Sendung vom Donnerstag, 15.12.2011 | 23.45 Uhr | SWR Fernsehen
Karl-Heinz Ott mit seinem Roman "Wintzenried" und Philipp Blom mit "Böse Philosophen. Ein Salon in Paris und das vergessene Erbe der Aufklärung"
Er ist einer der großen Philosophen des 18. Jahrhunderts. Und zugleich einer der seltsamsten Menschen: Jean-Jacques Rousseau. Er gehört in den Kreis um den brillanten Kopf Denis Diderot, er ist mit dem großen Skeptiker David Hume befreundet. Aber er verkracht sich mit allen. Er ist unsicher, leidet an Verfolgungswahn, fühlt sich nicht genug gewürdigt und schreibt doch die maßgeblichsten politischen Schriften, die bis heute von ihrer Faszination nichts eingebüßt haben.
Er ist ein soziales Monster und erfindet einen Gesellschaftsvertrag zur Erringung von Gleichheit. Er schickt seine Kinder ins Waisenhaus und schreibt eine Pädagogik für fortschrittliche Geister.
Wer kann das verstehen? Nur ein Schriftsteller: Karl-Heinz Ott, gesegnet mit einem Gespür für etwas schräge Geister. In seinem neuen Roman "Wintzenried" bleibt er Rousseau auf der Spur. "Wäre ich nur bei Mama geblieben." - das sind dessen letzten Worte.
Philipp Blom erzählt in "Böse Philosophen" von einem der radikalsten Denkerkreise im Paris des 18. Jahrhunderts. Man trifft sich bei Baron d'Holbach: Da ist der Enzyklopädist Denis Diderot, der englische Schriftsteller Laurence Sterne, der nüchterne Philosoph David Hume. Und eben dieser schwierige Mensch aus Genf: Jean-Jacques Rousseau.
Letzte Änderung am: 07.12.2011, 12.13 Uhr