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Gesund & aktiv Wenn die Blase schwächelt

aus der Sendung vom Mittwoch, 22.6.2011 | 18.55 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz

Inkontinenz

In die Hose machen sich nur Kinder und die werden dafür ausgeschimpft, was also, wenn ein Erwachsener mit diesem Problem zu tun bekommt? Meistens macht er oder sie es lange mit sich selber aus, behilft sich mit Binden oder Windeln und zieht sich aus dem sozialen Leben zurück, zu peinlich ist der unwillkürliche Urinverlust schon bei leichten Belastungen wie Husten, Lachen oder Niesen.

Betroffen sind zwei- bis dreimal so oft Frauen, doch auch Männer trifft es im fortgeschrittenen Alter immer häufiger. Bei Frauen sind es gerade auch die jüngeren, die durch Geburten Probleme mit der Urinkontrolle bekommen, es ist keineswegs nur eine Alterserscheinung. Trotzdem gehen die Betroffenen häufig erst spät zum Arzt, tragisch, denn Inkontinenz kann eigentlich gut behandelt werden.

Welche Formen der Inkontinenz gibt es? Welche Ursachen hat sie? Wie kann man sie bekämpfen? Informationen dazu gibt unser Experte im Studio: Professor Heinz Kölbl. Bei vielen Frauen reicht schon ein regelmäßiges Beckenbodentraining aus, um eine Belastungsinkontinenz zu beheben. Wenn nicht, gibt es minimalinvasive Operationsverfahren, die das Problem beheben und den Frauen wieder ein normales Leben ermöglichen. Mit Inkontinenz sollte man sich also nicht allein herumschlagen, sondern einen Facharzt für Urologie aufsuchen.

Frauen leiden häufiger unter der sogenannten Belastungsinkontinenz. Schon bei geringfügigen Belastungen wie Heben, Tragen, Husten, Niesen oder Lachen gehen unkontrolliert kleine Mengen Urin ab. Die Ursache ist häufig eine Schwächung der Beckenbodenmuskulatur, die durch Schwangerschaft und Geburt oder durch die hormonelle Umstellung während der Wechseljahre hervorgerufen werden kann. Schon ein regelmäßiges Beckenbodentraining kann das Problem beheben, wenn die Schwäche des Beckenbodens noch nicht sehr ausgeprägt ist. Ansonsten können evtl. minimalinvasive OP-Methoden wie der Einsatz eines TVT-Bandes hilfreich sein. Ein Urologe wird die richtige Therapie einleiten.

Männer wie Frauen können an der Dranginkontinenz leiden, dem überfallartig auftretenden Gefühl, die Blase leeren zu müssen, selbst wenn möglichweise noch gar nicht viel enthalten ist. Die Blase ist überaktiv. Ursache können eine Instabilität des Blasenmuskels, eine Blasenentzündung, aber auch Tumore sein, eine Abklärung muss beim Arzt erfolgen. Die reine Dranginkontinenz ist sehr gut und erfolgreich mit Medikamenten behandelbar.

Beide Inkontinenzformen können auch zusammen auftreten, auch dann ist ein Facharzt gefragt, um die richtige Therapieform herauszufinden.


weiterführende Links:

http://www.kontinenz-gesellschaft.de/

http://www.kontinenz-gesellschaft.de/index.php?id=252

http://www.kompetenz-in-kontinenz.de/

http://www.inkontinenz-selbsthilfe.com/

http://www.selbsthilfeverband-inkontinenz.org/svi_suite/index.php


Letzte Änderung am: 15.06.2011, 16.28 Uhr

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