Navigation

Volltextsuche

Gesundheit Prostata

aus der Sendung vom Mittwoch, 11.3.2009 | 18.45 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz

Die meisten Männer spüren bis etwa zum 40. Lebensjahr von ihrer Prostata, der Vorsteherdrüse, nichts. Dann beginnt sie sich vermutlich aufgrund von Veränderungen im Hormonstoffwechsel zu vergrößern, ein Teil des Gewebes wird durch härtere Fasern ersetzt. Das macht sich z.B. beim Harnlassen bemerkbar, es handelt oft sich um eine "benigne Prostatahyperplasie" (BPH), wörtlich "gutartige Vergrößerung der Vorsteherdrüse". Die BPH ist zwar unangenehm, aber nicht tödlich.

Anders bei einer Krebserkrankung der Prostata. Fast jeder Fünfte aller jährlich neu an Krebs erkrankten Männer leidet an einem Prostata-Karzinom. Prostata-Krebs gehört mit steigender Tendenz zu den häufigsten Todesursachen für Männer.

Diese Prostataerkrankung birgt mehrere Probleme: Hinter jeder BPH kann sich ein Krebs verstecken, aber noch längst nicht jeder Krebs der Prostata ist lebensbedrohlich oder überhaupt behandlungsbedürftig. Dieser scheinbare Widerspruch ergibt sich daraus, dass der Krebs oft nur sehr langsam fortschreitet und vermutlich bis zu 90 Prozent der Betroffenen an anderen Krankheiten sterben, ohne von ihrem Prostata-Krebs jemals gewusst oder Beschwerden durch ihn zu haben.

Auf der anderen Seite gibt es eine aggressive Variante, die jüngere Männer betrifft und unbehandelt schnell zum Tode führt. Zur Früherkennung wird bei der Vorsorge-Untersuchung fast immer das "Prostata-Spezifische Antigen" - PSA - bestimmt. Eine Erhöhung deutet möglicherweise auf einen bösartigen Prozess der Prostata hin. Doch genau hier liegt das Problem: Ein hoher PSA-Wert muss nicht unbedingt Schlechtes bedeuten. So werden eventuell gesunde Männer der belastenden Suche nach einem Krebs unterzogen, die gar keinen haben. Und selbst wenn sie einen haben: Sie werden unter Umständen behandelt, obwohl der Tumor so langsam wächst, dass sie nie Beschwerden hätten und an anderen Dingen sterben.

Wie man am besten vorgehen sollte, das weiß unser Experte, Dr. Marcel Schorrlepp.

Weitere Informationen von Dr. Marcel Schorrlepp:

Früherkennung von Prostatakrebs

Das Prostatakarzinom (Prostatakrebs) ist der häufigste Krebs beim Mann. Ab dem 45. Lebensjahr steht jedem krankenversicherten Mann die Krebsvorsorge-Untersuchung einmal jährlich zu und dient der Früherkennung des Prostatakrebs. Diese Untersuchung wird durch den Hausarzt oder Urologen durchgeführt. Dabei wird eine Untersuchung des äußeren Genitales durchgeführt und die Prostata mit dem Finger abgetastet. Der Arzt kann hierbei zwar Veränderungen ertasten, jedoch erst, wenn diese bereits deutlich ausgeprägt sind und sich die Erkrankung somit nicht mehr im Frühstadium befindet. Bei einem positiven Tastbefund ist das Prostatakarzinom oft schon so groß, dass die Erfolgsaussichten einer Behandlung deutlich verringert sind. Fazit: Die Tastuntersuchung entdeckt nur einen gewissen Teil der Karzinome.
Leider nehmen überhaupt nur ca. 15-20 Prozent aller Männer die Vorsorgeuntersuchung in Anspruch.

Reicht der Tastbefund aus? Hilft der PSA-Test?

Seit einigen Jahren ist die Bestimmung des Tumormarkers PSA auch in der Früherkennung des Prostatakrebs möglich. Das Prostata-spezifische Antigen (PSA) ist ein Eiweiß, welches in der gesunden Prostata gebildet wird und bei Prostatakrebs erhöht ist. Der Nachweis des PSA ermöglicht erstmals die Entdeckung heilbarer Stadien des Prostatakrebs. Auch wenn nicht jeder Mann an seinem Prostatakrebs verstirbt, steht fest, dass nur ein frühes Stadium geheilt werden kann.

Bei der Beurteilung des PSA-Wertes ist wichtig zu wissen, dass ein überhöhter Wert überwiegend auf gutartige Veränderungen der Prostata zurückzuführen ist. Die häufigste Erhöhung des PSA-Wertes geht auf die gutartige Vergrößerung der Prostata (Benigne Prostatahypertrophie, BPH) zurück und ist nur Ausdruck der Vergrößerung. Diese Vergrößerung ist kein Krebs, aber ist verantwortlich für oft lästige Störungen beim Wasserlassen.

Einwirkungen auf die Prostata relativ kurz vor der Blutentnahme, wie Rad fahren, Geschlechtsverkehr, Verstopfung etc. können den PSA-Wert momentan erhöhen. Das ist u.a. der Grund, dass eine Blutentnahme zur PSA-Bestimmung frühestens eine Woche nach intensivem Fahrrad fahren erfolgen sollte.

Bei Nichtbeachtung können die genannten Punkte zu einer unspezifischen Erhöhung der PSA-Konzentration und damit zu einer unnötigen Verunsicherung des Mannes führen.
Die Beurteilung des PSA-Wertes bedarf unbedingt einer sorgfältigen Interpretation des Arztes, damit keine unnötigen Ängste entstehen.

Wichtiger als die Aussage eines einzelnen PSA-Wertes ist, die Werte im zeitlichen Verlauf bzw. deren Veränderung zu beurteilen. Daher sind regelmäßige Untersuchungen einmal jährlich sinnvoll.

Die PSA-Bestimmung sollte ab 50 Jahren jährlich erfolgen; ab 45 Jahren, wenn eine familiäre Belastung besteht.

Letzte Änderung am: 27.02.2009, 23.28 Uhr

Stadt Land Kreis Logo Stadt Land Kreis Stadt Land Kreis

Entdecken Sie die Vielfalt der Landkreise und Städte in Rheinland-Pfalz. [mehr zu: Stadt Land Kreis]

Portrait Professor Jo Meurer Bewerben Sie sich jetzt! Kleider machen Leute!

Machen Sie das Beste aus Ihrem Typ und lassen Sie sich von unserem Experten Jo Meurer beraten. [mehr zu: Kleider machen Leute! ]