aus der Sendung vom Montag, 4.5.2009 | 18.45 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz
Jetzt sind wieder kurze Hosen und Sommerkleider angesagt. Und auch die Freibadsaison startet bald wieder. Sprich: Man zeigt wieder viel Haut! Für Männer ist es einfacher: Behaarte Beinen gehören ja eigentlich dazu. Aber an der behaarten Männerbrust scheiden sich schon die Geister. Und die Frauen, die haben es wirklich schwer: Glatte Beine sind im Sommer ein Muss! Welche Methoden zur Enthaarung sind zu empfehlen? Bei uns als Expertin im Studio, die Hautärztin Dr. Dorothee Köllner.
Informationen von Frau Dr. Dorothee Köllner:
Grundsätzlich muss man entscheiden zwischen Depilieren und Epilieren; das Rasieren gehört dabei zur Depilation, bei der das Haar mit einer scharfen Klinge direkt an der Oberfläche gekappt wird. Frauen benutzen häufig Einwegrasierer; das ist eine schmerzlose Methode, sofern man sich nicht schneidet. Gerade in den Achselhöhlen wird das aber schon schwierig. Und das Problem ist, die Haare wachsen innerhalb von drei Tagen wieder nach, so dass man erneut rasieren muss.
Man schwitzt nicht weniger, wei die Achselhöhlen rasiert sind, aber die Bakterien im Schweiß können sich im rasierten Bereich nicht so gut halten. Es kommt also weniger zu Schweißgeruch.
Elektrische Rasierer sind ganz praktisch, aber weniger gründlich als Nassrasierer. Der Grund, die Härchen werden ein Stück über der Haut abgeschnitten, so dass die Stoppeln noch schneller wieder sichtbar werden.
Es ist ein Gerücht, dass die Haare dicker werden durch das ständige Rasieren, aber weil man die Spitze des Haares immer wieder abschneidet, sieht es so aus als ob sie dicker werden.
Enthaarungscrèmes
Sie lösen die Haare an der Oberfläche auf. Letztes Jahr hat die Stiftung Warentest die Crèmes untersucht und alle wurden mit "gut" getestet. Vor einigen Jahren war das noch anders, da kam es bei der Anwendung der Crèmes häufiger zu Rötungen oder Juckreiz. Der Nachteil ist aber auch hier, nach drei Tagen kommen die Stoppeln wieder.
Epilation
Stoppeln am Kinn oder der Oberlippe, das ist für viele Frauen eine Horrorvorstellung, aber gerade dunkelhaarige Frauen haben oft einen lästigen Flaum, einen sogenannten "Damenbart". Rasieren verschlimmert das Problem nur, da hilft also nur das Auszupfen – oder eine professionelle Epilation.
Es gibt sogar Männer, die sich den Bartwuchs so entfernen ließen. Das männliche Barthaar ist doppelt so dick und wächst doppelt so schnell wie ein Frauenhaar. Dadurch ist der Zeitaufwand und damit auch der finanzielle entsprechend groß. Noch schwieriger ist das bei blonden oder weißen Haaren, die auf die Behandlung nicht so gut ansprechen, weil sie die Laser oder Lichtimpulse nicht so gut aufnehmen.
Die Laser- und Lichtmethode ist für alle Körperpartien geeignet.
Nebenwirkungen
Nebenwirkungen sind selten. Nach der Behandlung können manchmal Hautrötungen auftreten, die aber nur wenige Stunden anhalten. Stärkere Hautreizungen oder Verfärbungen kommen kaum vor. Gegenüber dem Zupfen oder Ausreißen, das oft mit Pustelbildung und Entzündung verbunden ist, gibt es sogar weniger Nebenwirkungen.
Hält der Erfolg an?
Die Haarentfernung verspricht nicht einen hundert-prozentigen Erfolg, da es auch sein kann, dass ein Haar nicht "erwischt" wurde. Denn die Epilation ist nur erfolgreich bei Haaren, die sich in der Wachstumsphase befinden. Weil es aber insgesamt drei Phasen der Haarentwicklung gibt, ist eine mehrmalige Anwendung nötig, um ein gutes Ergebnis zu erzielen, das dann auch langfristig anhält.
Wichtig: Die Behandlung muss wegen der Wachstumsphasen drei bis vier mal in mindestens vierwöchigem Abstand statt finden.
Worauf muss man nach der Laser- oder Lichtbehandlung achten?
Auf ein Sonnenbad sollte man mindestens eine Woche lang verzichten.
Kaltwachs und "Halawa"
Auch für Kaltwachs und "Halawa" gilt, nach etwa vier Wochen wachsen die Haare wieder nach.
Viele orientalische Frauen schwören auf "Halawa", die Mischung aus Zucker und Zitrone; zudem ist das Mittel noch ganz biologisch. Dass der Haarwuchs damit zurückgeht, ist wissenschaftlich nicht erwiesen.
Epiliergeräte
Das ist im Grunde nichts anderes, als rotierende Pinzetten, die die Haare schnell ausziehen. Auch hier wachsen die Haare nach ca. einem Monat nach. Wichtig ist bei der Anwendung, dass man die Haut mit der Hand strafft. Dann funktioniert es besser und tut auch nicht so weh. Damit die nachwachsenden Härchen nicht einwachsen und es keine Pusteln gibt, sollte man ab und zu und die Haut mit einem Luffaschwamm oder ähnlichem abreiben. Das wirkt wie ein sanftes Peeling.
Ein Epiliergerät kostet ca. 50 bis 90 €.
Zunehmende Gesichtsbehaarung
Bei Frauen kann es nach den Wechseljahren aufgrund der Hormonumstellung sein, dass die Behaarung im Gesicht im Alter zunimmt. Eventuell helfen kann dann auch eine Hormonbehandlung.
Letzte Änderung am: 24.04.2009, 23.22 Uhr