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Fernsehen im SWR

Afrika Sarah Wiener in Marrakesch

Sendung vom Samstag, 13.8.2011 | 16.30 Uhr | SWR Fernsehen

Im Frühherbst 2006, mit Beginn der muslimischen Fastenzeit, reiste die Berliner TV-Köchin Sarah Wiener nach Marokko. Sie wollte den Fastenmonat Ramadan in Marrakesch erleben, der alten Handelsstadt am Fuße des Atlasgebirges.

Der Ramadan gebietet anders als die christliche Fastenzeit Enthaltsamkeit nur für die Zeit zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang. In den Stunden dazwischen darf hemmungslos geschlemmt werden.

Fastenmonat Ramadan - Fasten und Feiern zwischen den Mondsicheln

Zu keinem anderen Anlass wird in muslimischen Ländern soviel gekocht, so viel gegessen, an Gewicht zugelegt und soviel Geld für Nahrungsmittel ausgegeben wie im Ramadan. 30 Tage fasten heißt 30 Tage Festessen. Für die Gastronomin Sarah Wiener eine ideale Gelegenheit also, hinter die Geheimnisse der arabischen Küche zu kommen.

Die Kamera folgt ihren Streifzügen durch die Welt der Genüsse, bei denen sie nicht nur orientalische Rezepte kennen lernt, sondern auch die Rituale des islamischen Glaubens - und vor allem neugierig eintaucht in die Welt der marokkanischen Frau.

Eine junge Marokkanerin bemalt Sarah Wieners Hände mit Henna

Vor einem Fest: die Hände werden kunstvoll mit Henna bemalt.

Iftar, das Fastenbrechen am Abend - ein feierliches Ritual

Der traditionelle Aufenthaltsort für Frauen ist in Marrakesch der Riad, das um einen baumbestandenen Hof herum gebaute, großbürgerliche Stadthaus.

Wenn sich am Ende einer oft dunklen Gasse die Türen in einen Riad öffnen, dann ist es, als täte sich ein Tor zu Tausendundeiner Nacht auf: mit Mosaiken verzierte Wände und Decken, kostbare Teppiche und – nach Sonnenuntergang – reich beladene Tische. Bis vor wenigen Jahrzehnten durften marokkanische Frauen ihren Riad nicht verlassen, erst seit kurzem genießen sie größere Freiheiten.

Die marokkanische Küche - ein aufregender Mix aus Gewürzen, Zutaten und Farben

Umso stärker ist ihre Stellung innerhalb des Hauses, hier haben sie das Sagen, zelebrieren ihre Speisen und feiern ihre Feste. Hier absolviert Sarah Wiener einen Crash- und Intensiv-Kurs in der Kultur und Küche des Orients.

Hier ist alles hand- und hausgemacht, erfordert viel küchenhandwerkliches Können, die Kenntnis der überlieferten Rezepte, Hingabe und Geduld.

Kaum bleibt Zeit, das zu tun,  was auf dem Terminplan der traditionell lebenden marokkanischen Frau sonst noch steht: Haare färben, Hände und Füße kunstvoll mit Henna dekorieren, ins maurische Bad gehen, Moschee und Heiligengräber aufsuchen, künftige Hochzeiten einfädeln, mit anderen singen, tanzen, vieles mehr.

Sarahs Einblicke in eine fremde Welt

Von einer Marokkanerin wird Sarah Wiener zur anderen gereicht, ist im Haus einer Geschäftsfrau ebenso zu Gast wie in einer Armenküche, bei Intellektuellen und einer Familienfeier am 27. Tag des Ramadan, dem Tag, an dem der Überlieferung nach der Koran vom Himmel fiel.

So begibt sie sich auf eine faszinierende Reise in eine Welt, die normalerweise hinter hohen Mauern verborgen bleibt.

 

 

Ein Film von Valérie Theobaldt und Stefan Pannen

Letzte Änderung am: 24.08.2009, 16.23 Uhr