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Landesschau Rheinland-Pfalz vom 16.5.2012

Landesschau Rheinland-Pfalz,  16.5.2012 | 43:57 min

Sendezeit Montags bis freitags 18.55 Uhr

Wiederholung
Dienstags bis freitags
08.00 Uhr

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1:54 min

Fernsehen im SWR

Gesundheit Tennisarm

aus der Sendung vom Mittwoch, 9.9.2009 | 18.45 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz

Spielen Sie Tennis? Dann hatten sie vielleicht auch schon mal mit einem Tennisarm zu tun. Aber es kann auch ganz unsportliche Leute treffen: "Mausarbeiter", die ihre Tage eher am Computer verbringen oder auch Heimwerker, die eben mal schnell eine Schrankwand zusammengeschraubt haben. Denn es ist wirklich so, dass nur jeder zwanzigste so genannte Tennisarm durch Tennisspielen verursacht wird.

Viele andere einseitige Tätigkeiten wie das Klicken mit der Computermaus, das Drehen eines Schraubenzieher oder sogar Stricken können ebenfalls zu einem so genannten Tennisarm führen. Meistens handelt es sich dabei um eine Überbelastung der Unterarmstreckmuskulatur.

Die ständige Überbeanspruchung und kleine Verletzungen am Muskelansatz können dann leicht zu einer chronischen Entzündung am Ellenbogen führen. Deshalb sollte man beim Verdacht auf Tennisarm frühzeitig zum Facharzt gehen, der dann eine Therapie anordnen wird.

Ob Spritzen, Bandage oder Stosswellen - Dr. Christian Steingässer, Orthopäde aus Mainz, berät Sie live im Studio.

Informationen zur Sendung:

Wie machen sich die Schmerzen bei einem Tennisarm bemerkbar?

Wer akut von einem Tennisarm betroffen ist, für den wird selbst Händeschütteln oder das Anheben einer Tasse zur Qual. Die Schmerzen können sogar bis in die Hand ausstrahlen. Es gibt auch einen einfachen Test dazu: Mit gestrecktem Ellenbogen eine Stuhllehne von oben greifen und den Stuhl anheben. Treten die Schmerzen am äußeren Ellenbogen auf, ist der Test positiv. Dann sollte man dringend etwas dagegen tun, auf jeden Fall frühzeitig zum Orthopäden gehen, damit der Tennisarm nicht chronisch wird.

Früher wurde ein Tennisarm oftmals eingegipst; ist das heute auch noch ratsam?

Schonung ist zwar wichtig, aber nicht komplette Ruhigstellung, denn dadurch wird nur die Muskulatur geschwächt und die Schmerzen kommen bald wieder. Stattdessen greift man eher zur sogenannte Epicondylitisspange, sie entlastet den Muskelansatz. Allerdings muss sie exakt vom Arzt angelegt werden, denn sonst macht es keinen Sinn.

Welche Möglichkeiten gibt es zur Behandlung eines Tennisarms?

Nicht nur Schonung, auch Bewegung kann helfen, die Probleme zu lindern. Mit gezielter Krankengymnastik lässt sich auch beim hartnäckigen Tennisarm einiges erreichen. Viele Physiotherapeuten bieten inzwischen die so genannte Stoßwellentherapie an, bei der mit Hilfe von gebündelten Schallwellen die Durchblutung angeregt und der Heilungsprozess eingeleitet wird. Allerdings übernehmen nicht alle gesetzlichen Krankenkassen die Behandlungskosten, oftmals muss der Patient sie selbst bezahlen. Die Kosten liegen je nach Art der Behandlung bei ca. 40 – 80 € pro Anwendung, wobei 3 Sitzungen empfohlen werden. Die meisten privaten Kassen zahlen dagegen für die Therapie.

Wie kann man einen Tennisarm vorbeugen?

Auf jeden Fall ist es sinnvoll, den  Arbeitsplatzes nach ergonomischen Gesichtspunkten einzurichten. Manchmal reicht auch schon der Wechsel der Maus am PC in die andere Hand. Die Hände sollten locker vor der Tastatur aufliegen und mit dem Arm eine Gerade bilden. Eine geknickte Handhaltung sollte man vermeiden und  statt ständig zur Maus zu greifen, ist es besser, die Kurzbefehle auf der Tastatur zu nutzen. Für alle Schreibtischtäter ist es auch wichtig, mit zehn Fingern zu schreiben, anstatt im „Zwei-Finger-Suchsystem“ auf die Tastatur zu hacken. Eine ergonomische, vertikale Maus, bei der man die Hand in die Maus hinein legt, ist ebenfalls zu empfehlen, denn dabei bleibt die halbe Drehung des Unterarms aus und der Ellenbogen wird deutlich entlastet.

Gibt es spezielle Dehnübungen, die die Schmerzen lindern können?

Es gibt eine Vielzahl an Dehnübungen, diese spricht man am besten mit dem Arzt oder Physiotherapeuten ab. Eine einfache Übung ist beispielsweise Folgendes: Mit gestrecktem Ellenbogen legt man den Handrücken auf den Tisch, dabei zeigen die Finger vom Körper weg. Diese Position einen Moment einen Moment lang halten und danach die gleiche Übung machen, nur dass die Handinnenfläche auf dem Tisch aufgelegt ist. Dabei wird die Handgelenkstreckmuskulatur gedehnt.

Kann auch eine Operation Erfolge bringen?

Wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind und es nach einem halben Jahr immer noch keine Besserung gibt, kann eine Operation nötig sein. Dabei werden die Sehnenansätze der Strecker der Langfinger am Oberarmknochen eingekerbt und die nervale Versorgung reduziert. Eine OP sollte aber immer das letzte Mittel der Wahl sein.

Wie groß ist die Chance, dass der Tennisarm geheilt wird?

Bei der Diagnose sollte man nicht in Panik verfallen. Zu ca. 80 Prozent heilt der Tennisarm wieder aus. Das gleich gilt auch für den Golfer-Ellenbogen, der quasi eine Variante des Tennisarms mit Schmerzen auf der Innenseite ist.

Letzte Änderung am: 28.08.2009, 22.22 Uhr

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