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Banken erhöhen Gebühren Bargeld am Automat kostet extra

Die ersten Banken verlangen jetzt sogar Gebühren für das Abheben von Bargeld an Geldautomaten der eigenen Bank. Bei Gebührenerhöhungen sind die Institute kreativ. Was Verbraucher tun können.

Ein Mann hebt Geld ab an einem Geldautomaten.

Kreative Gebührenschraube: Bargeld am Bankautomat nicht einmal bei der Hausbank umsonst

Am Schalter müssen Bankkunden jetzt schon für Bargeld bezahlen. Warum weitere Gebühren gar nicht so abwegig sind, erklärt Eva Laun, SWR Wirtschaft und Soziales.

Warum soll sogar Bargeld an Geldautomaten extra Gebühren kosten?

Die Banken stecken in der Krise und verdienen nicht mehr so viel Geld. Deshalb suchen sie nach einem neuen Strohhalm und ziehen langsam auch die Gebührenschraube an - erst bei der Überweisung auf Papier, dann bei der Girokarte.

Die ersten wollen jetzt ihre Kunden zur Kasse bitten, wenn sie Bargeld am bankeigenen Geldautomaten abheben - zum Beispiel die Volksbank Ermstal-Alb. Das hat seinen Grund, denn die 55.000 Bankautomaten in Deutschland kosten viel Geld im Unterhalt.

Bisher waren die Leistungen der Banken doch kostenlos. Was hat sich jetzt geändert?

Der Hintergrund dafür sind die Niedrigzinsen. Die alten Geschäftsmodelle im Finanzsektor funktionieren nicht mehr. Früher haben die Banken verdient, indem sie das Geld ihrer Sparer teurer verliehen haben an ihre Kreditnehmer. Von dieser Zinsdifferenz haben sie gelebt. Aber jetzt, bei null Prozent Zinsen, gibt es auch null Gewinn.

Hinzu kommt: Bargeld ist lästig für Banken. Es ist letztlich nur aufwändig und teuer. Deshalb wären die Geldinstitute froh, wenn sie hierfür Geld einnehmen könnten.

Gebühren sind von Bank zu Bank unterschiedlich. Wen trifft es bei Erhöhungen am ehesten?

mehrere EC-Karten verstreut auf Tisch

Auch EC- und Kreditkarten kosten unterschiedliche Gebühren

Da kann man bereits einen Trend erkennen: Bisher wurden kostenlose Girokonten als Köder für neue Kunden benutzt. An dieser Stelle wird es die Bankkunden wohl am ehesten treffen. Auch die Zeitschrift "Finanztest" hat in der letzten Untersuchung im September bereits festgestellt, dass immer weniger gebührenfreie Girokonten angeboten werden.

Manche Banken setzen zum Beispiel bei Gehaltskonten die Grenze hoch: Die Postbank erwartet ab sofort für ein kostenloses Konto statt bisher 1.000 Euro als Minimum für das monatliche Einkommen 3.000 Euro Eingang pro Monat. Sonst kostet es zehn Euro pro Monat Gebühren.

Was können wir Bankkunden jetzt tun?

Im September hat die Zeitschrift "Finanztest" immerhin noch 25 kostenlose Girokonten gefunden - bei über 240 untersuchten Kontenmodellen.

Erst einmal sollte man die aktuellen Gebühren bei der eigenen Bank zusammenrechnen. Das ist nicht ganz leicht, denn jede Bank hat ein anderes Gebührenmodell. Manche berechnen Gebühren pro Buchung oder Überweisung, andere pauschal pro Monat. Außerdem muss man für Girokarte und Kreditkarte Gebühren zahlen - manchmal auch für Online-Banking, Aufträge über die Telefon-Hotline oder die Ausführung von Daueraufträgen. Bis etwa 60 Euro Gebühren im Jahr für die Abdeckung der Grundkosten findet zum Beispiel Finanztest okay. Wer mehr zahlt, sollte sich überlegen, ob er nicht einschreiten will.

Wem die Gebühren zu hoch sind, der hat drei Möglichkeiten:

  • Bei der eigenen Hausbank nach einem anderem Kontotarif fragen. Möglicherweise gibt es eine monatliche Pauschale statt Gebühren pro Kontobewegung, und man kommt damit günstiger weg.
  • Man kann sein eigenes Zahlungsverhalten ändern und zum Online-Banking übergehen, wenn das günstiger ist als persönlich zur Filiale zu gehen.
  • Oder man wechselt sogar die Bank. Das ist seit ein paar Wochen leichter geworden. Der Kunde muss nur noch ein Formular unterschreiben für den Wechsel und den Rest macht die neue Bank für ihn. Kunden können damit die neue Bank ermächtigen, beim alten Institut die entsprechende Daten abzufragen; die alte Bank muss dann innerhalb weniger Geschäftstage liefern. Die neue Bank informiert dann alle Zahlungspartner des Bankkunden.

Online: Heidi Keller

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