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Garten Frühlingserwachen im Garten

aus der Sendung vom Dienstag, 10.3.2009 | 18.45 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz

Der März ist der erste Frühlingsmonat, und langsam ist auch etwas davon zu spüren: Der Winter hatte uns dieses Jahr lange und fest im Griff, aber jetzt fängt die Natur endlich an zu erwachen. Zeit also um die Gartensaison zu eröffnen.

Unsere Gartenexpertin Heike Boomgaarden aus Rheinböllen im Hunsrück hat uns heute auch einige Frühlingsboten mitgebracht und wird live im Studio Ihre Fragen beantworten.

Informationen von Heike Boomgaarden:

Es gibt in diesem Jahr sehr viele Frostschäden an Pflanzen in den Gärten. Und zwar an allen immergrünen Pflanzen wie etwa Kirschlorbeer, Bambus, Buchsbaum etc.
Einerseits war der Boden lang gefroren und der Wind ist drüber geweht, so dass die Pflanzen vertrocknet sind (z. B. Koniferen) und zum anderen sind viele der Pflanzen aus wärmeren Gebieten (Trend zu mediterranen Gärten) keine so langen Kälteperioden gewöhnt wie in diesem Jahr.
Erfrorene Bäume erholen sich nicht mehr. Aber alle anderen, die aus der Basis heraus wachsen, können sich erholen, wenn man sie zurückschneidet und gut wässert. Allerdings erst dann, wenn die Forsythien blühen.

Frühlingsbeet bepflanzen

Am schönsten sieht es immer aus, wenn man nicht nur eine Pflanzensorte pflanzt, sondern eben verschiedene kombiniert – wie eben frühblühende Sträucher. Mit diesen Winterblühern kann man auch vor den Eisheiligen Farbe in den Garten oder auf den Balkon bringen, denn sie vertragen Frost im Gegensatz zu den andere Pflanzen. Sie haben sich die ökologische Nische erschlossen und bilden als Frostschutz Zucker in den Blüten.
Das gilt für alle blühenden Pflanzen, die man jetzt in den Gartencentern kaufen kann, wenn die Pflanzen aber aus einem Gewächshaus stammen und im Warmen standen, dann darf man sie nicht direkt nach draußen pflanzen, sondern muss sie erst an die Kälte gewöhnen, damit die Produktion ihres Frostschutzmittels Zucker angeregt wird.
Wenn man sie in ein Beet pflanzen will, dann kann man sie zwei Tage lang erst mal nur tagsüber raus stellen und nachts rein holen, bevor man sie einsetzt. Und man sollte sie in geschützte Lagen pflanzen, bzw. Vlies drüber legen. Das gilt etwa für die Hornveilchen und Primeln.
Oder aber die Kübel nah an die Hauswand oder die Ecke der Terrasse stellen, also etwas vor Kälte geschützt.
Frostharte Pflanzen, die in Baumschulen draußen gezogen wurde, können direkt nach draußen z. B. Narzissen oder Traubenhyazinthen).

Frühjahrsblüher bei Gehölzen und Sträuchern

Kornelkirsche, Forsythie, Flieder, wüchsige Rhododendron, Mandelbäumchen, Kätzchenweide, Ginster u. a. Diese werden erst nach der Blüte zurückgeschnitten, alle anderen jetzt schon.

Sträucher pflanzen

Bis Ende März sollte man alles gepflanzt haben, damit sich vor der Trockenheit im Sommer ausreichend Wurzeln bilden können. Ist der Dauerfrost vorbei, kann man eine ausreichend große (deutlich größer als Wurzelballen) Pflanzgrube ausheben, je nach Bedarf mit Kompost o.ä. verbessern. Containerpflanzen kann man so pflanzen, wurzelnackte benötigen eine Pflanzschnitt. Vor dem Pflanzen Wurzelballen wässern oder wurzelnackte eine Nacht ins Wasser stellen.

Frühling für den Garten

Um lange Freude an den schönen Frühlingsblühern im Garten zu haben, achten Sie darauf, dass beim Kauf viele Knospen an der Pflanze sind.
Pflanzen Sie ruhig etwas dichter, denn die Frühlingsblüher bleiben gewöhnlich nicht so lange im Kasten wie die Sommerblüher. Wichtig ist ein langsames Gewöhnen an die kalten Temperaturen, das ist von besonderer Bedeutung für all diejenigen, die sich jetzt eine schöne Schale mit Winterblühern vor die Tür stellen möchten.
Im Gewächshaus vorgezogene gekaufte Topfpflanzen müssen erst langsam abgehärtet werden, bevor man sie nach draußen stellt oder auspflanzt.
Für Primeln in Kästen und Kübeln gilt Vorsicht bei Temperaturen unter minus zwei Grad; entweder die Kästen werden reingeholt, geschützt gestellt oder abgedeckt .
Sollten Sie schon Primeln im Garten gepflanzt haben, können sie die Blüten zum Schutz nachts mit Zeitungspapier abdecken.
Pflanzt man die Primeln bei frostfreiem Wetter im Garten ein und überlässt sie sich selbst, sind sie absolut winterhart, verändern aber ein wenig ihr Aussehen. Man sieht ihnen dann nach ein paar Jahren die Verwandtschaft zu Schlüsselblumen an.

Letzte Änderung am: 27.02.2009, 23.27 Uhr

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