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Länder - Menschen - Abenteuer Die Marco Polo-Fährte - Durch Iran und Afghanistan

Sendung vom Mittwoch, 2.5. | 3.30 Uhr | SWR Fernsehen

Der Mann ist pure Legende. Marco Polo gilt als der "größte Reisende" aller Zeiten. Von 1271 bis 1295 reiste der junge venezianische Händler von Venedig bis Peking, wo er das Vertrauen des Kaisers von China gewann. Sein Buch "Die Wunder der Welt" ließ Europa im Mittelalter staunen.

Blick auf Gebirgsmassiv, mit schneebedeckten Bergen

Die Berge des Hindukusch

Erstmals las man von China, über ferne Welten, von denen man noch nie gehört hatte. Doch wie lief es damals für Marco Polo auf der "Großen Seidenstraße"? Was für ein Mensch war er? Gelangte der damals 17-Jährige wirklich bis an den chinesischen Kaiserhof? Oder hat er alles nur erfunden?


Bradley Mayhew, Brite, 40 Jahre alt, ist ein Profi-Traveller der heutigen Zeit. Er schreibt Reiseführer für Lonely Planet, jenen Verlag, der die Bibeln der Backpacker herausgibt. Bradley bereist für "Länder-Menschen-Abenteuer" noch einmal jene Route, auf der im 13. Jahrhundert Marco Polo unterwegs war. 8.000 Kilometer über Land, immer der Seidenstraße entlang, von Venedig bis Peking. Über eiskalte Pässe, durch orientalische Oasen und unwirtliche Wüsten, mit Bus, Lkw oder per Anhalter, das Buch Marco Polos im Rucksack. Spurensuche, Faktencheck, Detektivarbeit 750 Jahre später. Wo genau ist er gereist? Was schreibt er? Wie war die Zeit damals? Stimmen seine Beschreibungen mit der Wirklichkeit überein?


Folge 3: Durch Iran und Afghanistan

Reisebuch-Autor Bradley Mayhew ist auf der Route Marco Polos in den Wüsten des Iran angelangt, wo es sich bestens per Anhalter reist. Im berühmten Reisebericht des Venezianers hat Bradley über Feueranbeter gelesen. Doch in der alten Lehmstadt Yazd, einst Zentrum des Zoroastrismus, findet er nur sehr wenige Gläubige dieser ältesten monotheistischen Religion der Welt.

Im Islamischen Gottesstaat leben sie an den Rand gedrängt. Weiter an den Persischen Golf, von wo aus der Venezianer per Schiff weiter reisen wollte. In alten Häfen sucht Bradley nach arabischen Küstenseglern. Er will herausfinden, warum der Venezianer seinen Plan änderte - und sich für die lange, gefährliche Überland-Route durch die Wüsten und Hochgebirge Asiens entschied. Auch Bradley quert wie einst Marco Polo die Dasht-e Lut, die größte der iranischen Wüsten, und erreicht Afghanistan.

In Herat trifft er eine junge Frau, die sich für die Straßenkinder der Stadt einsetzt und nichts mehr fürchtet als die Rückkehr der Taliban. Nahe der Stadt Masar-e Sharif liegt das antike Balkh, das zur Zeit Marco Polos als die "Mutter aller Städte" galt. Heute braucht Bradley Polizeischutz, um zu den berühmten Ruinen zu gelangen, denn auch hier sind die Taliban wieder auf dem Vormarsch.

Die ISAF fliegt ihn ins Feldlager Faizabad, aber Bradley verzichtet auf den Schutz der Bundeswehr, kleidet sich afghanisch und reist zu den ältesten Minen der Welt. Tief im Hindukusch, wird seit 7.000 Jahren Lapislazuli abgebaut. Marco Polo war der erste, der darüber schrieb.

Ein Film von Rolf Lambert und Bernd Girrbach

Letzte Änderung am: 09.09.2011, 23.29 Uhr