Sendung vom Sonntag, 11.11.2007 | 17.15 Uhr | SWR Fernsehen
30 bis 40 Grad Minus rund um die Uhr, Biwakzelte als einzige Übernachtungsmöglichkeit, unter dem zweieinhalb Meter dicken Eis 800 Meter Polarmeer. Vor ihnen 1000 Kilometer auf Skiern und mit dem Hundeschlitten. Das sind die Voraussetzungen, unter denen Arved Fuchs und sein Team aufbrechen, um Ellesmere Island, die nördlichste Insel der kanadischen Arktis, zu bezwingen.

Erste Begegnung von Schlittenhunden und einem weißen Wolf.
Arved Fuchs (54), deutscher Abenteurer und Polarexperte, hat sich sechs Wochen Zeit genommen, um diese Herausforderung zu bewältigen. Ausgangspunkt seiner jüngsten Expedition ist die Wetterstation Eureka auf Ellesmere Island, die nördlichste Wetterstation der Welt. Von dort will er zunächst auf dem ewigen Eis, später dann quer durch die Insel über Hochgebirge und Gletscher zurück nach Eureka die Insel umrunden.
Fuchs und sein Team haben mit unvorhersehbaren Schwierigkeiten zu kämpfen. Angriffe von arktischen Wölfen gefährden die Expedition ebenso wie plötzlich einsetzende Wärme; Tiefschnee, Eisschollen, Krankheiten und Erfrierungen. Gleichzeitig entschädigen die traumhaft schönen Polarlandschaften für all die Mühen.
„Im Land der weißen Wölfe“ erzählt von einer Expedition in eine kaum erforschte Region der Welt. Aber auch von einer Region, die in den kommenden Jahrzehnten ihr Gesicht entscheidend verändern wird. Schon jetzt führt der Klimawandel dazu, dass in den Sommermonaten Juli und August ein Drittel weniger Eis auf dem Polarmeer vorhanden ist als noch vor wenigen Jahren. Wissenschaftler des Max-Plank-Institutes prognostizieren einen vollständigen Rückgang des Polarmeereises in den Sommermonaten für die kommenden 50 bis 100 Jahre, mit bisher noch unabsehbaren Folgen für das Weltklima.
Mit seiner Expedition dokumentiert Fuchs vielleicht das letzte Mal die Unberührtheit der nordpolaren Eiswüste, die vor ihm nur wenige Menschen jemals betreten haben.
Ein Film von Klaus Balzer
Letzte Änderung am: 13.10.2008, 14.20 Uhr