aus der Sendung vom Donnerstag, 4.8.2011 | 21.00 Uhr | SWR Fernsehen
Viele Autofahrer stehen hilflos da, wenn ein Pkw brennt. Doch herkömmliche Feuerlöscher erscheinen vielen Autofahrern zu groß und zu teuer. Abhilfe sollen neuartige Feuerlöschsprays bieten.

Wie eine kurze Umfrage unter Autofahrern in Stuttgart zeigt, haben die wenigsten einen Feuerlöscher in ihrem Wagen, obwohl er im Falle eines Brandes Leben retten kann.
Im Internet werden inzwischen sogar Löschsprays angeboten, handlich und für nur 15,- Euro. Zusammen mit der Feuerwehr vergleichen wir die Löschsprays mit dem als neuartig angepriesenen Spray Prymos, das sogar Motorbrände bekämpfen soll. Auf der Dose wirbt es mit "amtlich geprüft, mit Micro-Fog-Technologie". Als Referenz stehen klassische Autofeuerlöscher bereit. Können die Sprays da mithalten?
Sprays sind, genau wie Autofeuerlöscher, nur für Entstehungsbrände gedacht. Ein solcher Brand im Motorraum, kurz nach dem Entzünden, wird für den Test simuliert. Eine Minute lassen wir es brennen, für jedes Spray erneut. Als Löschexperte unterstützt uns Harald Herrmann, Chef der Reutlinger Feuerwehr.

Er kämpft mit den Sprays gegen die Flammen, aber kein Spray löscht das Feuer. Der Experte erklärt, dass ein solcher Motorbrand ein realistisches Szenario ist, wie es nach etwa einer Minute Brand im Motorraum auftreten kann. Prinzipiell könnte man das entstehende Feuer löschen, aber die Spraydosen enthalten nach Ansicht des Experten eine zu geringe Löschmittelmenge.
Auch mit dem neuen Löschspray ist es nicht einfach, alle versteckten kleinen Flammen mit dem Schaum zu erwischen. Die Löschwirkung ist aber die beste. Fast wäre das Feuer komplett aus. Auch bei einem zweiten Versuch lässt sich das Feuer nicht vollständig ersticken. Es würde sich weiter ausbreiten und auf das gesamte Fahrzeug übergreifen können, so der Experte.
Immerhin ließe sich mit diesem Spray ein Brand eindämmen und man kann damit Zeit gewinnen.
Für den Experten der Reutlinger Feuerwehr erscheinen die Sprays alle vergleichbar. Er findet kein Spray besser als ein anderes.

Das "Feuerlöscher-Spray" von Prymos kostet rund 25,- Euro. Ein Feuerlöscher ähnlicher Größe etwa 10,- bis 20,- Euro mehr. Ist er das wert oder kann er einen solchen Brand ebenfalls nicht vollständig löschen? Im Praxistest muss sich ein 1,3 Kilo Pulverlöscher bewähren.
Die Löschwirkung jedenfalls überzeugt, denn die Flammen werden mit mehr Löschmittel und höherem Druck erschlagen.
Kleiner Nachteil: Das Löschpulver vernebelt die Sicht. Der Schaum aus der Dose nicht und man sieht, wo man löscht. Trotzdem: Mit dem richtigen Feuerlöscher können Sprays nicht mithalten, meint der Experte.
Sie haben nach seiner Ansicht wesentliche Nachteile. Bei gleicher Größe enthalten sie weniger Löschmittel. Die Löschleistung ist damit nicht so wirkungsvoll. Außerdem muss man die Dosen nach drei Jahren entsorgen. Der Inhalt ist jedoch Sondermüll.
Trotzdem rät der Experte, wenigstens ein Feuerlöschspray im Wagen zu haben, als gar keinen Feuerlöscher.
Letzte Änderung am: 04.08.2011, 21.00 Uhr