aus der Sendung vom Freitag, 28.11.2008 | 18.45 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz
Weinseminare liegen im Trend – neben den Grundlagen werden auch spezielle Themen vermittelt, beispielsweise "Wein und Schokolade" oder "Seminare für Singles".
Was sich dahinter verbirgt und was sich wirklich lohnt, erläutert der SWR-Weinexperte Werner Eckert bei uns in der Sendung. Natürlich darf eine Weinprobe im Studio nicht fehlen – schließlich geht es auch darum, wie sich der Wein am besten schmecken und beschreiben lässt.
Jetzt vor Weihnachten sind auch Weinseminare eine gute Geschenkidee. Um zu entscheiden, welches Seminar das richtige zum Verschenken ist, sollte man sich zunächst überlegen, wen man beschenken will. Für Einsteiger empfiehlt sich erst einmal ein Grundkurs zu Sensorik und Verkostung, Weinbergs- und Kellerarbeit und zu den einzelnen Rebsorten. Für Genießer und Fortgeschrittene sind dann die Weinländer und Weinregionen interessant, sowie die Böden und der typische Geschmack, den sie hervorbringen. Schließlich kann man dann noch ins ganz Wpezielle gehen, zu den Highlights wie Grand Crus oder Jahrgangs-Champagner.
Hinter dem Begriff „Sensorik“ verbirgt sich die Wahrnehmung durch unsere Sinne. Speziell im Bezug auf den Wein können das sein: die Farbe des Weins, die wir sehen, die Temperatur, die wir fühlen, die Säure oder Süße, die wir schmecken, ebenso wie die Gerbstoffe. Und dann gibt es noch das Aroma, das wir riechen.
Das Schmecken des Weines geht hauptsächlich über die Zunge. Dabei gibt es verschiedene Bereiche: Mit der Zungenspitze schmeckt man süß, an der Seite salzig oder sauer, und hinten bitter. Allerdings: Vieles, was man zu schmecken glaubt, riecht man – nämlich 90 %. Die Geschmackswahrnehmung erfolgt wie beim Riechen im oberen Rachenraum. Deshalb sollte man bei Weinprobe oder -seminar mit Eau de Toilette sparsam sein.
Oft sieht man Weinexperten den Wein richtig lange im Mund hin- und herspülen. Das ist nicht nur Show, sondern hilft tatsächlich beim Schmecken. Durch das Schlürfen und die Hin- und Herbewegung im Mund wird der Wein erwärmt, und „verdampft“ sozusagen. So gelangt er bis in die Riechzone der Nase, und Aromen lassen sich genauer wahrnehmen.
Für Laien ist es oft schwierig, die Wahrnehmung bei Wein testen in Worte zu fassen. Deswegen gibt es das vom Deutschen Weininstitut herausgegebene „Aromarad“ (bzw zwei: eines für roten, und eines für weißen Wein). Auf dem Rad finden sich sieben verschiedene Beschreibungen für den Geruch und eine für den Geschmack eines Weines. Die Gerüche fächern sich dann weiter auf von allgemein (z.B. Beerenfrüchte) zu z.B. Brombeer, Himbeer oder Erdbeer. So kann man auch herausfinden, welcher Wein zu welchem Essen passt. Wichtig: zuallererst am Glas riechen, dann noch einmal schwenken, und dann noch einmal riechen. Dabei kann man schon feststellen, ob ein Wein jung oder eher alt ist.
Es gelingt zwar vielleicht noch nicht dem Laien, aber ein etwas geübter Weintester merkt, dass eine Rebsorte je nach Region unterschiedlich schmeckt. Das liegt vor allem an den Böden, und natürlich dem Klima, und dem Jahrgang. Dazu kommt noch der Ausbau im Keller. Am leichtesten zu erkennen ist die Region aber an den Böden, z.B. schmeckt man, ob ein Riesling auf einem rheinhessischen Lehm- oder Lößboden oder auf einem Schieferboden an der Mosel gewachsen ist. Das gibt ihm eine Art mineralischen Geschmack.
Grundsätzlich gibt es bei den Preisen keine Beschränkungen. Das Deutsche Weininstitut bietet eine Vielzahl von Seminaren an, und zwar nicht nur für Genießer, sondern auch für Profis. Wer selber ein Seminar anbieten will, sollte zumindest Weinfachberater oder Sommelier sein.
Letzte Änderung am: 14.11.2008, 23.25 Uhr