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20 Jahre Tag der gesunden Ernährung Hartnäckige Ernährungsmythen

Der 7. März ist seit 20 Jahren der Tag der gesunden Ernährung. Aber was ist denn eigentlich gesund? Auf jeden Fall viel trinken? Manche Faustregel stellt sich bei genauerem Hinsehen als falsch interpretiert heraus.

Zwei Menschen trinken aus Sprudelflaschen

Wasser sollte man so viel wie möglich trinken. Richtig?

"Gesunde Ernährung" ist ein Dauerthema - jeder hat seine eigene Meinung dazu. Und oftmals stellen sich Empfehlungen, die jahrelang als wahr galten, als zumindest hinterfragbar heraus. Zum Beispiel diese Ernährungstipps:

Von Werner Eckert, SWR-Redaktion Umwelt und Ernährung

So viel trinken wie möglich.

Das war und ist eine gute Empfehlung für ältere Menschen, denen das Durstgefühl abhandengekommen ist. Aber wie viel sollte man denn nun trinken - zwei, drei Liter oder mehr? Zählen alle Flüssigkeiten - also auch die Bratensoße? Was ist mit Kaffee?

Einfache Tipps haben immer Fußangeln: Kaffee ist vor 20 Jahren noch als "Flüssigkeitsräuber" eingestuft worden. Das ist falsch, Kaffee entzieht dem Körper kein Wasser. Die zweite Erkenntnis: wer es drauf anlegt, kann sich tatsächlich totsaufen und zwar mit purem Wasser. Ab sechs Litern wird es kritisch. Natürlich gilt: Wer viel Sport treibt und dementsprechend mehr schwitzt, braucht auch mehr Wasser. Ansonsten hat es David L. Katz, Medizin-Professor an der US-Eliteuniversität Yale, auf den Punkt gebracht: Man sollte ungefähr alle drei Stunden hell und einigermaßen ergiebig pinkeln müssen. Dann passt das schon.

Frühstücksteller mit zwei Eier-Sandwiches

In Eiern ist viel Cholesterin: gut oder schlecht?

Cholesterin ist ungesund

Die Ernährungswissenschaft ist zwar kein Voodoo, aber wirklich sicher ist das wenigste, was da standfest behauptet wird. Der Stand der Erkenntnis entwickelt sich. Und plötzlich ist heute gesund, was gestern noch krank gemacht hat. Das Frühstücksei und der Cholesterinwert sind so eine Geschichte. Die Erkenntnis, dass Patienten mit viel Cholesterin im Blut eher einen Infarkt kriegen, hat zu der Empfehlung geführt nichts zu essen, was viel Cholesterin enthält, zum Beispiel Eier. Der zugespitzte Aberwitz manifestiert sich im "weißen Omelette". Es besteht nur aus Eiweiß, weil das Cholesterin im Dotter steckt. Viele Studien später ist der Stand der Erkenntnis jedoch, dass Cholesterin im Essen mit dem Cholesterin im Blut wenig zu tun hat. Die gesättigten Fettsäuren sind schlimmer - bis auf Weiteres.

Immer wenn es um einzelne Produkte geht, sind Ernährungstipps schwierig. Wirklich langlebige Ernährungsempfehlungen sind relativ unkonkret. Zum Beispiel die Faustregel, vielfältig, aber nicht zu viel zu essen. Das führt fast zwangsläufig dazu, dass Gemüse immer gut wegkommt. Es macht satt, enthält viele Wirkstoffe und wenig Kalorien.

Frau trinkt Glas mit Rotwein

Auch Rotwein enthält Adaptogene.

Adaptogene gegen Burnout und Krebs

Adaptogene sind eine neue Sau, die durchs Dorf getrieben wird. Es handelt sich um Substanzen, die die Widerstandskraft des Körpers stärken und ihm bei der Anpassung an Stress helfen sollen. Es wird umfassender Schutz vor Krebs bis Burnout in Aussicht gestellt. Wahre Adaptogen-Monster sollen zum Beispiel Rosenwurz, Wassernuss oder Winterkirsche sein. Der Vorteil dieser Pflanzen: Sie sollen eine "unspezifische" Wirkung haben und das schließt auch gefährliche Nebenwirkungen weitgehend aus.

Irgendwie fassbar ist das alles nicht. Die meisten Adaptogene sind uns im Übrigen schon mal begegnet unter dem Stichwort Flavonoide. Die sind zum Beispiel in Rotwein zu finden und sollen angeblich Herzkrankheiten vorbeugen.

Online: Sola Hülsewig

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