Tiere
Hundeversteher Holger Schüler hilft Pauline
aus der Sendung vom Donnerstag, 30.6.2011 | 18.55 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz
Holger Schüler hilft seit 20 Jahren Hundebesitzern, die ihre liebe Not mit den Vierbeinern haben. Wir sind dabei, wenn der Hundeerziehungsberater Hausbesuche macht.
Pia Maucher aus Ludwigshafen hat zwei süße kleine Hunde: Die freche, fröhliche Jule, die seit dem Welpenalter bei ihr ist, und die ängstliche Pauline. Der kleine Pudel lebte eingepfercht in einem Meerschweinchenkäfig, bis sie gerettet wurde und zu Pia Maucher kam. Die Prinzessin und die "arme Socke" - so die Besitzerin über ihre Hunde - verstehen sich gut und veranstalten ein ziemliches Kuddelmuddel an der Leine.
Pia Maucher ist unsicher, wie sie damit umgehen soll. Schließlich will sie vor allem Pauline keinesfalls noch mehr Stress zufügen.
Der Hundeversteher zeigt Frauchen, wie sich die Hunde besser führen lassen und räumt mit einem Vorurteil auf: Kleine Hunde müssen genauso erzogen werden wie ihre großen Kollegen - auch wenn es manchmal schwer fällt. Und Mitleid ist immer ein schlechter Erziehungsratgeber - Konsequenz ist besser.
Die Tipps unseres Experten:
- Oft kommt der zweite Hund dazu, bevor der erste wirklich gut erzogen ist. So schaut sich der zweite die Fehler des ersten auch noch ab. Und durch die nachlassende Aufmerksamkeit für den ersten Hund werden die Erziehungsprobleme meist größer. Also: Erst den ersten Hund gut ausbilden, bevor Sie über die Anschaffung eines zweiten nachdenken.
- Auf jeden Fall sollte man beide Hunde immer wieder einzeln trainieren und daran gewöhnen, auch mal ohne den anderen unterwegs zu sein! Wenn immer nur beide Hunde gemeinsam geführt werden, kann sich der Mensch nicht hundertprozentig auf einen Hund konzentrieren. Für die Hunde ist es dann fast unmöglich, zu verstehen, was eigentlich von ihnen erwartet wird.
Nach dem Üben mit dem einzelnen Hund muss dann alles nochmal mit beiden trainieren. Bei der gemeinsamen Arbeit sollten Sie darauf achten, jeden Hund immer gezielt anzusprechen, damit er weiß, wann er gemeint ist. - Unterschätzen sie kleine Hunde nicht! Sie sind ausgewachsene Hundepersönlichkeiten. Vertreter der kleinen Rassen sind nicht selten sogar eigenwilliger als mancher große Hund. Kleine Hunde brauchen genauso viel Konsequenz wie ihre großen Artgenossen. Lassen Sie ihnen nicht alles durchgehen, nur weil sie niedlich sind. Es hilft, sich einfach mal vorzustellen, sie hätten einen Schäferhund oder Rottweiler an der Leine.
- Geben Sie ihrem Hund eine klare Führung! An der Leine führen, bedeutet nicht, irgendwie den Hund am Weglaufen zu hindern. Die Leine sollte vielmehr eine Verbindung zwischen Mensch und Hund symbolisieren. Die Leine sollte für den Hund bedeuten: Jetzt muss ich aufpassen! Umgekehrt verlangt das dem Menschen ab, ebenso aufmerksam und präsent zu sein, wie er sich das von seinem Hund wünscht. Gehen Sie selbst aufrecht, mit Körperspannung, aber ohne zu verkrampfen. Schauen Sie nach vorne und achten Sie darauf, selbst nicht an der Leine zu ziehen. Bevor Sie und Ihr Hund ins Ziehen geraten, geben sie Ihrem Hund mit einem kurzen Zupfen an der Leine zu verstehen, dass er auf Sie achten soll. Zerren Sie den Hund nicht in die gewünschte Richtung, sondern fordern sie ihn auf, Ihnen zu folgen.
Es ist wichtig, dass der Mensch entscheidet, wann Stehengeblieben wird. Lassen sie also nicht Ihren Hund Tempo und Richtung des Spaziergangs vorgeben. Zwischendurch darf der Hund natürlich auch mal an der langen Leine schnüffeln, bis Sie das Signal zu Weitergehen geben.
Buchtipp:
Hundeerziehung mit Holger Schüler: Hunde verstehen, Probleme lösen, für den Alltag trainieren.
Verlag: Müller Rüschlikon
ISBN-10: 3275016873
ISBN-13: 978-3275016877
Preis: 19,95 Euro