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Europa Im Bann der Pferde - Island

Sendung vom Sonntag, 8.1. | 6.15 Uhr | SWR Fernsehen

Im Norden Islands lebt Islandpferdezüchter Garðarsson mit seiner Familie. Zusammen mit seinem 13-jährigen Sohn hat er einen Plan: einen Ritt vom ewigen Eis der Gletscher zurück bis an die Küste.

Island ist das Sehnsuchtsziel im Norden. Die größte Vulkaninsel der Welt ist bekannt für eine grandiose Landschaft, für ihre Geysire und Gletscher. Aber noch berühmter ist sie für ihre Pferde.

Vater und Sohn durchqueren auf Pferden mit Pferde Herde einen See

Haukur und sein Sohn durchqueren mit der Herde den See Hóp

Islandpferde gelten als die spritzigsten und zugleich ausdauerndsten in ganz Europa. In stürmischem Stakkato tölten sie über Mooskissen und Lavagestein. Unerschrocken ziehen sie durch Flüsse, über Gletscher und Geröllfelder.

Islandpferde - Lieblinge der Götter

In der nordischen Mythologie kommen die Rösser gleich nach den Recken. Was wäre Siefgried ohne sein Pferd Grani, was Odin ohne Sleipnir. Selbst die Sonne käme nicht vom Fleck, zögen nicht "Frühwach" und "Allgeschwind" ihren Wagen.

Von Beginn der Kolonisierung an waren die Isländer derart eng mit ihren Pferden verbunden wie sonst nur die Reitervölker Zentralasiens. Und bis heute ist etwas geblieben von der Liebe zu den Pferden.

Pferdezucht und Tourismus

Auch für Haukur Goroarsson wäre ein Leben ohne seine Pferde undenkbar. Der 34-Jährige lebt mit seiner Familie im Vatnsdalur, einem fruchtbaren Tal im Norden, vier Autostunden von der Hauptstadt Reykjavik entfernt. Haukur Goroarsson betreibt Pferdezucht und bietet Ausritte für Gäste aus aller Welt an. Diesen Sommer hat er einen waghalsigen Plan: einen Ritt vom ewigen Eis der Gletscher zurück bis an die Küste.

Ein kurzer Sommer der Freiheit

Der Film aus der Reihe "Im Bann der Pferde" führt mit eindrucksvollen Bildern in die Welt am Rande des Polarkreises und porträtiert Familie Goroarsson bei ihrer Arbeit mit den Pferden. Die Dreharbeiten beginnen im Sommer, wenn die Tage auf Island weder beginnen noch enden, weil es nicht dunkel wird. Jedes Jahr im Juli treibt Haukur einen Großteil der Pferde auf die Hochweiden. Damit folgt er einer jahrhundertealten Tradition.

Drei Monate lang können die Tiere dort in absoluter Freiheit verbringen. Erst im Herbst, wenn im Tal oft schon Schnee liegt, ist "rettir", der Abtrieb der Pferde. Überall im Land werden dann die Tiere wieder zusammengetrieben, gezählt und zu den Heimathöfen gebracht.

Ein Film von Lisa Eder

Letzte Änderung am: 11.09.2009, 23.31 Uhr