aus der Sendung vom Donnerstag, 23.4.2009 | 18.45 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz
In eine Schuldenfalle kann man schneller geraten als man denkt - zu hohe Kredite, Fehlkalkulationen oder auch der Verlust des Arbeitsplatzes können Gründe sein. Gerade in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten sind viele davon betroffen. Und schnappt die Schuldenfalle zu, dann ist der Schuldenberg schnell so hoch, dass man ihn aus eigener Kraft kaum noch bewältigen kann.
In Deutschland sind ca. 3 Millionen Haushalte verschuldet, in Rheinland-Pfalz sind es etwa 120 000 - 130 000. Eine Möglichkeit seine Schulden wieder loszuwerden, kann ein Verbraucherinsolvenzverfahren sein. Seit genau 10 Jahren gibt es in Deutschland dieses Verfahren mit der Möglichkeit, sich von seinen Schulden befreien zu lassen.
Wie das Verfahren funktioniert und was es gebracht hat, erfahren Sie von unserem Experten Bernhard Dietrich von der Schuldnerberatungsstelle SPAZ in Mainz.
Informationen unseres Experten:
Seit dem 1. Januar 1999 gibt es ein Gesetz für Verbraucherinsolvenz. Das Verfahren lässt sich in 6 Schritte einteilen, mit denen eine Entschuldung erreicht werden kann:
- Beratung in einer Schuldnerberatungsstelle: Hier wird dem Schuldner unentgeltlich geholfen und er wird während des Verfahrens begleitet und unterstützt.
- Außergerichtlicher Einigungsversuch mit den Gläubigern
- Scheitert dieser Versuch, dann kann im gerichtlichen Schuldenbereinigungsverfahren mit den Gläubigern verhandelt werden.
- Wird auch hier keine Einigung erzielt, kommt es zum eigentlichen gerichtlichen Verfahren.
- Das Insolvenzverfahren dauert ab Eröffnung 6 Jahre.
- Danach ist der Schuldner schuldenfrei und die Gläubiger bleiben auf den Restschulden sitzen
Gerät jemand in die Situation, dass die Schulden einfach zu viel werden, sollte man schnell aktiv werden und sich einen Termin bei der Schuldnerberatung geben lassen. Es gibt auch telefonische Beratung. Außerdem gibt es Broschüren bei den Beratungsstellen und offene Informationsnachmittage, so dass man sich vorab informieren kann.
Wichtig ist, alle Unterlagen sortieren und eine Liste erstellen mit Einnahmen und Ausgaben.
Besonders wichtig, man sollte nicht auf so genannte Finanzdienstleister hereinfallen. Die nennen sich zum Teil auch Schuldnerberater oder Schuldenregulierer. Doch Schuldnerberater, die Geld wollen, sind keine Alternative.
Letzte Änderung am: 20.03.2009, 23.51 Uhr