Thea Dorn im Gespräch mit Arthur B. Bollason, Steinunn Sigurdardottir und Tilman Spreckelsen
Sendung vom Donnerstag, 6.10.2011 | 23.45 Uhr | SWR Fernsehen
Lange Jahre war Island nur eins: Boomland, Steuerparadies, Utopia für Zweckgesellschaften. Dann kam die große Krise. Jetzt ist Island das Gastland der diesjährigen Buchmesse, denn das arme Land ist reich an Literatur.
Und Krisen sind auch nichts Neues: die gab es in Island schon im Mittelalter. Es gab mächtige Helden, prächtige Kerle, harte Kriege, üble Verbrechen, große Leidenschaften. Und es gab schon Literatur, die davon gesprochen hat: mündliche Erzählungen, eben die berühmten Sagas, die zwischen 930 und 1030 entstanden sind. Bis heute sind sie in der Bevölkerung allgegenwärtig.
Arthúr Björgvin Bollason hat eine der großen Sagen nacherzählt, um an die mündliche Tradition zu erinnern. Es ist die "Saga von Njall", in der der Held Gunnar seine Frau ohrfeigt und nicht von ungefähr in Schwierigkeiten gerät. Und er hat einen kenntnisreichen Reisebegleiter über seine Heimat geschrieben.
Die rege literarische Tätigkeit in Island hat tiefe Wurzeln und geht zurück auf die Sagas.
Ich gebe zu, dass ich keine Sagas mochte, als ich jung war. Für ein junges Mädchen ist ein abgeschnittenes Bein nicht gerade das, was es lesen will.
Und last but not least:
Tilman Spreckelsen, FAZ-Redakteur und Experte für Gralswunder und Drachenträume, erzählt fünf der berühmtesten Isländer- Sagas nach.
Seine Lieblings-Saga handelt von einem Dickkopf: die Saga von Egil Skalla-Grimsson. Und ist in dem Buch "Der Mordbrand von Örnolfdalur" nachzulesen.
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Letzte Änderung am: 28.09.2011, 09.46 Uhr