SENDETERMIN So, 2.6.2013 | 17.15 Uhr

Länder - Menschen - Abenteuer

Kolumbien - Eldorado am Pazifik

Ein Film von Lourdes Picareta

"Woher kommen die Wellen?", fragt an der Pazifikküste Kolumbiens ein 17-jähriger Junge aus den Slums von Medellín. Bombi Cordoba unternimmt eine Traumreise in die weitgehend unbekannte Urwald-Region Kolumbiens, den Chocó.

Drei Menschen sitzen in schmalem Boot

Zahlreiche Flüsse und unberührte Wälder durchziehen den Chocó.

Bombis Vorfahren sind hier vor etwa 500 Jahren hin gebracht worden. Als Sklaven, die für Spanien nach Gold suchen sollten. Bombi ist Musiker und sucht in Chocó nach seinen Wurzeln und denen seiner Musik - mit dem naiven Blick eines jungen Erwachsenen, der das erste Mal den Ozean, den Urwald und die Traditionen seines Volkes entdeckt.

Seine Gastgeberin und Führerin durch diese Gegend ist Josefina Klinger, eine Tourismusmanagerin. Hier gibt es viel unberührte Natur und Traumstrände, aber auch die Drogenmafia. Die Region leidet unter Vertreibung und Landflucht. Josefina will mit dem Tourismus, den Chocó aus den Fängen der Mafia befreien. Bombi hat dafür einen anderen Rettungsring: Die Musik.

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Kolumbien - Eldorado am Pazifik

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Bombi, ein Junge aus den Slums von Medellín, besucht die Heimat seiner Vorfahren. Gemeinsam mit seiner Gastgeberin, Josefina Klinger, bereist der 17-jährige Musiker die weitgehend unbekannte Urwald-Region Kolumbiens, den Chocó.

Bombi, ein Junge aus den Slums von Medellín, besucht die Heimat seiner Vorfahren. Gemeinsam mit seiner Gastgeberin, Josefina Klinger, bereist der 17-jährige Musiker die weitgehend unbekannte Urwald-Region Kolumbiens, den Chocó.

Der Chocó kann mit unberührten Urwäldern und kilometerlangen Stränden entlang des Pazifiks punkten. Das Naturparadies bietet riesige Chancen für den Alternativtourismus.

Viele Menschen im Chocó haben afroamerikanische Wurzeln. Ihre Vorfahren kamen als Sklaven ins Land und mussten für die spanischen Großgrundbesitzer in der Landwirtschaft oder den Goldminen schuften. Noch heute wird Gold geschürft.

Josefina Klinger liebt Steine: "Du findest hier alle Farben. Du läufst und sagst, der ist noch schöner, und sammelst weiter. Und du glaubst der letzte ist der schönste bis du den nächsten siehst. Am Ende hast Du dein T-Shirt voller Steine. "

Unterwegs in den Mangrovenwäldern: Im tiefen Schlick der Mangrovenwurzeln stecken die riesigen Piangua-Muscheln. Sie sind eine exquisite Spezialität in Chocó. Weil sie schwer zu ernten sind, können die Bewohner dafür gutes Geld verlangen.

Medellín ist die zweitgrößte Stadt Kolumbiens und berüchtigt für die Drogenmafia. Ein Gürtel von Slums liegt um den Kern der Stadt, denn die Landbevölkerung wurde teilweise vertrieben und siedelte sich in den Städten an.

Das Viertel "Comuna 13" gilt in Medellin als Hochburg der Gewalt. Viele Kinder werden schon als Drogenkuriere missbraucht. Doch es gibt Wege, um den Teufelskreis zu durchbrechen.

Dank dem Kulturprojekt "Son Bata" blicken Bombi (li) und sein Freund hoffnungsvoll in die Zukunft: "Die Kugeln mit denen wir schießen, sind Musiknoten", so Bombi.

Auch in den Slums von Medellín tobt der Mafiakrieg und die Musik ist das Wunder, das Jugendliche wie Bombi von der Gewalt befreit. Die Geschichte von Bombi und Josefina erzählt von Sklaven, Gold und Drogen.

Eine Geschichte, für die wir Europäer den Nährboden geschaffen haben. Das alles in einer imposanten Landschaft, wo der Urwald bis zum Ozean reicht und die Kieselsteine, die der Pazifik an die schwarzen Strände spült, tausend Farben haben.

Stand: 14.01.2013, 18.11 Uhr