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Fernsehen im SWR

Südamerika Ecuador - Ein moderner Indianer

Sendung vom Sonntag, 26.4.2009 | 17.15 Uhr | SWR Fernsehen

Ima Nenquimo ist ein Indianer vom Stamm der Huaorani am Rio Cononaco tief im Regenwald von Ecuador. Im Gegensatz zu den meisten seiner Stammesmitgliedern hat er jedoch die spanische Sprache gelernt wie auch, in Quito, der Hauptstadt Ecuadors, sich zurechtzufinden. Das äußere Erscheinungsbild des 25-jährigen Amazonas-Indianers unterscheidet sich nicht von dem eines modernen jungen Mannes der westlichen Welt. Ima liebt lässige Jeans, Turnschuhe, T-Shirts und besucht leidenschaftlich gern Karaoke-Bars. Aber sein Geist lebt,  so sagt er, in im Urwald, dort wo die Amazonasbewohner noch mit Blasrohren zur Jagd gehen und vollkommen archaisch wie in Gottes Garten Eden leben.

Ima Nenquimo telefoniert

Ima Nenquimo bewegt sich in zwei Welten

Ima engagiert sich für den Naturschutz. Er möchte Jura studieren, um das Gebiet seines vor der Ausbeutung und Zerstörung durch die Erdölfirmen zu retten. Gleichzeitig will er aber auch, genauso wie sein Großvater Kamperi, eines Tages Schamane werden. Zwei bis drei Mal im Jahr unternimmt er die weite Reise in den Urwald, um den  Großvater, wiederzusehen und um für eine paar Tage in die Welt der Rituale wieder einzutauchen. Regisseurin Lourdes Picareta und ein Team von Länder-Menschen-Abenteuer haben ihn auf einem seiner Besuche im Stammesgebiet der Huaorani begleitet.

Ima und sein Großvater Kamperi im Boot unterwegs

Die Huaorani leben seit über 5.000 Jahren im Nordosten des heutigen Ecuadors an der Grenze zu Peru, im Nationalpark Yasuni. Ihr Name bedeutet „Freier Mensch“.

Bis in die siebziger Jahre galt es als großes Wagnis, mit ihnen in Berührung zu kommen. Denn die Huaorani hatten sich seit Jahrhunderten gegen Eindringlinge, ob Sklavenjäger, Goldsucher, Kautschucksammler oder Missionare, erfolgreich gewehrt. Heute jedoch stehen ihnen die Erdölgesellschaften gegenüber. Im Dschungelboden ihres Gebietes werden rund eine Milliarde Barrel Rohlöl (1 Barrel = 159 Liter) vermutet. Von 16 000 Huaorani in den 60er Jahren, als die Ölausbeutung anfing, sind noch knapp 1.500 übrig. Die Mittel, sich zu wehren, besitzen nur die Gebildeten, auch deshalb hat der junge Ima beschlossen, in beiden Welten zuhause zu sein, der der Schamanen und der der Bürotürme von Quito.

Ein Film von Lourdes Picareta

Letzte Änderung am: 20.03.2009, 23.53 Uhr