aus der Sendung vom Mittwoch, 1.2. | 18.55 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz

Wenn es draußen richtig kalt ist, schwören viele auf einen Gang in die Sauna. Und das ist inzwischen weit mehr als nur das Schwitzen auf Holzbänken. Vielerorts bieten Erlebnis-Saunen Abwechslung mit tollen Landschaften und verschiedenen Bereichen.
Der Trend geht zum exklusiven Ambiente im orientalischen oder römischen Stil. Doch was hat es mit Hamam oder Tecaldarium auf sich? Gelten hier dieselben Regeln wie in der herkömmlichen Sauna? Für uns hat Ulrike Nehrbaß die verschiedenen Sauna-Spielarten in einem Wellness-Hotel in Eisenschmitt in der Eifel ausprobiert und dabei noch eine Menge dazu gelernt. Denn selbst erfahrene Sauna-Gänger machen oft erstaunliche Fehler.
Informationen zu unserer Sendung:
Welche Grundregeln sollte man beachten?
Wichtig: Zuerst Duschen und gut abtrocknen, wer nass in die Sauna geht, verzögert das Schwitzen. Anfänger sollten in der Sauna die mittlere Bank wählen, denn das ist schonender für Herz und Kreislauf. Die beste Position ist dabei die Rückenlage, denn wenn die Beine in gleicher Höhe mit dem Körper sind, wird der Kreislauf entlastet. Außerdem werden die Muskeln am besten entspannt.
Wie lange darf so ein Saunagang dauern?
Der erste Saunagang zwischen 8 und 12 Minuten, der zweite kann dann bis 15 Minuten dauern. Wer einmal pro Woche sauniert, sollte zwei Gänge einplanen, wer aber jeden Tag geht, dem reicht ein Gang.
Danach, um den Kreislauf wieder auf Touren zu bringen, sollte man auf und ab gehen. Noch bevor einem kalt wird, sollte man dann kalt Duschen oder den Kaltwasser-Schlauch nehmen. Bei den Beinen beginnen, und sich dann Richtung Herz hocharbeiten. Dann kann, wer gesund ist, ins Tauchbecken steigen. Anschließend empfiehlt sich ein warmes Fußbad – das erweitert die Blutgefäße und ermöglicht den Wärmetransport vom Körperkern an die Oberfläche. Danach ist eine Ruhepause von 15 Minuten angesagt.
Was sind die häufigsten Fehler?
Bitte nicht zwischen den Saunagängen trinken, denn das verhindert den Entschlackungsprozess. Erst nach den Saunagängen sollte man unbedingt für genügend Flüssigkeit im Körper sorgen, dabei ist ein stilles Mineralwasser am Besten. Und wer einen Schnupfen oder eine Erkältung hat, der sollte sie erst auskurieren, bevor er in die Sauna geht. Eine Abhärtung gegen Erkältungskrankheiten ergibt sich übrigens erst nach 6 Wochen regelmäßigen Saunabesuchs.
Saunieren im römischen Stil
Bei den Römern ging es nicht nur um die Reinigung, sondern auch um Entspannung und Kommunikation. Das sogenannte Laconium ist ein Schwitz- und Entschlackungsbad, wie es die Römer kannten. Bei angenehmen ca. 55 Grad Strahlungswärme leitet die langsame Erwärmung des Körpers den Entschlackungsprozess bereits nach 15 Minuten schonend ein. Wem die finnische Sauna zu heiß ist, der kann es außerdem auch im Tepidarium versuchen: Dort beträgt die Temperatur auf den heißen Steinliegen nur zwischen 30 und 40 Grad, also quasi Körpertemperatur. Dadurch wird eine Art gesundes Fieber erzeugt, das unser Immunsystem stärkt, ohne den Kreislauf zu belasten. Im Tepidarium lässt es sich gut eine halbe Stunde aushalten.
Hamam
Hamam ist ein türkisch-arabisches Schwitzbad, also ein Dampfbad, welches meist aus Marmor mit einer runden, beheizten Liegefläche in der Mitte des Raumes besteht. Die Temperatur im Hamam beträgt etwa 50 Grad . Manchmal wird auch eine Seifenmassage angeboten oder ein Peeling. Nach dem Besuch des warmen Dampfbads folgt eine Phase der Erholung und Entspannung in einem kühleren Raum. Das Dampfbad verbessert die Durchblutung der Haut und wirkt gegen Muskelverspannungen.
Infrarotkabinen
Für den Heimbedarf werden auch kleine Infrarotkabinen angeboten. Hier wird die Wärme mittels Infrarot-Lampen erzeugt. Diese Sauna kann gerade bei Muskelverspannung sehr hilfreich sein. Allerdings sollte man dann die betroffenen Stellen direkt bestrahlen.
Sauna und Dampfbad wirken positiv auf die Gesundheit
Die Erhöhung der Körpertemperatur wirkt wie ein künstliches Fieber und bekämpft so Krankheitserreger. Die Abfolge von Hitze und Kaltbad entspannt nicht nur die Muskeln, sondern senkt auch den Blutdruck. Dadurch, dass sich die Blutgefäße in der Hitze erweitern, wird die Durchblutung gefördert. In der Abkühlphase verengen sich die Gefäße wieder. Die Regeneration der Haut wird ebenfalls angeregt.
Schutz vor Erkältung?
Der Wechsel der Temperaturen erzeugt Stress, die Nebenniere schüttet Adrenalin aus, nur so konnten unsere Vorfahren in der Urzeit kaltes Wetter überleben. Doch das geht nicht von heute auf morgen. Eine Abhärtung entsteht erst nach 6 Wochen.
Wer sollte nicht in die Sauna gehen?
Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Venenthrombosen oder Krampfadern wird vom Saunabesuch abgeraten. Wer Probleme mit dem Herz hat, der sollte auch nicht in ein Dampfbad gehen, denn die hohe Luftfeuchtigkeit belastet den Kreislauf noch mehr.
Kinder in der Sauna?
In Finnland ist das sogar üblich. Schon Kinder ab einem Alter von drei Jahren profitieren von einer verbesserten Immunabwehr durch Saunabaden. Kinder bis zu sechs Jahren sollen aber nicht länger als fünf bis sechs Minuten in der Sauna bleiben. Sechs- bis Achtjährige dürfen bis zu acht Minuten schwitzen. Sie bleiben am besten in der "gemäßigten" Temperaturzone auf der untersten Bank. Es gibt sogar extra Saunakurse für Kinder.
Letzte Änderung am: 21.01.2011, 23.13 Uhr