweltredaktion | Online: Sola Hülsewig

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