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Moderator Martin Seidler

Landesschau Rheinland-Pfalz vom 17.4.2014

SWR Landesschau Rheinland-Pfalz,  17.4.2014 | 57:19 min

Fernsehen im SWR

Essen & Trinken Fisch richtig einkaufen

aus der Sendung vom Mittwoch, 22.2.2012 | 18.55 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz

Fische auf Eis

Auf dem Speiseplan steht immer häufiger Fisch: 15,7 Kilo verzehrte jeder Deutsche durchschnittlich im vergangenen Jahr. Fisch gilt als wichtiger Bestandteil einer gesunden Ernährung: Er ist reich an Eiweiß, Vitaminen, deckt einen großen Teil des Jodbedarfs und enthält gesunde Fette.

Bei uns bekommen Sie Tipps rund um den Einkauf. Ein wichtiges Merkmal für frischen Fisch: Er duftet nach Meer, hat keinen fischigen Geruch. Wir besuchen einen Fischfachhändler in Mainz und erfahren, nach welchen Kriterien er seine Ware einkauft, wie er Fisch aufbewahrt und welche Fischarten derzeit besonders gefragt sind.

Außerdem klärt Waltraud Fesser von der Verbraucherzentrale Mainz auf: Welchen Fisch kann ich mit gutem Gewissen kaufen? Die Meere sind überfischt und auch Rückstände von Schwermetallen oder Antibiotika wurden schon in Fisch nachgewiesen. Gütesiegel sind eine Entscheidungshilfe beim Einkauf. So steht das MSC-Siegel (Marine Stewardship Council) für Nachhaltigkeit im Fischfang. Natürlich gibt es auch Tipps, wie sie den Fisch zuhause aufbewahren sollten und zur Haltbarkeit.


Weitere Informationen zur Sendung:

Gesunde Ernährung mit Fisch
Ein bis zwei Mal pro Woche sollte man Fisch essen. Das gehört zu einer ausgewogenen Ernährung. Fische versorgen den Körper mit wichtigen Nährstoffen, wie Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe.
Außerdem enthalten Fische essentielle Omega-3-Fettsäuren, die sich in besonders hohen Konzentrationen in Fettfischarten wie Makrele, Hering, frischem Tunfisch und Sardine finden. Die Omega-3-Fettsäuren stärken das Herz-Kreislauf-System und beugen Arterienverkalkung vor. Außerdem ist Fisch ein wichtiger Jodlieferant.
Und Fisch ist an sich fettarm, wenn er nicht mit Panade überzogen in Fett gebacken wird. Scholle und Seelachsfilet, Schellfisch und Forelle sind zum Beispiel sehr fettarm.

Seefisch und Süßwasserfisch
Seefische sind nicht gesünder als Süßwasserfische; im Seefisch ist nur mehr Jod vorhanden als im Süßwasserfisch. Seefisch hat mehr Omega-3-Fettsäuren, Süßwasserfisch mehr Omega-6-Fettsäuren. Beides sind lebensnotwendige Fettsäuren, die über die Nahrung zugeführt werden müssen.

Filet oder ganzer Fisch
Der Trend geht leider weg vom ganzen Fisch. Das ist bedauerlich, denn bei einem ganzen Fisch lässt sich die Frische besser feststellen und er ist auch geschmacklich interessanter, als z.B. ein Filet. Der Verbraucher ist sozusagen näher dran am Produkt. Viele trauen sich aber leider nicht ran an den Fisch, dabei ist es gar nicht so schwer, ihn zuzubereiten. Ausgenommen wird er in der Regel schon vom Händler.
Sie können den Fisch z.B. in Folie garen und ihn nur mit ein paar Kräutern und einer Zitronenscheibe füllen; ca. 20 Minuten, je nach Fischart, in den Ofen, das ist alles.

Einkauf
Da sollte man seinen Sinnen trauen. Der Geruch ist immer ein wichtiges Zeichen – auch beim Filet. Frischer Fisch riecht nicht "fischig". Ist der Fisch in Folie verpackt, frisch im Supermarktregal, steht das Verbrauchsdatum darauf. Maximal bis dahin sollte er gegessen werden. Allerdings ist der Fisch durch das Eiweiß anfällig für Mikroorganismen, gegen Ende ist oft die Keimzahl relativ hoch. Am besten ist es, den Fisch so früh wie möglich zu essen.
Ist der Fisch Auftauware, dann sollte man den Fisch nicht wieder einfrieren.

Aufbewahrung
Frischen Fisch sollte man in einer Porzellan- oder Glasschüssel aufbewahren und ihn abdecken. Im Kühlschrank sollte man Fisch unten auf der Glasplatte ablegen, weil es dort am kältesten ist. Am besten aber ist es, wenn der Fisch so schnell wie möglich verbraucht wird. Auf keinen Fall sollte er länger als 24 Stunden im Kühlschrank liegen.

Bedrohte Fischarten
Nachdem Kabeljau in der Nordsee so stark überfischt wurde, dass sich das Fischen kaum noch lohnt, stammt der Kabeljau heute hauptsächlich aus der Barentssee. Fangquoten werden dort um 25 Prozent überschritten. Auch die Scholle sollte tabu sein, sie ist stark überfischt. Das gleiche gilt für den Rotbarsch und natürlich Tunfisch.

Gütesiegel
Das bekannteste Siegel für Wildfisch "MSC" (Marine Stewardship Council) ist eine unabhängige, internationale Organisation. Ihr Siegel vergeben sie an Fischereibetriebe, die nachhaltig wirtschaften. Ziel ist es, die Überfischung zu verringern. Die Fischerei darf nur so viel fischen, wie auch wieder "nachwächst". Außerdem dürfen andere Ökosysteme wie z.B. Korallenriffe nicht beeinträchtigt werden. Es ist zwar schwer die Einhaltung der Kriterien gründlich zu überwachen, dennoch ist dieses Siegel ein guter Anhaltspunkt.

Aquakultur
Bei einer Aquakultur handelt es sich um gezüchtete Fische; die Züchtung von Karpfen ist unproblematisch, da diese Fische Pflanzenfresser sind. Bei gezüchtetem Lachs ist das oft problematischer. Sie werden mit Fischmehl gefüttert, das heißt auch für diese Fische werden enorme Mengen im Meer gefischt. Außerdem leben die Fische oft in sehr beengten Verhältnissen und sind anfällig für Parasiten und das wiederum wird mit Medikamenten bekämpft. In Europa werden Fischzuchten relativ streng kontrolliert, die Belastung mit Medikamenten ist gering. Außerhalb der EU sieht das anders aus. Auf jeden Fall Finger weg von Lachs aus Chile.
Wichtige Orientierungshilfe sind hier das Naturland- und das EU-Biosiegel. Zur Orientierung haben die Umweltorganisationen "Greenpeace" und "WWF"(World Wide Fund For Nature) Einkaufsratgeber entwickelt. Auch die können eine Hilfe sein.

Letzte Änderung am: 04.01.2012, 12.33 Uhr