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Garten Palmen

aus der Sendung vom Dienstag, 5.5.2009 | 18.45 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz

Bei Palmen denkt man automatisch an südliche Länder, Sonne und Meer. Kein Wunder also, dass sich Palmen in unseren Gärten immer größerer Beliebtheit erfreuen, denn wer holt sich nicht gerne ein kleines Stück Urlaub nach Hause. Wir verraten Ihnen, wie sich die Palmen in Ihren Gärten so richtig wohl fühlen, welche Arten geeignet sind und wie man sie am besten pflegt. Wie sie dort am besten gedeihen, dass weiß unsere SWR Gartenexpertin Heike Boomgaarden aus Rheinböllen im Hunsrück.

Informationen von Heike Boomgarden:

Man unterscheidet im Allgemeinen zwischen Fächerpalmen und Fiederpalmen.
Viele wachsen hier als Kübelpflanzen, die nur im Sommer auf Balkon oder Terrasse dürfen. Einige frostharte Arten kann man sogar ins Freie pflanzen. Sie gedeihen vor allem in klimatisch begünstigten Regionen, wie in Rheinhessen und den Weinbaugebieten. Andere können sogar im Hunsrück wachsen.

Frostschäden an Palmen
In den letzten Jahre hatten wir überwiegend milde Winter und grundsätzlich können die Palmen, die wir hier als frosthart kaufen auch einen Winter überstehen, da sie aus den tropischen Bergregionen stammen und nicht aus den Küstenregionen. Der letzte Winter war allerdings extrem lang und hat uns deutliche Minustemperaturen gebracht, die für viele Palmen trotz Kälteschutzes zu niedrig waren.
Grundsätzlich sollte man Palmen nur aber nur bis zu gewissen Kältegraden pflanzen, die für sie in den Baumschulen angegeben werden. Bei den meisten gilt, nicht unter der Winterhärtezone 7. Das bedeutet, die durchschnittlich kälteste Temperatur eines Ortes sollte nicht unter minus 17 Grad liegen.
Das ist jedoch keine Überlebensgarantie. Gerade in den unteren Temperaturbereichen der Minimum-Zone kann es bedingt durch weitere Faktoren zu Frostschäden kommen. Man kann davon ausgehen, dass Gehölze in dieser Zone eine Überlebenschance von etwa 80 Prozent haben, die sich in der nächstfolgenden wärmeren Zone wesentlich erhöht
Gut zu wissen aber dieser Winter war ein Ausreißer es war.

Sind Palmen mit Frostschäden noch retten?
Es kommt darauf an wie die Pflanze geschützt war. Wurde sie gut eingepackt so dass dem Herzen kein Schaden zugefügt wurde, lebt sie weiter, wenn man die alten kaputten Wedel abschneidet, und zwar mutig bis zum Herzen; also alle Blätter und Wedel am Grund abschneiden.

Pflanzen einer Palme
Bei Palmen muss man genau hinschauen, wie man sie platziert; einfach in den Rasen gesetzt, wirken sie schnell fehl am Platz, doch in Innenhöfen oder an einen große Teich platziert, hat man "Urlaubs-Feeling" pur. Am liebsten stehen sie in der Nähe vom Haus, sonnig und warm und gut vor Winterniederschlägen geschützt.

Palmensamen ziehen
Palmensamen bekommt man noch nicht in jedem Gartencenter, aber im Internet. Die Samen keimen bei uns schlecht, weil sie warmes und feuchtes Klima brauchen. Deshalb die Samen in Frischhaltefolie mit etwas Substrat legen und einwickeln; danach kommen sie auf die Heizung. Zwischen 4 Wochen und einem Jahr kann es dauern, bis sie keimen.
Wenn die Zöglinge eine Wurzel und einen Keim gebildet haben, kann man sie auspflanzen.
Variante aus dem Supermarkt: Getrocknete Datteln mit Stein kaufen, Stein herauslösen und in ein Wasserglas legen. Dort treibt er aus.
Oder eine Kokosnuss nehmen, sie muss mit den drei Löchern nach unten gepflanzt werden.

Welche Palmen eignen sich für Rheinland-Pfalz?
In der Pfalz gedeihen wunderbar die Zwergpalme und die Chilenische Honigpalme, die Zwerg-Palmetto ist schon ein wenig robuster und eine Hanfpalme kann es schon mal bis in den Hunsrück schaffen.

Wässerung
Palmen brauchen im Sommer in der Wachstumszeit viel Wasser, das heißt etwa 100 l die Woche; am besten, man legt der teuren Pflanze gleich eine Bewässerung zu Füßen. Palmen lieben ein wenig Kalk, allerdings kein stark kalkhaltiges Wasser.

Erde und Dünger
Es gibt spezielle Palmeerde, meist mit Kokossubstrat. Palmen sind meist sehr genügsam.
Infolge fehlender Düngung wird kaum eine Pflanze eingehen. In den Pflanzsubstraten sind bereits viele Nährstoffe enthalten. Wegen Überdüngung lassen aber immer wieder viele Palmen ihr Leben. Man sollte deshalb sparsam mit Palmendünger umgehen.

Palmenerde selber machen
50 Prozent Kokos-Substrat
20 Prozent feinkrümeliger Lehm Ton
10 Prozent Quarzsand 0-4 mm
20 Prozent Blähton

Letzte Änderung am: 28.04.2009, 00.42 Uhr

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