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Gesundheit Matratzen

aus der Sendung vom Montag, 16.3.2009 | 18.45 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz

Etwa ein Drittel unseres Lebens verbringen wir Menschen schlafend. Guter Schlaf ist die Vorraussetzung für das körperliche und geistige Wohlbefinden. Und wie man sich bettet, so fühlt sich oft auch meist der Rücken. Schlechte und durchgelegene Matratzen können Rückenschmerzen verstärken, gute mit Stützeigenschaften lindern.

Alle 10 Jahre sollte man selbst die beste Matratze austauschen. Und die Auswahl ist riesig: Latex, andere Naturmaterialien, Schaumstoff oder Federkern. Egal ob Rücken- Seit- oder Bauchschläfer, für jeden gibt es die ideale Matratze. Von weich bis hart - wir verraten Ihnen heute, worauf sie beim Kauf achten müssen und wie Sie die optimale Matratze für ihre Bedürfnisse finden.

Und auch die exotischere Variante - nämlich Wasserbetten - schauen wir uns heute genauer an. Alle Fragen rund um die Matratzen beantwortet unsere Expertin von der Verbraucherzentrale.


Informationen unserer Expertin:

Welchen Stellenwert sollte der Preis beim Matratzenkauf spielen?
Eine Matratze sollte man etwa alle 10 Jahre austauschen, weil sie dann meist ihre guten Liegeeigenschaften verliert. Das heißt aber auch, dass sich die Investition in eine gute Matratze auszahlt, weil sie einem 10 Jahre lang gute Dienste leisten kann. Das heißt nicht unbedingt, das jede gute Matratze auch gleich teuer sein muss.

Wie wichtig ist eine gute Matratze für den Rücken?
Je älter man wird, desto wichtiger ist die Qualität der Matratze. Tagsüber belasten wir ständig die Wirbelsäule, beim Stehen, gehen, sitzen – nachts kann und muss sie sich entspannen – und das geht natürlich umso besser, je mehr die Liegeeigenschaften einer Matratze an die eigenen Bedürfnisse oder Schwachstellen angepasst sind.
Wenn das Bett etwa zu hart ist oder durchgelegen, kann man morgens wie gerädert aufwachen. Wenn es passt, hat sich die Wirbelsäule oft nachts erholt.

Worauf muss man den beim Matratzenkauf achten?
Das wichtigst ist zu wissen, wie man gerne schläft. Jeder Mensch hat andere Vorlieben und Schlafgewohnheiten – der eine schläft am liebsten hart, der andere eher weich. Dann hängt es auch sehr vom eigenen Körpergewicht ab, wie die Härte der Matratze sein sollte. Je schwerer ein Mensch, desto härter – je leichter, desto weicher.

Was heißt das für den Kauf im Geschäft?
Man sollte sich für den Matratzenkauf viel Zeit nehmen; sich zunächst im Bettenladen über die verschiedenen Modelle beraten lassen und auf verschiedenen Matratzentypen Probe liegen. Und das mit Zeit – und in verschiedenen Schlafpositionen.
Am besten ist es natürlich, wenn man die Matratze zuhause mehrere Nächte Probe liegen kann. Diesen Service bieten vor allem kleine Bettengeschäfte an.

Matratzentypen
Die am häufigsten gekauften Matratzen sind Federkern-, Kaltschaum- und Latexmatratzen, während Wasserbetten, Futons und Matratzen aus Naturmaterialien wie Stroh oder Kokosfasern eher etwas für "Spezialisten" sind.

Federkernmatratzen
Sie sind die preisgünstigsten und besonders atmungsaktiv. Das "Innenleben" von Federkernmatratzen besteht aus einem Geflecht von Stahlfedern. Dieser Federkern ist von Polstermaterialien (Wolle, Baumwolle oder Schaumstoff) umhüllt. Dank ihres luftigen Innenlebens zeichnen Federkernmatratzen sich durch eine gute Atmungsaktivität aus; außerdem haben sie den Vorteil, dass sie relativ preisgünstig sind und auf fast jeden Unterbau gelegt werden können.
Experten kritisieren allerdings die mangelnde Punktelastizität (die für die Anpassung der Matratze an den Körper des Schläfers verantwortlich ist); sie ist daher nicht so rückenfreundlich. Also eher etwas für Menschen ohne Rückenprobleme.

Latex- und Kaltschaummatratzen
Latexmatratzen sind teurer, aber rückenfreundlicher. Latex ist eine Kautschuk-Schaumfüllung, wobei es neben Naturlatex (aus den Säften des tropischen Kautschukbaums) mittlerweile auch Synthese-Latex gibt, oft ist es ein Mix. Die in den Matratzen enthaltenen Hohlräume sorgen für gute Wärmeisolation und guten Feuchtigkeitstransport; auch die Punktelastizität ist weitgehend optimal. Das heißt, sie passen sich dem Körper ideal an und sind sehr rückenfreundlich. Punktelastisch bedeutet, dass die Matratze nur an der Stelle nachgibt, an denen sie belastet wird und beim Wechseln der Liegeposition sofort nachfedert. Dadurch wird der Körper gut gestützt.
Das Liegeverhalten variiert von weich und nachgiebig bis ziemlich fest; abhängig auch von äußeren Schichten wie Rosshaar oder Kokosfasern. Als weiterer Vorteil kommt hinzu, dass Latexmatratzen staubfrei und relativ hygienisch sind.
Dank seiner unregelmäßigen, groben Porenstruktur ist Kaltschaum sehr feuchtigkeitsdurchlässig und atmungsaktiv. Kaltschaummatratzen sind ziemlich elastisch; man liegt darauf weicher als auf einer Matratze aus Naturlatex.

Immer häufiger werden Matratzen mit unterschiedlichen Zonen verkauft, das macht dann einen Sinn, wenn man bestimmte Rückenprobleme hat. Ideal sind daher sogenannte Mehrzonenmatratzen, der Schulterbereich ist weich, der Lendenwirbelbereich fester. Für Menschen mit Nacken-Schulterproblemen ist eine Schulterzonenentlastung wichtig. Damit die Schulter in der Seitenlage gut einsinken kann, sollte die Matratze dort weicher sein.

Matratzenpflege
Man sollte die Matratze regelmäßig wenden – sowohl von unten nach oben, als auch die Seite – damit sie nicht einseitig durchgelegen wird. Außerdem sollten man die Matratze häufig lüften. Es genügt, beim Lüften des Schlafzimmers das Oberbett zurückzuschlagen. Nur bei Matratzen oder Futons, die direkt auf dem Boden liegen, ist das Lüften mit größerem Aufwand verbunden; sie sollte man hochkant aufstellen oder rollen, um Kondenswasser- und Schimmelbildung zu verhindern. Zum Wenden und Lüften sollte die Matratze praktischerweise mit entsprechenden Griffen oder Schlaufen ausgestattet sein; achten Sie beim Kauf darauf.

Letzte Änderung am: 06.03.2009, 23.29 Uhr

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