Sendung vom Montag, 24.10.2011 | 18.15 Uhr | SWR Fernsehen in Baden-Württemberg
Wie schneidet man einer Ziege die "Zehennägel", sprich die Klauen und wie impft man sie gegen Würmer? Die Menschen in Bermersbach können solche Fragen mittlerweile lässig beantworten. Industrieelektriker, Briefträgerinnen und pensionierte Finanzbeamte betreuen in ihrer Freizeit vier große Ziegenherden und tun auf diese Weise viel Gutes für ihr Dorf und die Landschaft ringsherum.

Das Murgtal
In den Jahren zuvor war der Ort im Murgtal mehr und mehr zugewachsen. Wald und Brombeergestrüpp rückten immer dichter an die Häuser heran. Schon in den 60er-Jahren hatten die Menschen aufgehört, die steilen Wiesen und Äcker zu bewirtschaften. Die Landschaft wurde trist und eintönig.
In einer großen Gemeinschaftsaktion rodeten die Dorfbewohner den ersten Hang. Aber was tun, damit die freie Fläche nicht sofort wieder zuwuchert? Etwa Ziegen halten? Spott flammte auf und verstummte schnell wieder: Die kleinen Wiederkäuer zermalmen mit ihrem kräftigen Gebiss am liebsten Holz. Weitere Hänge wurden freigelegt, die Ziegenherde wuchs und wuchs. Finsterer Wald verwandelte sich in lichte Wiesentäler.
Ehemals unerfahrene Hobbygärtner stemmen heute eine straff organisierte Landwirtschaftskooperative. Und nicht nur die Landschaft, auch das Leben der Menschen hat sich mit den Tieren komplett verändert. Der Film begleitet die Bermersbacher Ziegenfreunde bei ihrer täglichen Arbeit auf der Weide.
Christina Morlock von den "Ziegenfreunden Bermersbach" auf der Weide



Ein Film von Katharina Prokopy
Letzte Änderung am: 16.09.2011, 23.31 Uhr