aus der Sendung vom Mittwoch, 11.2.2009 | 18.45 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz
In Deutschland haben sich bisher ca. 50.000 Menschen die Augen lasern lassen. Die Operationen sind in der Regel schmerzfrei und dauern oft nicht länger als 10 Minuten. Das verführt zu einer verharmlosenden Sichtweise auf diese Therapiemethode.
Es handelt sich aber beim Lasern der Augen um einen chirurgischen Eingriff, der wie jeder andere mit Risiken verbunden ist. Das Augen lasern gilt allerdings - zumindest bei Operationen in Deutschland mit entsprechend vom TÜV geprüften Lasern - als wenig risikoreich.
Wie funktioniert die Laseroperationsmethode, wann macht sie überhaupt Sinn, welche Kriterien sollten bei der Entscheidung für eine Laser-OP unbedingt in Betracht gezogen werden? Unsere Augenärztin im Studio, Dr. Susanne Pitz weiß Rat.
Rund 52 Millionen Deutsche tragen eine Brille oder Kontaktlinsen. Viele von ihnen wären sie gerne für immer los und überlegen, ob sie sich dafür mit Lasertechnologie operieren lassen sollten. Mittlerweile werden in Deutschland mehr als hunderttausend Korrekturen pro Jahr mit dieser Methode durchgeführt. Gängigstes Verfahren aus der so genannten refraktiven Chirurgie (Refraktion = Lichtbrechung) ist die Lasik-Operation ("Laser-in-situ-Keratomileusis"). Bei der Lasik durchtrennt der Chirurg mit einem Mikromesser zunächst die oberflächliche Hornhaut und klappt ein Deckelchen davon zur Seite. Dann trägt er mit dem Laser Gewebe der tiefer liegenden Hornhautschicht ab. Bei Kurzsichtigen geschieht das im Zentrum der Hornhaut, bei Weitsichtigen ringförmig um das Zentrum herum. Anschließend wird die hauchdünne Lamelle wieder zurückgeklappt. Die Operation dauert nur wenige Minuten und ist schmerzfrei, denn das zu operierende Auge wird mit Tropfen betäubt. Kurz nach dem Eingriff wird das Auge nochmals untersucht und mit einer Verbandskontaktlinse abgedeckt.
Ob ein Patient in Betracht kommt, hängt von individuellen Faktoren ab, z. B. Hornhautdicke, Vorerkrankungen etc.; Alterssichtigkeit kann nicht oder nur in ausgewählten Fällen korrigiert werden. Lasik kommt für Kurzsichtige bis minus acht Dioptrien, Weitsichtige bis plus drei Dioptrien sowie Patienten mit leichter Hornhautverkrümmung bis 5 dpt, so genannte Stabsichtige, infrage.
Viele Patienten können schon 24 Stunden nach der Operation ohne Brille oder Kontaktlinsen sehen. Verglichen mit anderen Verfahren verursacht der Eingriff wenig Wundschmerzen und Narben. Ein Jahr nach der Operation braucht nur noch jeder Zehnte weiterhin eine Sehhilfe.
Komplikationen sind bei der Lasik nicht auszuschließen. Außer über Infektionen und Vernarbungen der Laserwunde klagen bis zu einem Viertel aller Operierten über eine anfänglich gestörte Nachtsicht durch Blendungen oder Halos, kreisförmige Nebel, die sich um Lichtquellen legen. Häufig ist auch die Kontrastempfindlichkeit gemindert. Einer von hundert Patienten muss mit ernsthafteren Komplikationen rechnen.
Alternativen: Für stark Kurzsichtige mit bis zu minus 25 Dioptrien und Weitsichtige mit bis zu plus 9 Dioptrien kann die IOL-LC-Methode (Intraokulare Linse lobster-claw/ Iris-Klauen-Linse) eine Alternative sein. Dabei wird das Auge am Rand eröffnet und eine Kunstlinse vor die eigene Pupille implantiert, an der Iris befestigt oder im Randbereich der Augenvorderkammer (Kammerwinkel) abgestützt. Bei Problemen kann die Linse wieder entfernt werden. Andere Modelle sitzen hinter der Pupille (ICL).
Eine andere Lasertechnik arbeitet mit dem so genannten Femto-Sekundenlaser. Bei der Technologie, die zuerst in den USA eingesetzt wurde, schneidet der Chirurg nicht wie bei der Lasik mit einem mechanischen Mikromesser in die oberflächliche Hornhaut, stattdessen wird die Lamelle per Laser präpariert.
Der Eingriff kostet etwa 2200 Euro pro Auge. In aller Regel müssen gesetzlich Versicherte die Laserbehandlung komplett selbst zahlen. Nur wenn es medizinische Gründe für die Operation gibt - etwa weil die Augen so unterschiedlich stark sind, dass sie Mühe mit der Verarbeitung von Bildern haben übernimmt die Kasse die Kosten.
Letzte Änderung am: 30.01.2009, 23.36 Uhr